Die Canon A 2000 IS ist eine Allround-Kamera und in gewisser Weise der Nachfolger der vielseitigen Canon A 720 IS, wobei wichtige Funktionen weggelassen wurden - die manuellen Einstellmöglichkeiten! Sie hat die gleichen Stärken und noch einige Detailverbesserungen. Das Design wurde neu konzipiert und Canon versucht wohl die Gehäuse etwas schlanker zu gestalten, was mir persönlich weniger gefällt. Bislang gab es immer einen griffigen Teil, in dem das Batteriefach untergebracht war. Das sorgte für einen guten Halt der Kamera, wenn man sie in einer Hand hält.
Sie glänzt mit einem universellen Brennweiten-Bereich von 35-210 mm und verfügt über 10 Megapixel. Damit ist sie eine gute Reisekamera und auch für diverse andere Aufnahmen geeignet. Um die Kunden zu locken, wurden die Megapixel von 8 auf 10 erhöht und der Sensor minimal vergrößert. So kann Canon den Preis halten und das Preis/Leistungsverhältnis ist in Ordnung.
Das zweifarbige Gehäuse-Design finde ich nicht so gelungen wie bei der Canon A 590 IS. Die ganze Verarbeitung der Kamera ist schlicht und einfach gemacht, aber für die Preisklasse normal.
Was mich zum Kauf bewegt hat, ist der gute Bildstabilisator, der zuverlässig arbeitet, das brauchbare leichte Weitwinkel- und weitreichende Teleobjektiv (35 bis 210 mm), die vielen Motivprogramme für vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten, das große 3 Zoll-Display mit seinen 230.000 Bildpunkten, die SDHC-Karten Unterstützung und noch so einige andere Eigenschaften.
Die Bildqualität ist im Automatik-Modus, sowie mit den Motivprogrammen recht gut, wobei sich die Kamera schon einmal Patzer erlauben. Wie kann eine Kamera im Automatik-Modus, an einem hellen, sonnigen Wintertag eine Landschaft mit Blende 4 und einer Zeit von 1/1000 Sekunde aufnehmen? Unbegreiflich. Für die meisten spielt das sicherlich keine Rolle. Sie wollen einfach ein Foto machen, das stimmig ist. Mich als Hobby-Fotograf ärgert es schon, dass alle großen namhaften Marken in Ihren günstigen und Mittelklasse Kameras die manuellen Einstellmöglichkeiten wegrationalisiert haben. Als gäbe es in der Preisklasse nur Kunden, die drauflos knipsen wollen.
Die Megapixel werden von Jahr zu Jahr angehoben, aber der Bildsensor wird nur geringfügig vergrößert. Die Bildergebnisse sind trotzdem recht gut und mit ISO 100/200 auch für Vergrößerungen geeignet. Ab ISO 400 sieht man das Rauschen schon wesentlich deutlicher, wobei bei ISO 800 bzw. 1600 die Bilder eigentlich nur noch als Beweisaufnahme beim Unfall in der Dämmerung zu gebrauchen sind. Umgehen kann man das Ganze, wenn man selber die ISO Einstellung auf 100 bzw. 200 belässt und sich den Bildstabilisator zu Nutze macht. Von einer Kamera in dieser Preisklasse kann man eben nicht mehr erwarten! Die Konkurrenzmodelle von Nikon, Panasonic und Fuji haben in der 200 Euro Preisklasse keine besseren technischen Merkmale.
Da ich häufig in der Familie Fotos mache, weiß ich die Gesichtserkennungsfunktion sehr zu schätzen. Sie ist zwar nichts neues, aber funktioniert sehr gut, wenn man einen Menschen von vorne fotografiert und nicht schräg von der Seite. Schade finde ich, dass die automatische rote Augenkorrektur in vielen Situationen nicht zuverlässig funktioniert. Hier sollte der Hersteller noch nachbessern! Das wäre toll!
Im Vergleich zur A 590 IS spendiert Canon seinen Kunden wieder einen besseren Videomodus, der Videos mit 640x480 Pixel und 30 fps aufnimmt. Das ist heutzutage eigentlich nur Standard für Digitalkameras. Panasonic geht hier noch weiter und redet von HD-Videos. Die im Internet gefundenen Testvideos erscheinen mir jedoch nicht wesentlich detailierter und besser. Ich habe mit der A 2000 IS schon gefilmt und muss sagen, dass die Videos für spontane Amateurfilme gut sind. Ich verwandele sie mit Nero 8 (NeroVision) zu einer Video-DVD und kann sie dann auf meinem LCD-Fernseher betrachten. Die Videoqualität ist für Digitalkameras ausgesprochen gut. Der Ton wird nur mit Mono aufgezeichnet und reicht für gewöhnliche Aufnahmen aus. Aufnahmen von einer Party mit Stereo-Musik im Hintergrund, klingen etwas dumpf. Das winzige eingebaute Mikrofon lässt nichts Besseres zu. Aber mehr scheint in der Preisklasse auch nicht möglich zu sein.
Kaufen Sie sich für diese Kamera hochwertige 2.850 mAh Akkus z.B. von Ansmann oder anderen namhaften Herstellern. Dann könne Sie über 200 Aufnahmen machen und mindestens 1 Stunde filmen. Ein Hochleistungsladegerät sollten Sie sich auch leisten, damit die Akkus auch vollständig aufgeladen werden können. Manche günstigen Geräte sind dazu nicht in der Lage!
Als Speicherkarte eignet sich eine Highspeed SD-Karte mit mindestens 2 GB Kapazität. Ich habe mir die Sandisk Ultra II SDHC-Karte mit 4 GB gekauft, weil ich gelegentlich filme und dann mindestens eine Stunde Filmmaterial aufnehmen kann.
Fazit: Die Canon A 2000 IS ist ein bedingt zu gebrauchender Nachfolger der Canon A 720 IS und besticht durch sein größeres 3 Zoll-Display, dass das Fotografieren erleichtert. Das neue Design finde ich nicht ganz so schön, wie bei den Vorgängern, aber dafür können alle anderen Merkmale weitgehend überzeugen. In ihrer 200 Euro Preisklasse hat sie fast alle Funktionen, die die Konkurrenz auch anbietet. Leider ist Canon mit dem Verzicht der manuellen Einstellungsmöglichkeiten (Blende, Zeit, komplett manuell) einen Schritt gegangen, den andere Hersteller schon längst vollzogen haben. Leider zum Nachteil vieler Hobbyfotografen, die auf diese Funktionen angewiesen sind! Damit drängt Canon ambitionierte Hobby-Fotografen in teurere Kamera-Modellreihen (G-9 Serie, S5 IS Serie oder Spiegelreflexkameras), die sie eigentlich gar nicht brauchen!!! Ich bin sehr enttäuscht und habe die Kamera jetzt zur Rücksendung fertig gemacht! ... Danke Canon!