Der Canoscan 9000F ist das neue Flaggschiff der Canon Flachbettscanner. Die technischen Details zu dem Produkt lasse ich mal aussen vor, diese sind auf ausreichend vielen anderen Seiten zu finden.
Ich habe mir den Scanner gekauft, um meine alten Analog-Fotos zu digitalisieren. Da mir reine Filmscanner selbst als 5 Jahre alte Gebrauchtgeräte noch zu teuer sind (700-1000 Euro für ein vernünftiges Modell), habe ich mich für den 9000F entschieden, da ich diesen auch nach der digitalisierung der alten Fotos noch als "normalen" A4-Scanner nutzen kann.
Bisher habe ich 4 alte (Foto-)Filme digitalisiert und bin mit der Qualität mehr als zufrieden, für "normale" Fotos vom Urlaub/von Feiern etc. ist die Leistung des Scanners mehr als gut. Ob der Scanner im Bereich der "künstlerischen Fotografie" ausreicht, kann ich nicht beurteilen, wahrscheinlich sind Scans vom 35mm Negativ nicht wirklich auf mehr als Din A4 zu vergrößern (kann aber auch am Filmmaterial liegen, das hat ja auch eine entsprechende Körnung).
Der Scanner hat gegenüber reinen Filmscannern auch den Vorteil, dass die Fotos selbst gescannt werden können (falls man das Filmmaterial nichtmehr hat), auch dies funktioniert sehr gut.
Alles in Allem sollte man für die digitalisierung seiner Analogen Fotosammlung schon einen guten Scanner kaufen, diese Aufgabe erfüllt der 9000F sehr gut.
Einziges Manko ist die Aufteilung des Filmhalters, dieser fasst 2 Negativ-Streifen a 6 Bildern, leider schneiden die meisten Fotolabore die Streifen nach 4 Bildern ab. Durch diese Aufteilung schafft man (ohne seine Filmstreifen zu zerschneiden) im Regelfall max. 8 Bilder auf einmal (anstatt der angegebenen 12), da aber die Scanzeit weit größer ist, wirkt sich die Wechselzeit nicht so stark auf den gesamten Zeitaufwand aus.
Die angegebene Geschwindigkeit für Filmscans ist wie immer reine Utopie (wer scannt schon negative mit 1200 dpi ohne Kratzer-/Staubentfernung, das ist nicht praxisnah).
Mein Rechner verfügt über einen Quadcore mit 4x3,2 Ghz und 4 GB Ram, ein Filmscan eines Negativbildes mit 4800 dpi und mittlerer Kratzer-/Staubentfernung dauert rund 4 Minuten (bei 8 Bildern also rund 32 Minuten für einen Durchgang). Dieser Wert ist aber für das dahinterstehende Ergebnis meiner Meinung nach nicht schlecht (zumal man in der halben Stunde dann ja auch was anderes machen kann).
Ein kurzer Satz noch zur Software, mit Adobe Photoshop Elements 8 und Silverfast liegt dem Scanner sehr hochwertige Software bei, die auch das letzte Quentchen Leistung aus dem Scanner herausholen kann, aber auch der Original-Treiber macht seine Arbeit sehr gut (wobei ich bisher immer den normalen Scanner-Treiber verwendet habe, anstatt Silverfast, die Arbeit mit den Silverfast-Einstellungen mache ich mir nur bei besonderen Fotos).
Nachtrag: Mittlerweile habe ich auch einige alte Kindheitsfotos (von denen die Negative natürlich nichtmehr existieren) eingescannt und auf 10x15 cm ausbelichten lassen. Die neu ausbelichteten Fotos sind !besser! als die eingescannten Originale (wobei ich für die Überarbeitung mit Photoshop Elements max. 30 Sekunden pro Bild benötigt habe). Wie auch schon bei den Negativ-Scans ist die Qualität bei Foto-Scans sehr gut (subjektiv, natürlich nicht im Labor gemessen).