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Beim Streifzug durch die Wunderwelt der Technik stößt man gelegentlich auf Produkte die wirklich gelungen sind, die SX200is ist so ein Ding.
Schaltet man die Kamera ein so fährt das Objektiv aus und der Blitz popt hoch.
Will man jetzt ein Foto machen so drückt man den Auslöser der Kamera bis zum ersten Druckpunkt herunter und die Kamera fokussiert. Dabei werden im rückwärtigen Display ein oder mehrere kleine Rechtecke eingeblendet die jene Bildpartien kennzeichnen, die sich die Kamera zum Scharfstellen ausgesucht hat. Diese automatische Auswahl der Kamera ist fast immer richtig. Will man den Fokuspunkt für außergewöhnliche Motive selbst auswählen, so stellt man vom Modus Automatik" auf Programmautomatik" um; jetzt wird ein mittiges Fokus-Rechteck (Größe einstellbar) im Display angezeigt und man hat die freie Wahl worauf man scharfstellen will. Erkennt die Kamera beim Scharfstellen ein Gesicht, so wird darauf scharfgestellt. Ich habe eine Versuchsaufnahme gemacht, bei der sich im Abstand von einem Meter im Vordergrund die Äste eines Strauches befanden, im Abstand von 5 Metern jedoch eine Person. Die Kamera hat einwandfrei auf die Person scharfgestellt und die Äste beim Fokussieren ignoriert.
Außerdem analysiert die Kamera beim Betätigen des Auslösers bis zum ersten Druckpunkt das Motiv für die Belichtung selbständig. Bisher war ich es gewohnt, daß man an Kompaktkameras neben dem üblichen Automatikprogramm und ggf. manuellen Einstellmöglichkeiten auch verschiedene Motivprogramme einstellen konnte. Die SX200is sucht sich diese jedoch selbst aus. Anhand von Motiventfernung, Helligkeit, Kontrast, Bildinhalt usw. wählt die Canon selbständig eines von 18 verfügbaren Motivprogrammen. Im rechten oberen Eck des Displays wird ein Symbol des Motivprogramms angezeigt, für das sich die Kamera entschieden hat, z.B. Landschaftsaufnahme, Nachtaufnahme, Personen usw. Der Clou: Wenn man nah an ein Motiv herangeht stellt die Kamera automatisch auf Makro! Und wenn man die Kamera auf ein Stativ schraubt wird das auch erkannt und sie läßt jetzt auch Langzeitaufnahmen im Automatikmodus zu.
Die Fähigkeit der Kamera, sich selbst passende Motivprogramme auszusuchen bezeichnet Canon als Scene-Detection-Technonogy". Um nachzuvollziehen was da genau passiert habe ich eine Reihe von Versuchsaufnahmen gemacht.
Photographiert man einen Garten im Schatten in 28mm Weitwinkeleinstellung und zoomt dann in die Teleposition, so erhöht die Kamera die ISO-Empfindlichkeit und verkürzt dafür die Verschlußzeit. Das ist nicht dumm, denn wie man weiß ist die Verwackelungsgefahr bei Teleaufnahmen größer und wird durch die verkürzte Verschlußzeit minimiert.
Photografiert man Objekte im Gegenlicht so schaltet die Kamera automatisch einen Aufhellblitz zu, sofern sich das Objekt in Blitzreichweite befindet.
Richtet man das Objektiv auf Personen so wird das von der Canon erkannt. Am Kameradisplay werden um die Köpfe der Personen jetzt Rechtecke gebildet und die Kamera stellt die Aufnahmedaten so ein, daß die Gesichter richtig belichtet sind.
Trickreich ist auch die Blitzfunktion wenn zwar noch etwas Hintergrundlicht, z.B. bei Dämmerung oder in Innenräumen vorhanden ist, dies aber nicht ausreicht um das Hauptmotiv gut auszuleuchten. Eine normale Kamera würde jetzt 1/60 Sec. Verschlußzeit einstellen und drauflos Blitzen. Das hat dann zur Folge, daß der Vordergrund hell und der Hintergrund dunkel ist. Die SX200is erhöht in so einem Fall den ISO-Wert, stellt 1/15 Sec. Verschlußzeit ein und synchronisiert den Blitz womöglich auf den zweiten Verschlußvorhang. Dadurch wird sowohl Hintergrund wie auch Vordergrund richtig belichtet - nicht schlecht.
Überhaupt ist der Popup Blitz eine bemerkenswerte Sache. Schaltet man die Kamera ein so fährt er automatisch aus und lädt sich sofort auf, sodaß er immer betriebsbereit ist (kann man auch abschalten). Richtet man jetzt bei wenig Licht die Kamera auf ein Motiv so kann man hinten am Display sehen, daß jetzt geblitzt werden soll. Wenn man das nicht wünscht, drückt man den Blitz mit dem Zeigefinger der linken Hand einfach herunter, das geht federleicht, jetzt erlischt das Blitzsymbol und die Canon erhöht dafür die Empfindlichkeit, sodaß man trotzdem ein richtig belichtetes Bild bekommt. Will man das Blitzen wieder zulassen so nimmt man den Finger weg und der Blitz kommt wieder hoch. Das ist eine ziemlich clevere Art und Weise den Blitz zu- bzw. abzuschalten, viel bequemer als das Klicken durch Menüs. Wenn man die Kamera ausschaltet fährt der Blitz automatisch wieder ein und weg ist er.
