Die EOS 3 ist das perfekte Arbeitsgerät für den engagierten Amateur oder Semiprofi. Ihre gesamte Aussattung ist sehr sinnvoll und lässt wirklich nichts zu wünschen übrig: 45 Autofokus-Messfelder lassen Schärfeprobleme erst gar nicht auftauchen und machen das Fokussieren vor allem irsinnig schnell, was bei Verwendung von Canons USM-Objektiven noch einmal gesteigert wird. Auch die Belichtungsmethoden sind erstklassig: Mehrfeld-, Integral, Selektiv, Spot und sogar Multi-Spotmessung sind mehr als genug. Was mir als Dia-Fotografen sehr wichtig ist: Die Mehrfeldmessung tendiert nicht wie bei früheren EOS-Modellen (z. B. 100 und 1000FN) zur leichten Überbelichtung, sondern liefert knackig-korrekt belichtete Dias. Über den Sinn und Zweck der Augensteuerung mag man streiten, fest steht, dass dieses Feature bei der EOS 3 sehr ausgereift daher kommt, als Brillenträger gibt es jedoch schon mal Probleme. Meine Erfahrung: Man braucht diese Augensteuerung aber auch nicht ständig, sondern nur dann, wenn man ganz bestimmte Motivteile anvisieren will, die die herkömmliche AF-Steuerung vielleicht übergehen würde, z. B. bei tiefengestaffelten Motiven. Sie ständig zu benutzen, halte ich für unnötig. Ein ganz großes Lob gebührt der Ergonomie und Ausstattung, sowieso eine große Stärke von Canon-Kameras. Alles sitzt da, wo es hingehört und ist bequem und sinnvoll zu erreichen. Gerade Minolta-Umsteiger werden das begrüßen und eine EOS 3 nicht mehr aus der Hand lassen wollen. Sehr sinnvoll ist der Verzicht auf die Motivprogramme, auch wenn das Programmwahlrad der kleineren EOS-Modelle sicher auch super ist. Der Verzicht darauf zeigt, dass die EOS 3 schon in einer anderen Liga spielt. Canon-Kennern wird vielleicht auffallen, dass sie ganz ähnlich wie die Ur-Mutter aller EOS-Kameras, die T 90, daherkommt. Ich besitze beide Kameras und muss mich überhaupt nicht umstellen, wenn ich sie bei einem Fototrip beide benutze. Canon hat der EOS 3 nicht die 1/16000 sec spendiert und ich finde, das ist auch nicht nötig. Wann macht man schon mal Mitziehaufnahmen von Libellen ...? Es gibt wesentlich wichtigere Features, so z. B. die elektronische Abblendtaste, die man jederzeit drücken kann zur Kontrolle der Schärfeverteilung, die Custom-Einstellungen oder auch die einzelne Anwahl der Autofokusmessfelder. Ich besitze die EOS 3 jetzt seit 3 Jahren und ich kann nur sagen, sie ist ihr Geld wert. Man sollte sich jedoch den kleinen Luxus leisten und den extra Batteriehandgriff BP-E1 dazukaufen. Dieser erlaubt das Einlegen von 4 handelsüblichen Mignonzellen UND einer Lithium-Batterie. Man kann dann wahlweise auf diese oder jene Energiequelle umsteigen, was sehr praktisch ist. Ich benutze z. B. zumeist 4 Mignon-Akkus und schalte auf die teure Lithium Batterie nur dann um, wenn die Akkus leer sind. Auf diese Weise habe ich in 3 Jahren gerade erst die 2. Lithium-Batterie eingelegt. Was die Robustheit angeht, so braucht die EOS 3 auch keinen Vergleich mit der Profi-Klasse zu scheuen, das Gehäuse ist sehr stabil, das Bajonett selbstverständlich aus Metall. Alles in allem ist sie für mich die perfekte Kamera und da ich insgesamt schon 6 verschiedene Canon-Gehäuse besessen habe bzw. besitze, kann ich mir dieses Urteil wohl erlauben.