Den Kauf einer "Digitalen" habe ich lange hinausgezögert. Das entscheidende Argument hat die 300 D schließlich mit ihrem Preis und der Weiterverwendbarkeit meines alten Objektivparks gegeben.
Wer jemals - so wie ich - eine EOS-SLR aus dem Analogbereich sein Eigen nannte und damit zurechtkam, findet sich auf der 300D sofort zurecht. Auf Anhieb gelingen gute Bilder. Den Stern Abzug - eigentlich nur ein halber Stern angesichts des günstigen Preises - gibt's für restriktive Firmware: Die drei Meßmodi für die Belichtung sind nicht frei wählbar, sondern an die Programme gekoppelt, was manchmal doch sehr unglücklich ist. Das Kunststoffgehäuse kann man verschmerzen, wenngleich die Magnesiumgehäuse der "größeren" eben doch deutlich solider sind.
Die Serienfolge von 4 Bildern am Stück ist für Sportfotografen nicht brauchbar, da kann die EOS 10D schon deutlich mehr. Wer's aber nicht braucht, kann's verschmerzen! Vorsicht beim Rumspielen mit dem Weißabgleich (der automatische ist fast immer beste Wahl), man kann sich halt doch noch einiges kaputtexperimentieren, was man erst später auf dem heimischen Bildschirm im Großformat sieht... Meinem Eindruck zufolge neigt die Kamera zu minimalem Unterbelichten. Farbwiedergabe ist sehr gut! Achtung: Parameter 1 (Standardeinstellung)ist nicht neutral, sondern setzt Kontrast, Sättigung und Nachschärfen auf +1, da muß man schauen, ob es dem eigenen Geschmack entspricht. Weiterführender Tip: Im Internet bringt die Suche nach "Digital Rebel" und "Tricks" viele Hilfen gerade für Digital-Newies. Fazit: Wer eine alte EOS mit vielem Zubehör sein Eigen nennt und deshalb bisher zögerte, der kann bei der 300D beruhigt zugreifen. Er wird es nicht bereuen.