- Weitwinkel: der Weitwinkel ist nicht gerade das, was man von einem Fotoapparat gewohnt ist. Er ist aber auch nicht auffällig geringer als bspw. beim canon mvx25i. Der vorhandene Weitwinkel schränkt lediglich Aufnahmen im Innenbereich einer Wohnung ein, was sich aber, sofern Bedarf besteht, mit dem optional erhältlichen Canon Weitwinkelkonverter WD- H37c (altes Modell) und dem ebenfalls passenden günstigeren WD-H37 II (ca. 150 ¤ derzeit) ändern lässt. Die günstigeren WW- Konverter im Netz (Ebay bspw. 39 Euro) taugen wohl nicht viel, wohl aber der Raynox HD5050Pro (derzeit ca. 90 ¤), der mit seinem 37mm Gewinde sogar ohne Adapter angeschlossen werden kann sowie die WW- Konverter der 6000er und 7000er Reihe von Raynox, die geringeren Weitwinkel und damit weniger Verzeichnungen/Verkrümmungen verursachen, die aber nur mittels eines Adapterringes betrieben werden können. Hier gibt es im Slashcam-Forum einige hilfreiche Erfahrungsberichte, die eher zum Original tendieren. Nachteil eines WW- Konverters ist aber, dass der Instant Autofokus beeinträchtigt sein kann, da von dem Konverter teilweise verdeckt. So steht es zumindest in der Anleitung. Es bleibt aber der normale Autofokus, der ausreichend ist. Ich benutze den WD-H37II. Es handelt sich um ein im Verhältnis recht schweren Aufsatz, der den Camcorder bei der Benutzung deutlich nach unten zieht. Hier muss man den Handriemen sehr eng schnüren, damit das Filmen nicht zur Nervensache wird. Die Schwere spricht wohl für Qualität, macht aber das Leichtgewicht des Camcorders zu nichte, das Handling ist sehr ungewohnt. Der Unterschied mit WW- Konverter ist 37%. Problematisch ist der Umstand, dass der WW- Konverter dazu verleitet, Innenaufnahmen in kurzer Entfernung zum Objekt zu machen. Hier macht sich dann leider eine deutliche Linsenverkrümmung an den Rändern sowie leichte grünlich/violette Verfärbungen bemerkbar. Der WW- Konverter taugt daher nur für entferntere Objekte, was ihn meiner Ansicht nach letztlich aber überflüssig macht.
- Zoom: der optische Zoom ist mit 12fach ganz i.O. Auch hier bestht die Möglichkeit einen entsprechenden Konverter zu erhalten (Canon TL-H37) oder auch von Raynox den HD2200 (ca. 100 ¤) oder HD-7700 (ca. 300 ¤). Auf der Raynox-Homepage gibt es jeweils Beispiels- Bilder /Videos zum Download. Der Zoom lässt sich mit der rechten Hand am Gehäuse des HF100 mit der Zoomwipe bedienen. Hier besteht die Möglichkeit zwischen 3 Geschwindigkeitsstufen im Menü zu wählen oder wahlweise den Modus variabel einzustellen. Das ist sehr geschickt. Ebenso wie bei der Sony HDR-SR11/12 lässt sich der Zoom aber auch am Display bedienen. Hier zwar nicht am Display selber (da kein Touchpad), aber unterhalb des Displays mittels der beiden Tasten, die im Playbackmodus die forward/rewind-Funktionen ausüben, also die Pfeiltasten. Außerdem lässt sich der Zoom auch mit der sehr griffigen kleinen Fernbedienung bedienen, die man ohne weiteres in die linke Hand nehmen kann. Aber auch hier gibt es Nachteile. So wird in der Anleitung darauf hingewiesen, dass der Bildstabilisator u.U. nicht mehr so gut wie im 12fachen Zoombereich arbeitet. Das ist aber verständlich und wohl kein Nachteil, der vermeidbar ist. Denn selbst im Digitalzoombereich (30-200fach) fängt das Bild ein wenig an zu schwanken.
- Aufzeichnungsrate: der Camcorder zeichnet mit 17 MBit/s in der Sekunde auf, also so wie Sony HDR-SR11/12.
- 25p/50i: es besteht die Möglichkeit mit 25p (p steht für progessive, d.h. Vollbilder) oder mit 50i (interlaced, steht für Halbbilder) aufzuzeichnen. Ich hab aber gelesen, dass 50i besser zu benutzen ist, da es bei schnellen Bewegungen dann weniger Ruckler gibt. Den Vorteil von 25p sehe ich nicht. Er soll iVm dem Cinemodus einen Kinolook erzeugen (!?).
- Cinemodus: Im Kino-look-Modus legt sich ein leichter Schleier über das Bild, was sicherlich einen netten Effekt darstellt, aber die sonst kräftigen Farben des Bildes matter werden lässt. Für mich keine Option, weil ich mit der Einstellung kräftige Farben bei Tageslicht filmen möchte, um die Bildqualität auszuschöpfen. Kinofeeling bringt ja bereits das Format 16:9 mit sich.
- Akku: der Akku hält zwischen 50 und 80 Minuten. Es kommt wohl darauf an, wie viel man nebenher macht und v.a. in welcher Qualität man aufnimmt. Die optional erhältlichen kompatiblen Akkus haben alle den Nachteil, dass sie zum einen nur extern geladen werden können und zum anderen keine Batterie-Restlaufanzeige haben und wohl auch bei jedem An- und Ausschalten eine Fehlermeldung verursachen. Da die Preisunterschiede nicht so gravierend sind, wenn man bedenkt, dass man für eine kompatible auch immer noch ein Akkuladegerät benötigt und der Originalakku momentan 79 Euro + Versand kostet und ein ähnlich hochwertiger kompatibler mit 1780 MAh etwa 35 Euro (inkl. Ladegerät), so sollte man hier ruhig ein wenig investieren. Zu bedenken ist aber, dass der große Akku nur in schwarz erhältlich ist und sich nicht in den Camcorderrumpf einschmiegt, sondern nach hinten heraussteht. Dies stör nicht, da der Akku dennoch geringe Abmessungen hat, aber sieht nicht schön aus.
