Den vielen positiven Kritiken möchte ich mich durchaus anschließen. Das EF-S 17-55 2:8 IS USM besitz eine hervorragende Abbildungsleistung, einen sehr schnellen und präzisen AF, einen interessanten Brennweitenbereich, ist sehr lichtstark und verfügt zudem über einen guten IS, der entgegegen der Herstellerangabe aber meistens nur 2 Blendenstufen kürzere Verschlusszeiten ermöglicht.
Die Beschwerden über den Preis sind leider nicht nachvollziehbar und auch der Preisvergleich mit L-Objektiven hinkt gewaltig. Allenfalls ist ungefähr das EF 24-70 2:8 L USM mit dem "kleinen" EF-S-Pendant vergleichbar. Es hat einen Straßenpreis von 1.200 EUR, keinen IS und besitzt nicht die hohe Schärfeleistung im Randbereich (bezogen am Einsatz an einer APS-C). Man stelle sich vor, wie rapide der Preis steigen würde, wenn Canon dem L auch noch einen IS spendieren würde. 1.600 - 1.700 EUR sind sicherlich keine utopische Einschätzung, und würden das Objektiv doppelt so teuer erscheinen lassen. Demnach ist der Preis für das Gebotene des EF-S 17-55 2:8 IS USM gerechtfertigt. Zugegeben: Eine Gegenlichtblende, die herstellungsbezogen einen Cent-Artikel darstellt, sollte zum Lieferumfang gehören. So werden schnell noch einmal erneut 30-50 EUR (je nach Bezugsquelle) fällig.
Die Verarbeitung ist tadellos, Zoom- und Fokusring sind gut zu bedienen, es ist kein Spiel zwischen den Bauelementen festzustellen (entgegen dem deutlich günstigeren EF-S 18-55). Das es sich um keine "wetterfeste" Ausführung handelt, ist bei diesem Segment normal und bietet keinen Anlass zur Kritik. Die Staubanfälligkeit dürfte ab Modellen mit der beginnenden SN 4xxxxxx behoben worden sein, wenn man Insiderquellen vertrauen darf. Ich selbst hatte das Objektiv 3 Jahre im Einsatz und keinerlei Probleme.
Alles was ich schreibe, hört sich natürlich wie eine 5-Sterne-Bewertung an, aber was ich momentan bei der Ersatzsuche für mein bei einem Unfall zerstörtes EF-S 17-55 2:8 IS USM (dieses war hervorragend) bereits erlebt habe, rückt Canon in kein gutes Licht.
Mittlerweile habe ich heute das fünfte Exemplar erhalten und umgehend zurückgeschickt, da kein einziges Objektiv richtig justiert war. Jedesmal musste ich erneut eine starke Dezentrierung feststellen - entweder links oder rechts. Teilweise waren dadurch auch chromatische Abberationen derart unterschiedlich in den Bildbereichen, so dass sie (obwohl eigentlich einfach) nicht mehr digital in den Griff zu bekommen waren. Verschwanden blaue Farbsäume auf der linken Bildseite, so traten sie plötzlich rechts auf und umgekehrt auf(Lightroom und versuchsweise DPP). Dieses Verhalten ist ebenfalls auf starke Dezentrierung zurückzuführen, bei der die Lage Linsenelemente entweder nicht planmässig verläuft, oder die Linsenelemente nicht sauber mittig platziert wurden (die eigentliche Zentrierung).
Nicht, dass ich zu jenen Menschen gehöre, die im Randbereich die gleiche Auflösung wie im Zentrum erwarten, aber diese Exemplare waren einfach nicht zumutbar. Und es würde mich auch nicht wundern, wenn derzeit sehr viele Rückläufer wieder ihren Weg ins Verkaufsregal finden.
Scheinbar hat Canon wieder einmal nicht die Qualitätscontrolle im Griff, wie es schon häufiger der Fall war, und auch andere Hersteller betrifft. Aus diesen Gründen gebe ich dem Produkt auch nur zwei Sterne. Es nützt nichts, wenn ein Produkt eigentlich hervorragend ist, aber derzeit die Chance nur sehr gering erscheint, ein solches zu erwerben.