Der Autofokus arbeitet kontinuierlich und stellt auch auf Personen oder Objekte scharf die sich auf die Kamera zubewegen, die Bildstabilisierung der Kamera vermeidet verwackelte Fotos sehr effektiv.
Zu all diesen Funktionen kommt noch nach gemachter Aufnahme der DIGIC Prozessor, der dunkle Partien des Bildes mittels i-Contrast Funktion aufhellt, rote Augen eliminiert und auch sonst je nach Aufnahmeprogramm verschiedene Bildverbesserungen vornimmt die ich nicht alle nachvollziehen kann.
Bemerkenswert ist übrigens das stufenweise Vorgehen der Kamera bei Gegenlichtaufnahmen, z.B. wenn man eine Person im Vordergrund gegen den Stand der Sonne photographiert. Solange der Motivkontrast nicht zu hoch ist, versucht die Canon die Person im Vordergrund mit der i-Contrast-Funktion (Aufhellung dunkler Bildpartien) richtig zu abzubilden. Ist der Helligkeitsunterschied jedoch so groß daß die Softwareaufhellung nicht ausreicht, schaltet sie den Blitz zu, und zwar auch bei strahlendem Sonnenschein. Ich habe eine Person bei Gegenlicht mit den Aufnahmedaten ISO 160 - Blende 3,4 - Verschluß 1/400 Sekunde aufgenommen und die Kamera hat geblitzt. Ergebnis: Sowohl die Person im Vordergrund wie auch der Hintergrund sind einwandfrei belichtet. Deshalb rate ich für alle Standard-Aufnahmesituationen davon ab, den Blitz auszuschalten oder runterzudrücken.
Das Ergebnis all dieser technischen Finessen des Auto-Modus sind knackscharfe und richtig belichtete Bilder. Es sind dies die bisher besten Bilder die ich je mit einer Automatikkamera geschossen habe und das erste Mal bin ich mit der Automatikfunktion einer Kamera wirklich zufrieden. Meine Versuche durch manuelle Einstellung zu besseren Bildern zu kommen waren wenig erfolgreich.
Unter den Kundenbildern habe ich verschiedene Aufnahmen eingestellt, alle Freihand und im grünen Automatikmodus gemacht. Sie sind alle unbearbeitet und so, wie sie die Kamera auf die SD-Karte geschrieben hat. Ausnahme: 3 Aufnahmen, Bilder I2-I4. Die Kamera hellt Dämmerungsaufnahmen stark auf, bei diesen 3 Bildern habe ich die Helligkeit in Photoshop auf Minus 50% gestellt um die originale Lichtstimmung wieder herzustellen. Bei meinen Bildern kam es mir nicht so sehr darauf an besonders schöne" Aufnahmen zu zeigen, sondern die Kamera bei der Arbeit in Extremsituationen, wie ISO 3200, maximale Brennweite mit 48x Digitalzoom usw. Bei den Bildern kann man auch sehen, wie man die Kamera am Besten hält wenn der Blitz ausgefahren ist.
Jedenfalls ist diese neue Generation einer Kameraautomatik in meinen Augen ein Meilenstein der Kameratechnik. Zur SX200is habe ich verschiedene Testberichte gelesen die alle enttäuschend sind, weil dort auf dieses neue Feature überhaupt nicht eingegangen wird, man hat den Eindruck die Tester haben sich mit dem Gerät nicht wirklich beschäftigt. Lediglich einigen Rezensenten hier scheint das aufgefallen zu sein. So ist hier zu lesen, man würde bei unterschiedlichsten Bedingungen immer gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen (Maik Zierold), es kämen immer super scharfe Bilder mit natürlichen Farbtönen zustande (Matthias), es gäbe sogar in schwach beleuchteten Räumen und im Dämmerlicht absolut top Ergebnisse (S. Blumenschein) und der Rezensent hello" schreibt, diese Automatik sei genial und widmet ihr einen ganzen Absatz. Diese Beobachtungen meiner Vorrezensenten kann ich bestätigen.
In einer Rezension werden Fokussierungsprobleme im Tele-und Makrobereich beklagt. Der Scharfstellbereich der Kamera ist abhängig von der Zoomstellung des Objektivs und wird hinten am Display der Kamera angezeigt. So liegt z.B. die Naheinstellgrenze bei Brennweite 90mm (KB) bei einem Meter. Versucht man jetzt auf 70cm scharfzustellen, dann funktioniert das nicht. Der Makromodus funktioniert nur in 28mm-Stellung des Objektivs. Zieht man bei Makro am Zoomhebel, was der Rezensent wohl gemacht hat, kann die Kamera nicht mehr scharf stellen.
Insgesamt gibt es die Aufnahmemodi Easy-Automatik, Automatik (grün), Programmautomatik, Zeit- und Blendenautomatik, maueller Betrieb sowie verschiedene Motivprogramme inclusive Makro (2-50cm) und Super-Makro (0-2cm). Während man bei Easy-Automatik praktisch keine Eingriffsmöglichkeiten hat, erweitern sich diese schrittweise je weiter man sich in Richtung manueller Betrieb bewegt. Die manuellen Einstellmöglichkeiten stehen der Canon G10, dem Spitzenmodell der Canon Kompaktklasse, kaum nach, man kann jedoch keine RAW-Aufnahmen machen, es gibt keinen optischen Sucher und auch keinen Blitzschuh zum Aufstecken von Blitzgeräten.
Bemerkenswert ist, daß die Bilder bei hohen ISO Werten kaum (fast hätte ich geschrieben: kein") Rauschen zeigen, und das ohne aggressive Glättung von Bilddetails.
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