Auf der Suche nach einer sehr kompakten Kamera, die ich als Ergänzung zu meiner EOS 550D nutzen will (wenn die 550D zu groß oder nicht erlaubt ist), bin ich nach längerer Suche bei der Ixus 115 gelandet. Sie entspricht im Großen und Ganzen meinen Vorstellungen: Klein und kompakt, weniger als 12 MP, 28 mm Weitwinkel, Offenblende F2.8 im Weitwinkel, Optischer Bildstabilisator, HD-Video. Die Bildqualität sollte natürlich auch nicht schlecht sein.
Lieferumfang
* Akku (Li-on 760 mAh)
* USB-Kabel, Cinch-Kabel
* Handschlaufe
* Handbuch, Handbuch- und Software-CD
Verarbeitung und Größe
Die Ixus 115 HS ist sehr klein und kompakt und besteht nahezu komplett aus Metall. Die Kamera wirkt sehr wertig und stabil. Trotz der kleinen Größe liegt sie noch akzeptabel in der Hand.
Bedienung
Die Ixus bietet wie die meisten Kompaktkameras kaum direkte Wahltasten. Dadurch muss man die meisten Einstellungen tief im Menü suchen. Direkt über das Steuerkreuz lassen sich nur die Belichtungskorrektur, der Blitz, das Display und der Fokusmodus aufrufen. Ein sehr gutes Feature für alle Filmer: Videos lassen sich aus dem Fotomodus über einen extra Button sofort starten. Der Play-Modus sowie das Menü können ebenfalls über Tasten aufgerufen werden. Die Tasten selbst sind alle sehr klein - für große Hände zu klein. Eine entspannte Bedienung dürfte für viele dadurch kaum möglich sein. In Anbetracht der Tatsache, dass die Kamera sehr kompakt ist und große Tasten kaum zu realisieren sind, möchte ich dies allerdings nur als kleinen Kritikpunkt werten. Mangels Einstellungsmöglichkeiten werden die Tasten sowieso weniger bedient.
Anschlüsse, Akku und Blitz
An der Seite befinden sich, versteckt hinter einer Schutzkappe, ein USB- und ein HDMI-Port. Über den USB-Port wird das mitgelieferte USB zu Cinch-Kabel angeschlossen. Der Akku reicht in etwa für 200 Fotos und ein paar Minuten Video: Das ist für längere Ausflüge gerade noch ausreichend. Der Blitz lässt sich automatisch, eingeschaltet und mit Langzeitsynchronisierung betreiben. Außerdem kann er natürlich abgeschaltet werden. Die Ausleuchtung der Fotos ist gleichmäßig.
Geschwindigkeit
Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist bei einer Kompaktkamera die "Schnappschusstauglichkeit". Hier kann die Ixus 115 absolut überzeugen. Vom Einschalten bis zum ersten Bild vergehen etwa zwei Sekunden. Dieser Wert kann sich genauso wie die Fokussierzeit sehen lassen. Im Weitwinkel ist das Bild nach ca. 0,3 Sekunden scharf gestellt, im Telebereich dürften ca. 0,5 Sekunden vergehen. (ein Motiv mit ausreichend Kontrast vorausgesetzt)
Display
Das Display bietet mit 3 Zoll und 230.000 Subpixel (also 76.800 Pixel) Standardkost in der Einstiegsklasse der Kompaktkameras. Die Bildqualität ist dementsprechend (allenfalls) ausreichend. Zur Bildkontrolle (Play-Modus) muss man weit ins Bild zoomen. Grundsätzlich ist das Display allerdings gerade noch akzeptabel. Andere Hersteller bieten in diesem Preisbereich bereits 460.000 Subpixel, Canon muss hier aufholen. (Vermutlich nur eine Frage der Gewinnmarge)
Bildstabilisator
Ein Bildstabilisator ist von großem Wert, wenn ein Bild etwas länger belichtet werden soll. Deshalb besitzen so gut wie alle Kompaktkameras - die absolute Einstiegsklasse mal ausgenommen - eine Möglichkeit zur Bildstabilisierung. Im Test konnte der Bildstabilisator etwa zwei Blenden ausgleichen. Dies bedeutet, dass nach der Formel für die Freihandgrenze (1/Brennweite) die Brennweite zweimal halbiert werden kann. Bei 28 mm Brennweite ist eine Belichtungszeit von ca. 1/7 Sekunde notwendig, damit das Bild scharf wird. Im Vergleich zu anderen Kameras arbeitet die Bildstabilisierung durchschnittlich. Bessere Systeme erreichen drei bis vier Blenden.
Bildqualität Foto
Als erstes möchte ich die Ergebnisse einiger theoretischer Tests nennen. (Anmerkungen: Ohne Hilfsmittel lässt sich keine Laborgenauigkeit erreichen, eine Tendenz ist aber in jedem Fall erkennbar)
Verzeichnung und Vignettierung:
In der Regel ist die Verzeichnung und Vignettierung nur bei Objektiven mit extremen Werten problematisch. (z.B. bei Superzooms oder sehr lichtstarken Objektiven)
Da die Ixus weder einen großen Brennweitenbereich besitzt, noch sehr lichtstark ist, sollten - bei ordentlicher Arbeit der Ingenieure - keine Probleme auftreten. In der Praxis sieht es dann auch so aus: Bei 28 Millimeter Brennweite, also dem maximalen Weitwinkel der Ixus, gibt es nur eine minimale Verzeichnung. Ohne Testbild würde diese niemandem auffallen. Auch bei 112 Millimeter, der maximalen Brennweite, ist die Verzeichnung äußerst gering.
