In den Rezensionen hier werden immer sowohl der 9000er als auch der 9500er bewertet. Da ich beide getestet habe, werde ich auch über beide schreiben (Mark II Versionen).
WICHTIG: Es sind zwei grundverschiedene Druckertypen. Der Canon Pixma Pro 9000 Mark II benutzt acht Dye-Tinten (farbstoffbasiert), der Pixma Pro 9500 Mark II hat zehn pigmentbasierte Tinten. Nicht nur preislich, was die laufenden Kosten angeht, macht das einen großen Unterschied, auch das Druckbild ist !vollkommen! anders!
Zuerst der Pro 9000:
Ich hatte mir den Drucker gekauft, weil mein alter nach 6 Jahren kaputt gegangen war. Ich hatte quasi den Vor-Vorgänger, den i9950. und ich kann sagen, dass sich in den letzten 6 Jahren bei Canon nichts Positives auf diesem Sektor getan hat. Der 9000er ist lauter, viel langsamer, teurer im Unterhalt und die Druckergebnisse sind nicht zu unterscheiden vom i9950 (benutzt auch 8 Tinten). Eine Enttäuschung.
Wenn ich einen neuen Drucker kaufe zum selben Preis, wie beim Vorvorgänger, dann erwarte ich doch wenigsten irgendeinen Vorteil, oder ist das zu blauäugig?
Das Druckergebnis (was ja doch entscheidend bei einem Drucker ist) ist aber erstklassig auf Glanzpapier. Leuchtende Farben, hohe Schärfe (besser als beim 9500er), riesiger Kontrast und einfach im Handling - er ist weitaus unempfindlicher als der 9500er was Farbmanagement und Papierauswahl angeht.
Fazit:
++ Druckqualität in Sachen Leuchtkraft der Farben, Kontrastumfang auf Glanzpapier. Auf mattem Papier schwächer.
+ akzeptierte Papierdicke
- Tempo
- Druckkosten
- Lautstärke beim Einzug/Drucken
- Wischfestigkeit der Tinte
-- Lichtbeständigkeit (habe nach 1-2 Jahren DEUTLICHE Verluste festgestellt - im Glasrahmen)
Insgesamt ergibt das 3 Sterne.
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Den habe ich mir geholt, weil ich vom 9000er so enttäuscht war.
Der Drucker ist sehr empfindlich, was verschiedene Papiersorten angeht. Also mal schnell einen Ausdruck machen, iss nich! Das Papier will gut gewählt sein - Hochglanzpapiere funktionieren nicht besonders. Das liegt an den Pigmenttinten. Die Farbpartikel liegen auf dem Papier auf und verleihen dem Papier einen leichten seidenmatten Glanz, außer an den Stellen, an denen wenig Farbe aufgetragen wurde. Da kommt dann der Hochglanz durch, wodurch der Ausdruck uneinheitlich erscheint.
Verschiedene Anbieter hochwertiger Papiere (Ilford/Hahnemühle/etc.) bieten Farbprofile für ihre Medien an, die dann im Farbmanagement des !Programmes! (z.B. Photoshop, Lightroom, CorelX...) eingestellt werden müssen. Im Druckertreiber geht das nicht. Für Farbechtheit ist auch ein guter kalibrierter Monitor nötig. Ohne diese Voraussetzungen probiert man viel herum und ermittelt empirisch das optimale Ergebnis. Sehr frustrierend und auch auf Dauer teuer, denn die Tinten kosten 20% mehr als die dyebasierten. Bei DIN A3 Blattpreisen von 3-4 Euro geht das schon gar nicht.
Die Ausdrucke sind weitaus weniger leuchtend als beim 9000er. Da kann man auch nicht durch Verstärken der Sättigung nachhelfen. Auch die Schärfe ist subjektiv geringer.
Das Druckergebnis ist aber sehr, sehr "edel". Auf mattem oder seiden-mattem Papier erscheinen die Drucke sehr hochwertig, das Pearl-Finish wirkt fein. Vergleichbar mit den teuren Fotos von Fotostudios auf Baumwollmischpapier. Wenn man aber dann das Bild in einem billigen Rahmen packt (hinter schlechtes Glas), sieht man nichts mehr vom edlen Finish.
Schwarzweissausdrucke sind sehr homogen und können mit denen der Standard-Fotolabors locker mithalten. Wenn man dann noch gutes Papier verwendet ... :-))
Die Ausdrucke mit Pigmenttinten gelten als äußerst langlebig und wischfest. Da ich meine Ausdrucke sehr sorgsam behandle, kann ich das nicht weiter beurteilen. Meine zum Test ohne Rahmen im direkten Sonnenlicht aufgehängten Fotos zeigen nach aktuell 6 Monaten (Mitte Januar 2012) keinerlei Ausbleichen.
Fazit:
+ Bildqualität (Geschmacksache! - Ich mag das matte Finish sehr)
+ akzeptierte Papierstärke
+ Langlebigkeit der Ausdrucke (garantierte Lichtbeständigkeit von 30 Jahren auf ausgewählten Papieren)
+ s/w- Bilder
- langsam/laut (siehe 9000er)
-- teuer im Unterhalt
Insgesamt 4 Sterne
Aber wem soll man das Gerät empfehlen? Natürlich ambitionierten Hobby- und Semiprofifotografen. Aber wenn man nur selten druckt, lohnt sich solch ein Drucker kaum und man läuft Gefahr, dass der teure (aber austauschbare) Druckkopf eintrocknet (passiert bei Pigmenttinten auch früher als bei Dyetinten). Da ist es billiger bei fotostadt und Co hin und wieder die hochwertigen Ausdrucke zu bestellen.
Für Vieldrucker dagegen ist er im Unterhalt einfach zu teuer. Da lohnt sich schon was Größeres. Epson hat in dem Segment Einiges mehr zu bieten. Also ist der 9500er optimal für ein mittleres Druckaufkommen. Aber wie viel ist das? Ich würde sagen (reine Schätzung), das liegt bei 2 Druckerpatronensätzen pro Jahr - also 200 Euro Unterhalt plus Papier. Aber wieviele Fotos das genau ergibt hängt vom individuellen Verbrauch ab.
Andererseits ist es beinahe ein sinnliches Event, den Ausdruck zu starten, die 4-10 Minuten zu warten, bis er endlich beendet ist und das hochwertige DIN A3plus Ergebnis in den Händen zu halten. Eine emotionale Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Es ist schon etwas anderes, im Internet einen Auftrag aufzugeben oder aber am Ergebnis selbst mitzuwirken. Also ich würde ihn wieder kaufen.
Meine Tipps zum 9500er:
* regelmäßig drucken, damit die Tinte nicht eintrocknet und der Drucker nicht so oft (automatisch) den Druckkopf reinigen muss. Das passiert bei seltener Nutzung intensiver und kostet im Endeffekt sogar mehr Tinte!
* Monitor kalibrieren.
* Nur zwei oder drei hochwertige Papiere benutzen und die Ausdrucke perfektionieren (ICM-Farbprofile).
* Immer eine Grautinte auf Vorrat halten (extrem hoher Verbrauch).
* Viel Zeit zum Einarbeiten mitbringen (Buchempfehlung: Fine Art Printing von Gulbins,Steinmüller).
* Beim Rahmen "Museumsglas" benutzen. Es reflektiert kaum. Man schaut wirklich einfach hindurch. Außerdem schützt es zusätzlich vor UV-Strahlung (Sonne/Leuchstoffröhren).