50Cent mag ein Hype sein. Im Gegensatz zum deutschen Musikmarkt, in dem "hype" meist ein Synonym für "grottenschlecht" ist, trifft dies für amerikanische und englische Künstler nur bedingt zu. Die musikalische Substanz ist bei 50 Cent definitiv gegeben.
Da macht auch der Song "candy Shop", auch wenn er nicht zu den besten Veröffentlichungen des Künstlers zählt, sicher keine Ausnahme. Dennoch geht der Kommerz etwas zu weit, man hört sich in der Tat an dem Song sehr schnell ab.
Bedauerlich: 50 Cent steht trotz der gebotenen musikalischen Qualität für eine unschöne Entwicklung des Genres, die sich durch eine Beliebigkeit der textlichen Aussagen auszeichnet und durch sexistische Dümmlichkeit glänzt. Was bei mancher Rockband nicht weiter auffällt, ist doch ein Armutszeugnis für ein musikalisches Genre, dessen Existenzberechtigung auf dem geschickten und intelligenten Spiel mit Worten beruht.
Wenn Worte Waffen sind, ist 50 Cent ein stumpfes Messer, das man auch Erstklässlern beruhigt in die Hand geben kann. Anstößigkeit ist hier reine ökonomische Berechnung, Imagepflege ist alles und dahinter: ist nichts.
Tatsächlich sind Machoattitüde, Sexismus und die Geschichten vom bösen Mann hier nur noch sich selbst genug und dienen nur einem Zweck: eine Identifikationsfigur für 14-jährige zu kreieren zwecks wunderbarer Vermehrung von Einnahmen. Durchaus traurig. Solange sich dies jedoch auf diesem musikalischen Niveau abspielt, gibt es dennoch keinen trifftigen Grund für einen Verriss.
Gerade noch 4 Sterne.