Die sehr guten Ergebnisse gelten auch für die Vignettierung (Abschattung des Bildrandes = Eckenabdunkelung). Nur der "Testchart" offenbart eine geringe Vignettierung. In der Praxis fällt diese überhaupt nicht auf.
Schärfe:
Viele Kompaktkameras leiden an einem starken Schärfeverlust am Bildrand. Auch bei der Ixus kann man einen kleinen Schärfeabfall erkennen, dieser ist jedoch sehr gering und liegt im unkritischen Bereich. (Der Schärfeverlust kann von Modell zu Modell variieren!)
ISO-Test:
Die Testbilder können überzeugen: Der Rauschfilter hat das Bildrauschen gut im Griff, trotzdem wird das Bild wird nicht zu Tode geglättet. Ein leichter Texturverlust ist bei ISO 400 und ISO 800 erkennbar, aber das Bild ist keinesfalls matschig. Erst ab ISO 1600 werden die Texturen nur noch grob aufgelöst. Für eine Kamera dieser Preisklasse ist das Ergebnis durchaus beachtlich. Der HS-Sensor leistet gute Arbeit.
Bildqualität Video
Die Ixus 115 bietet als eine der ersten Kompaktkameras unter 200 Euro eine Videoaufnahme mit Full-HD-Auflösung (1920x 1080) an. Außerdem möglich: Die kleine HD-Auflösung (1280x 720), die über viele Jahre standardmäßige SD-Auflösung (640 x 480) und Super-Slow-Motion Videos (640 x 480 bei 120 Fps, 320 x 240 bei 240 Fps).
Die Bildqualität der Videos ist sehr gut. Da die Kamera keinen permanenten Autofokus bietet (es wird einmal vor dem Auslösen fokussiert), sollte man den Objektabstand während dem Filmen ungefähr einhalten. Auch der optische Zoom funktioniert im Videomodus nicht. Der Digitale Zoom ist eine rein elektronische Vergrößerung und dessen Einsatz nicht zu empfehlen. (Anmerkung: Bei der Ixus 220 HS sind Autofokus und optischer Zoom aktiviert. Besitzer der 220 HS bemängeln allerdings sowohl die Geschwindigkeit des AF, als auch dessen Geräusche. Das beide Features bei der Ixus 115 HS deaktiviert wurden, muss also nicht zwangsläufig ein Nachteil sein). Bei schnellen Schwenks ist auf den Videos der Rolling Shutter-Effekt sichtbar. Das bedeutet, dass eigentlich gerade stehende Gegenstände scheinbar in Schwenkrichtung umfallen. Dieser Effekt resultiert aus der CMOS-Technologie und kann nur durch langsameres Schwenken abgemildert werden. Die Slow-Motion-Videos der Ixus 115 HS sind wegen ihrer geringen Auflösung lediglich eine Spielerei.
Videomodi:
Auflösung Bilder
pro Sekunde Bitrate benötigte Speicherkarte
1920 x 1080 24 ~ 34 MBit/s Class 6
1280 x 720 30 ~ 23,5 MBit/s Class 4
640 x 480 30 ~ 10 MBit/s Class 2
320 x 240 30 ~ 2,5 MBit/s Class 2
640 x 480 120 ~ 10 MBit/s* ca. Class 6
320 x 240 240 ~ 2,5 MBit/s* ca. Class 4
Anmerkung *: Die Datenrate der verlangsamt abgespielten Videos liegt bei dieser Bitrate. Während der Aufnahme wird diese deutlich darüber liegen. Vermutliche Datenrate falls eine identische Komprimierung wie bei 30 Fps verwendet wird: 40 MBit bei 640 x 480 und 120 Fps; 20 MBit bei 320 x 240 und 240 Fps.
Die Aufnahmedauer im Videomodus liegt laut Canon bei ca. 10 min bei (Full-)HD und ca. einer Stunde bei SD. Vermutlich (nicht geprüft) wird aber die Grenze von 29:59 Minuten nicht überschritten werden. Die Aufnahmedauer der Slow-Motion-Videos ist zeitlich eng begrenzt.
Die Größe der Videos pro Minute kann man durch folgende Formel errechnen: (Bitrate / 8) x 60 -> bei Full-HD sind das ~ 255 MByte/min
Ich habe die Ixus 115 HS mit einer SanDisk Ultra II (Class 4) 8 GByte getestet. Da die Ultra II trotz Class 4 mehr als 34 MBit/s schafft, waren Full-HD-Videos kein Problem. Trotzdem würde ich allen Käufern raten, mindestens eine Class 6 Karte zu kaufen.
Praxis
Ausgepackt, eingeschaltet, Foto gemacht. Mit der Ixus 115 HS Fotos zu machen ist sehr einfach und geht auch sehr schnell. Wie bereits im Punkt Geschwindigkeit erwähnt, ist sie schnell startbereit und auch der Fokus arbeitet zügig. Während der Fotograf im Automatikmodus kaum etwas einstellen kann (und damit auch kaum etwas "falsch"), bietet der Programmmodus zu mindestens rudimentäre Einstellungsmöglichkeiten: Belichtung, ISO und der AF-Modus sind darunter die wichtigsten. Über viele unterschiedliche Szenenmodi kann z.B. auch eine Langzeitbelichtung gemacht werden. Weniger sinnvoll, aber ganz spaßig: Miniatur- oder Fischaugen-Effekte. Etwas unverständlich arbeitet hingegen der Automatikmodus. Der ISO-Wert wird erhöht, ggleichzeitig aber der ND-Filter eingesetzt. Im Programmmodus wird die Blende so lange wie möglich offen gelassen, so muss es sein.
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