Als Amateur-Fotograf, aber Besitzer eines Canon EF 1:4,5-5,6 100-400, wollte ich ein Objektiv "für den Wald", das man mitnehmen kann, ohne einen Anhänger dafür zu benötigen: man schleppt nicht mehrere Kilo Objektiv "auf Verdacht" mit. Die Neuauflage des EF-S 55-250 schien eine gute Wahl.
Nach Studium verschiedener Kommentare im Netz à la "Merken und nie kaufen" orderte ich das Objektiv und machte mir die Mühe, eine Testserie zu schießen, in der beide Objektive gegeneinander antraten, einmal bei Blende 5.6, einmal bei Blende 22, jeweils bei 100, 200 und 250 Brennweite.
Das Ergebnis in Kurzform: ich behalte das Objektiv.
Das Ergebnis in Langform: dass das um den Faktor 6-7 teuerere EF 100-400 Kringel um das EF-S 55-250 drehen kann in der Bildschärfe, ist natürlich richtig. Aber das EF-S 55-250 macht immer noch scharfe Bilder, wenn man normale Amateur-Maßstäbe anlegt. Und ich kann bestätigen, dass das Bokeh wirklich attraktiv ist (schöner als beim EF 100-400).
Was ich nicht testen konnte, ist eine Alternative im Preisbereich zwischen den beiden Kandidaten. Ich kann nur sagen: wer mit Budget kaufen muss, kriegt mit dem EF-S 55-250 eine solide Ware fürs Geld, und wer sich's leisten kann, ein "Tele light" zusätzlich zum Profigerät zu kaufen, ist mit diesem extrem kompakten Objektiv gut dran für Gelegenheitsschnappschüsse.
Warum also keine 5 Sterne? Weil ich die Produktqualität bewertet habe und nicht die Preis-Leistungs-Relation. Die ist absolute Spitze.