- Innenaufnahmen/Lowlight: ich bin begeistert von der Innenraumqualität. Der Automatikmodus erkennt das Kunstlicht und passt sich an. Sicher ist ein Bildrauschen hier bei schwachem Licht unvermeidbar. Mich stört der geringe Rauschteppich aber nicht, da der HF100 meiner Ansicht nach aus relativ dunklen Situationen ein absolut passables Maximum herausholt. Hier gibt es ohnehin gerade keine bessere Option. Für ganz dunkle Situationen gibt es eine sehr starke Lampe an der Front, die den Raum leicht bläulich einfärbt, was alle mal angenehmer ist als der Supernightshot Modus von Sony, bei dem die Gesichter merkwürdige Farben erhalten und die Farbumgebung vollständig grün wird. Sicher bringt Sony hier bewegungsfreundlichere Bilder zustande, da sich das Canonlicht nur für unbewegliche bzw. sich langsam bewegende Objekte eignet. Meiner Ansicht nach ist das Lowlightverhalten wirklich gut. Ich war zumindest positiv überrascht. Kein Vergleich bspw. zu dem Canon MVX25i.
- HDMI-Kabel: es wird kein Mini-HDMI Kabel mitgeliefert, sondern nur ein Component- Kabel. Hier muss man sich selber um ein solches bemühen, wenn man die Full-HD Aufnahmen am hd ready TV ausreizen möchte. Dieses kostet von HAMA in einschlägigen Elektronikmärkten 39,99 Euro, ist im Internet aber schon in passabler Qualität inkl. Versandkosten für 15,90 erhältlich (nicht von Hama, aber wohl gleichwertig). Benötigt wird ein sog. Mini HDMI Kabel A auf C. Ein solches Kable wird auch von Canon angeboten ( (HTC100), allerdings ist der Preis indiskutabel (ca. 60 ¤). Dass kein Mini HDMI Kabel beiliegt ist verständlich, wenn man den Preis solcher Kabel bedenkt. Sony liefert übrigens auch keines mit.
- Zum Bearbeiten der Videofiles: hier gibt es im Netz gute Alternativen. So kann man bspw. mit Konvertierungsprogrammen (bspw. Xilisoft HD Video Converter) die Files in ein Format konvertieren, das sich mit dem kostenlosen VLC Player oder dem KM-Plaxer abspielen lässt. Diese Software gibt es als Trial-Version kostenlos zum Download. Man kann hier auch die Qualität einstellen, in der man Konvertieren möchten also bspw. von 1920 in 720 Zeilen o.ä. Super einfach zu bedienen. Ansonsten benötigt man eine Software, die mit AVCHD arbeiten kann wie bspw. Nero 9.
- Speichermedium: im Gegensatz zur Hf10 hat die Hf100 keinen eingebauten Flashspeicher bzw. auch keine Festplatte. Für mich war eine Festplatte indiskutabel, da Festplatten sehr empfindlich sind und auch das Kopieren der Dateien via USB erheblich langsamer funktioniert als dies bei SDHC-Karten und einem SD-Kartenlesegerät funktioniert. SDHC ' Karten lassen sich leicht austauschen und sind heute schon sehr günstig erhältlich. Eine Class 6 Karte von Transcend mit 16 GB gibt es bei Amazon schon für 30,90 (Versand kostenlos). Hier lassen sich im 25p- Modus 2 Std und 6 Minuten aufzeichnen, was ausreichend ist. Sollte man aber ca. 60 GB an Speicherplatz benötigen, so ist die Anschaffung von 4 16GB SDHC- Karten immer noch günstiger als der Erwerb der HG20. Es funktionieren natürlich auch normale SD Karten, wobei diese oftmals langsame sind und in der Speicherkapazität nicht an SDHC Karten herankommen. Es handelt sich um dieselben Karten. Der einzige Unterschied: SDHC- Karten sind schneller und fassen mehr Speicherkapazität.
- Handling: ich habe große Hände und kann trotzdem wunderbar mit der HF100 arbeiten. Es lohnt sich also nicht nur wegen der Stabilität bspw. die HG20 anzuschaffen, da die HF100 auch in großen Händen sich gut in die Hand einschmiegt.
- Fotomodus: die Bilder sind gut. Es gibt diverse Einstellmöglichkeiten, auch Dualshot (ohne Blitz!). Die Bilder sind auf einem 22 Zoll TFT noch sehr scharf. Es ist lediglich ein geringes Rauschen zu erkennen. Die Bilder haben kräftige Farben. Ich war von der Qualität beeindruckt, wenn ich auch das Bildrauschen bei Ansicht auf einem LCD nicht verschweigen möchte. Sonys interpolierte (!) 10,2 MP liefern meiner Ansicht nach keine wesentlich besseren Bilder, es gibt im Netz diverse Beispielfotos. Außerdem: macht nicht den Fehler und versucht ein All- in- One- Gerät zu kaufen, da jede 100 Euro Digitalkamera bessere Bilder macht (!). Das ist leider so.
- Filmmodus/Filmqualität: es gibt wirklich viele Einstellmöglichkeiten, um in jeder Situation das beste Bild zu erhalten.
Lesen Sie weiter... ›