Anfang des Jahres 2010 veröffentlichte Ke$ha ihr Debut Album "Animal" mit der dazugehörigen weltweiten Erfolgssingle "Tik Tok". Dabei war es nur eine Frage der Zeit bis die 23 jährige das nächste Release vorbereitet hatte, welches mit "Cannibal" seit dem 19. November parat steht. Allerdings ist "Cannibal" kein wirklich neues Album, sondern mit 9 Tracks nur eine EP, die ursprünglich als Bonus Disc für den Re-Release bzw. die Deluxe Edition von "Animal" geplant war, nun aber auch einzeln ihren Weg in die Plattenläden gefunden hat. Natürlich waren hier u. a. wieder Dr. Luke, Benny Blanco, Max Martin und Co. am Werk um die EP mit den notwendigen Instrumentalen auszustatten.
Ke$ha legt zu Beginn gleich mal los wie die Feuerwehr. Der Titeltrack "Cannibal" hämmert mit harten Beats auf uns ein und erinnert teilweise so ein wenig an Kelis's "Accapella", wohingegen die Single "We R who we R" einen eingängigen, bestens zum mitgröllen geeigneten Track darstellt. "Sleazy" wuchtet sich mit mörderischen Bässen seinen Platz frei und könnte von seinem Stile her in Richtung Rap charakterisiert werden. Weiter geht es mit "Blow", einem typischen Electropop Song, der zwar durchaus zum tanzen einläd, aber im ganzen Mainstream Einheitsbrei nicht besonderlich heraussticht. Bei "The Harold Song" lässt die Sängerin ein wenig "ruhigere" Töne angehen. Zwar bumpt der langsamer Beat dennoch kraftvoll, aber die gut ausgewählten Melodien sowie Ke$ha's gefühlvollere Seite geben dem Track einen relaxten Ausgleich. Vollgepackt mit vielen schrägen Synthes und bunten Computerspielmelodien trabt "Crazy beautiful life" voran, allerdings fehlt dem Song einiges an Power und Pepp. Die Fortführung macht zugleich "Grow a pear", ein annehmbarer Standard Song den man von Ke$ha erwart, wäre da nicht die große Ähnlichkeit zu "Tik Tok", sodass sich dieser Track wie eine Art Klon anhört. "C U next tuesday" ist dahingegen ein freshe Dance Nummer mit einem gewissen Grad an Atmosphäre und schön verspielten Melodien. Das Ende von "Cannibal" besiegelt der Billboard Remix zu "Animal", dessen Originalversion ja bereits aus dem gleichnamigen Debut Album bekannt ist. Während das Original noch ein fetziger Electro-Kracher war, schraubte man für diesen Remix das Tempo ziemlich herunter, aber ich muss sagen, dass mir diese Version durchaus besser gefällt und "Cannibal" ein wenig mehr Tiefe verleiht, die vom Gesamteindruck her aufgrund der wenigen Abwechslung fehlt.
Ke$ha knüpft mit Ihrer EP "Cannibal" eigentlich da an wo sie mit "Animal" aufgehört hat. Die Produktionen garantieren sicher kurzweiligen Spass, aber insgesamt fehlt es der ganze Platte an neuen Ideen und Kreativität, wie auch schon beim Debut Album. Miss Sebert selbst hat ab und an mit den Defiziten an ihrer Stimme zu kämpfen oder man verwendet zu viel Auto-Tune. Wer was zum feiern für die nächste Party sucht oder im Auto mal so richtig dick die Anlage aufdrehen will, hat mit "Cannibal" sicher keinen Fehlgriff gemacht, aber alle anderen werden wohl ins Leere schauen bzw. diesen Release als eine Durchschnittsplatte ansehen, dessen Songstrukturen im Radio und TV rauf und runterlaufen.
PeAcE