Die G7 ist schon vor ihrem Erscheinen viel diskutiert (und gescholten) worden - kein RAW, kein Schwenkmonitor, lichtschwächeres Objektiv im Vergleich zu den Vorgängern, etc, etc. Angeblich sei die Kamera damit für (selbsternannte) ernsthafte Fotographen nicht interessant.
Um es vorwegzunehmen: die Bildqualität der G7 ist (deutlich) besser, als bei allen schon sehr guten Vorgängern und wirkliche Alternativen zu ihr gibt es auch nicht - zumindest, wenn man die Bildqualität von 10 MP-Kameras mit gleicher Sensorgröße zum Vergleich heranzieht. Ob man RAW braucht der nicht, muß jeder für sich entscheiden - nicht jeder (auch Profis) will jedes Bild nachbearbeiten, riesige Speicherkarten verwenden oder auf schnelle Reihenaufnahmen verzichten. Dafür gibt es einen individuellen Weissabgleich - und wer analog angefangen hat, ist ohnehin gewöhnt, vor den Fotografieren nachzudenken und nicht einfach drauf loszuknipsen (man kann ja nachträglich alles korrigieren). Und einen guten Rauschfilter wie Neatimage kann man auch über JPEGs laufen lassen. Überhaupt ist die G7 eine Kamera, die enorm viel manuelle Eingriffsmöglichkeiten zulässt, gleichzeitig aber für einige Situationen (z.B. Sport) auch sinnvolle Programme zur Verfügung stellt - wie auch einige unsinnige. Gerade für den unerfahrenen 'Knipser' ist die G7 daher nichts - zu umfangreich sind die Einflussnahmemöglichkeiten - man muss genau wissen, was man tut - dann allerdings wird man auch belohnt.
Das lichtschwächere Objektiv ist ein Zugeständnis an den größeren Zoom-Bereich (35-210 KBÄ): beides geht nicht. Dafür hat die G7 einen wirksamen Bildstabilisator. Genauso verhält es sich mit dem Monitor: entweder man optimiert die Gehäusegröße, oder halt nicht - beides hat seine Berechtigung wie auch Vor- und Nachteile. Auch wenn es feststeht - die Qualität des Displays ist dem z.B. der G6 bei weitem überlegen.
Ein Problem, dass alle Kompakt- und Bridgekameras mit mehr als 6-7 MP haben, ist das Rauschen, bzw. der interne Rauschfilter, der letztlich Auflösung bei hoher Empfindlichkeit kostet. Sichtbar ist der Effekt bei der G7 ab 200 ISO und mehr als A4-Vergrößerung. Doch mal ehrlich - wer druckt alles in A3 aus? Dazu kommt, dass die G7 trotz sichtbarer Rauschunterdrückung deutlich weniger agressiv zu Werke geht, als z.B. vergleichbare Panasonic-Modelle. Auch hier gilt ehrlicherweise: ein detailreicheres, aber verrauschtes Bild ist ebenso unattraktiv, wie ein detailärmeres 'entrauschtes' - also viel heisse Luft um nichts. Perfekt ist nur ein Vollformatsensor.
Fehler der Vorgänger (z.B. starke chromatische Abberation/Purple-Fringing - langsamer Prozessor)sucht man bei der G7 vergebens.
Die Bilder bei 80 ISO sind über jeden Zweifel erhaben, bis 400 ISO gut und ab 800 ISO nur mit Nachbearbeitung zu gebrauchen.
Die G7 ist allerdings auch keine DSLR in halber Größe und zum halben Preis - aber eine gute Ergänzung, mit hervorragendem Bedienkonzept, die viel Spass macht und mancher billigen DSLR mit Kit-Objektiv in vielen Belangen das Wasser reichen kann.