Canon hat sich an einen Nachfolger der erfolgreichen Canon SX 100 gewagt: die Canon SX 110. Sie ist eigentlich nur ein kleiner technischer Sprung, im Vergleich zum Vorgänger. Das wird auch durch die Ziffernfolge 110 deutlich. Der geringe Aufpreis kommt durch das größere Display (3 Zoll mit 230.000 Pixeln), geänderte Design (Griffmulde) und die leicht höhere Megapixelzahl (9 Megapixel statt 8 MP) zustande. Sonst bleibt alles beim alten.
Amazon ist mit einer der Ersten, die sie überhaupt vorrätig hat. So habe ich schnell meine Bestellung aufgegeben und das Gerät kürzlich erhalten! Ich konnte es nämlich kaum abwarten! Da ich mir vor dem Kauf auch die Canon SX 100 im Geschäft ansehen habe, kann ich Vergleiche anstellen.
Die 9 Megapixel muss ein winziger 2,3 Zoll CCD-Sensor aufnehmen, wo selbst der Sensor aus dem Vorgängermodell mit 8 Megapixeln und 2,5 Zoll Größe eigentlich überfordert war. Leider behält Canon diesen Qualitätskompromiss bei, um die Produktionskosten niedrig zu halten und anderen eigenen Produkten keine Konkurrenz zu machen. Die Canon SX 110 fängt trotzdem ganz ordentliche Bilder ein! Ich habe jetzt unter verschiedenen ISO-Bedingungen Aufnahmen gemacht und war recht positiv überrascht. ISO 100 und 200 sehen auf dem Bildschirm recht gut aus, wobei man ab ISO 400 Abstriche machen muss. Die Aufnahmen kann man sich gut am Bildschirm anschauen, aber für Abzüge in 20 x 30 cm würde ich wegen dem Rauschen doch darauf verzichten. Entgegen meiner Erwartungen sind die Aufnahmen mit ISO 800 zwar stark verrauscht, aber in verkleinerter Auflösung angenehm am Bildschirm zu betrachten (z.B. in 1024 x 768 Pixeln). Ich bin sehr froh, dass man mit der ISO-Zahl so einfach experimentieren kann, wenn ich noch an die Zeiten der verschiedenen ASA/ISO-Filme denke! Die eingebaute Rauschunterdrückung versucht natürlich bei höheren ISO-Zahlen gegenzusteuern, schafft dies jedoch nur bedingt. Hier wäre ein größerer CCD-Sensor durchaus nützlich!
Toll finde ich auch, dass man an der Kamera auf Motivprogramme zugreifen, aber auch alles selber einstellen kann (Zeitautomatik = TV, Blendenrpiorität = AV und manueller Modus = M). Die Funktionen haben andere Hersteller schon über Board geworfen! Eigentlich schade, wenn man Hobby-Fotograf ist und gerne selber eingreifen möchte.
Das große Display in der Mitte ist wirklich eine Freude! Beim Fotografieren sehe ich mein Motiv wunderbar groß vor mir. Das wirkt sich sehr positiv auf die Auswahl des Bildausschnittes aus. Ferner fallen so störende Elemente besser auf. Auch beim nachträglichen Betrachten des Motives kann man das Bild gut beurteilen.
Das große Zoom-Obektiv ist natürlich ein Wunder! Mit 36- 360 mm habe ich für die meisten Gelegenheiten das richtige Objektiv dabei und kann mich an mein Aufnahmeziel heran zoomen. Die Anfangsbrennweite von 36 mm eignet sich leider nur bedingt für Landschaft-/Architekturaufnahmen. Beim Kölner Dom werden Sie wohl Probleme bekommen, das ganze Gebäude vom Boden bis zur Turmspitze aufzunehmen. Hier hilft nur ein 28 mm Objektiv. Schade, dass Canon noch keine besseren Objektive hergestellt hat, die in kompakten Kameras verbaut werden. Hier hat Panasonic den anderen einiges voraus, wobei die Objektive auch von Leica stammen! Dennoch war für mich auch der ausgesprochen günstige Preis ausschlaggebend, für den man viel Foto-Technik erhält. Eine Panasonic TZ-Serien Kamera kostet locker 300-450 Euro, hat aber keine Einstellmöglichkeiten, wenn Sie einmal die Zeit oder Blende vorwählen möchten. Das ist ein großes Manko für eine so teure Kamera mit ansonsten guten technischen Merkmalen!
Der Makro-Modus eignet sich eigentlich nur dann, wenn das Objektiv in der Grundstellung bleibt und nach Möglichkeit nicht ausgefahren wird. Sonst treten, wie auch im normalen Tele-Bereich, leichte Fokussierungsprobleme auf. Ich hatte etwas diffuses Licht und vielleicht schlechte Lichtbedingungen, die es der Kamera nicht leicht machten. Zur Not gibt es noch den manuellen Fokus, wo sie die Entfernung in Metern einstellen und in einem Rechteck eine vergrößerte Darstellung eines Teilbereiches sehen. Die Bildvorschau eignet sich jedoch nicht so gut zur Überprüfung der Schärfe. Hier ist ein funktionierender Autofokus oder Schärfe-Einstellring an einem Spiegelreflexkamera-Objektiv wesentlich genauer!
Im Vergleich zum Vorgänger fällt am Gehäuse-Design die neue Griffmulde auf. Ich persönlich fand die des Vorgängers eigentlich etwas griffiger und nicht so flach, wie die der neuen SX 110. Dennoch liegt die neue auch ganz gut in der Hand. Wer sich hier Sorgen macht, sollte sie einmal im Laden in die Hand nehmen. Die Einstellknöpfe am Drehrad auf der Rückseite sind recht klein und dicht beieinander.
Fazit:
Die neue Canon SX 110 ist die Fortsetzung des Vorgängers SX 100. Die Veränderungen sind eigentlich geringfügig. Positiv habe ich das große 3 Zoll-Display empfunden, wobei die 9 Megapixel im Vergleich zu 8 Megapixel keinen großen Qualitätssprung bedeuten. Die Canon SX 110 ist unangefochten die Einstiegskamera für Leute, die Wert auf ein großes Zoom-Objektiv legen und wenig Geld ausgeben möchten. Sie ist damit für Reisen, Tieraufnahmen und andere Aufnahmesituationen bestens gerüstet. Der geringe Aufpreis für die wenigen Veränderungen lohnt sich! Für Umsteiger ist gut abzuwägen, ob Ihnen die Merkmale das Geld wert sind. Wem diese Kamera ggf. zu schwer ist, ein zu großes Zoom-Objektiv hat, weil er es nicht braucht, sollte sich die Canon A 720 IS anschauen! Sie ist deutlich günstiger, aber genau leistungsfähig!