An ein Produkt der Marke Canon hat man Erwartungen. Hätte man diese nicht, könnte man auch zu einer No-Name-Knipskiste vom Supermarkt greifen. Die PowerShot A480 vermag diese Erwartungen im Durchschnitt zu erfüllen. Wenn ich nun aber sage, dass manches sogar überdurchschnittlich ausfällt, bedeutet das auch, dass es ein paar Mankos gibt. Aber der Reihe nach.
- Verpackung -
Die Kamera kommt in einem kompakten Karton daher, der wirklich nicht mehr Platz als nötig für Gerät und Zubehör bereithält, was angenehm zum aktuellen Umwelt- und Spar-Trend passt.
- Zubehör -
Ein Videokabel, ein USB-Kabel, 2 AA-Batterien und eine SD-Karte, die mit ihren lachhaften 32 MB auch genauso gut gleich gar nicht dabei sein müsste, daneben natürlich ein Handbuch und eine Software-CD. Mehr gibts nicht, mehr braucht man nicht.
- Kamera: Gehäuse -
Das Gehäuse stellt die große Enttäuschung bei der PowerShot A480 dar. Bietet die Vorderseite mit der Kombination aus Schwarz und Chrom noch einen schicken Anblick, wendet sich das Blatt mit dem Wenden der Kamera. Denn vor allem die Rückseite mit ihren nicht einmal ansatzweise passgenau eingelassenen Bedienknöpfen enttäuscht qualitätsverwöhnte Canon-Fans. Auch das Drücken dieser Knöpfe vermittelt eher Klapprig- als Wertigkeit. Im Laden hätte ich die Kamera vermutlich nach genauerer Betrachtung der Rückseite nicht in die engere Wahl gezogen.
Anders der Auslöser auf der Oberseite: er bietet zwei wirklich gut spürbare Druckpunkte.
Die Anschlüsse für Netzgerät, Video und USB finden sich in der rechten Seite und sind Canon-typisch unter einem Gummideckel versteckt. Wie lang es bei häufigem Öffnen dauert, bis sich dieser verabschiedet, bleibt abzuwarten.
Batterien und SD-Slot befinden sich zusammen unter einem leider leicht wackligen Deckel im Boden. Nebenbei: es scheint bei Canon eine lustige Tradition zu sein, die Kartenslots falschherum einzubauen, sodass der Benutzer bei einem intuitiven Versuch (sprich: ohne das Hirn zu benutzen, welches man für einen so einfachen Vorgang eigentlich auch nicht brauchen sollte), die Karte einzustecken, erst einmal scheitern muss.
Das insgesamt eher mittelmäßige Gehäuse ist also keine Empfehlung für alle, die ihre Kamera als Statussymbol betrachten. Zumindest sollten solche Zeitgenossen die Rückseite vor ihren Mitmenschen verstecken. Sicher, die Kamera ist günstig, in Sachen Qualität erwartet man aber generell mehr von Canon - die A480 kann diese Qualität äußerlich nicht vermitteln und büßt hier einen Stern ein.
- Kamera: Bedienung -
Von der schlechten Wertigkeit sollte man sich dennoch nicht ablenken lassen. Die Bedienung ist tadellos, die Tasten sind - bis auf die unterste auf der Rückseite, welche Menschen wie mir, die mit klodeckelgroßen Händen gesegnet sind, einen Daumenverrenker abverlangt - optimal zu erreichen und intuitiv zu verstehen.
Letzteres gilt auch für die Menüführung, welche durch Einfachheit und Übersichtlichkeit auch für blutige Anfänger kein Problem darstellen dürfte.
Positiv ist weiterhin das große, helle Display. Seine Auflösung ist gut und die Reaktionszeit beim Bewegen der Kamera echt fix, was es durchaus zu einem verlässlichen Ersatz für den "fehlenden" optischen Sucher (welcher bei Kameras dieser Größe sowieso kaum nutzbar ist) macht.
Die Reaktionszeit beim Auslösen ist indes nicht ganz so erfreulich, aber durchaus im erträglichen Rahmen. Auch der Blitz, der nach jedem Einsatz erst wieder aufgeladen wird, bremst ein wenig beim Fotografieren. Jedoch bewegt sich auch das noch in einem Bereich, der als "nicht allzu tragisch" eingestuft werden kann. Schließlich sollte man auch immer den günstigen Preis im Hinterkopf behalten.
- Kamera: Ausstattung -
Hier bräuchte ich gar nicht so viele Worte verlieren, denn mit "alles was man in dem Segment erwarten darf" wäre die Ausstattung der PowerShot A480 eigentlich schon treffend beschrieben. Dinge wie Makro-Modus, Rote-Augen-Unterdrückung, Videoaufnahme, diverse Aufnahmeprogramme und Selbstauslöser gehören sowieso zum Standard, und auch die Gesichtserkennung findet sich mittlerweile in vielen Geräten auch dieses Preissegments. Einen optischen Bildstabilisator bietet die Kamera nicht, vermisst habe ich diesen bisher allerdings genauso wenig.
Betonen muss ich noch einmal die Standard-Kompatibilität der Kamera. Der Hersteller setzt konsequent auf gängige Schnittstellen: SD- / MMC-Speicherkarte, USB-Anschluss mit Mini-B-Buchse, Strom durch normale AA-Batterien / -Akkus (d.h. bei mehr Strombedarf kein teurer, herstellerspezifischer Zusatzakku nötig) und Videoaufnahme im erfreulichen AVI-Format, nicht in proprietären Formaten wie bspw. MOV, was die Verarbeitung der Videos am Computer extrem erleichtert.
- Kamera: Aufnahmen -
Im eher krassen Gegensatz zum äußeren Eindruck steht die Bildqualität.
Diese entblößt die Kamera nämlich spätestens bei den aufgenommenen Bildern als ein echtes Schnäppchen. Die Fotos sind hell, kontrastreich, lebendig und scharf. Wie man es eben von einem Gerät, auf dem Canon steht, erwarten darf. Mehr muss man dazu gar nicht sagen. Höchstens noch, dass die Kamera vor allem im Makrobereich sogar noch zu überraschen vermag. Selbst Bilder aus kürzester Distanz sind scharf und werden gut belichtet. Bei einem Test an meiner (schwarzen) Tastatur war ich entsetzt, wie verdreckt diese ist. Muss ich wohl mal wieder einweichen.
- Fazit -
Vor allem Bedienung und Bildqualität liegen meiner Ansicht nach über dem Niveau dieses Segments, was der Kamera ein einwandfreies Preis-Leistungsverhältnis beschert und sie wirklich empfehlenswert macht. Das stellenweise sehr billig anmutende Gehäuse trübt den Gesamteindruck ein wenig. Zwar wirkt sich das eindeutig nicht negativ auf die inneren Werte der Kamera aus, aber von Canon darf man einfach mehr erwarten als No-Name-Discounter-Optik und -Haptik. Kleider machen halt doch Leute. Irgendwie.