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Candid [Taschenbuch]

Voltaire
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150065496
  • ISBN-13: 978-3150065495
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,6 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 43.968 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buchrückseite

»Auf Leibniz also zurückzukommen, kann ich der Thedicce, dieser methodischen und breiten Entfaltung des Optimismus, in solcher Eigenschaft, kein anderes Verdienst zugestehen, als dieses, daß sie später Anlaß gegeben hat zum unsterblichen "Candide des großen Voltaire".

Arthur Schopenhauer

Über den Autor

Voltaire, eig. François-Marie Arouet, geb. 1694 in Paris, besuchte dort das Jesuitenkolleg Louis-le-Grand und fand nach Abschluß seines Studiums bald Zugang zu aristokratischen freidenkerischen Kreisen. 1717 brachte ihm eine Satire auf Ludwig XIV. ein Jahr Haft in der Bastille ein. Später mußte er seines Freidenkertums und seiner aufklärerischen Schriften wegen mehrfach Paris verlassen. In England und auf dem Schloß einer Freundin in der Champagne fand er Asyl. 1750 folgte er einer Einladung an den Hof Friedrich des Großen, wurde aber drei Jahre später in Ungnade wieder entlassen. Er starb 1778 in Paris.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir müssen unseren Garten bestellen, 21. Mai 2008
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
so die letzten Worte von Candide im längsten Roman von Voltaire. Candide gibt damit Antwort auf Pangloß' letzte - in Anbetracht der erlebten schlechten Umstände - ironischen Ausführungen über "die beste aller Welten", die soviel Überraschungen hervorbringt, wenn man sich nur hinter dem Ofen hervorwagt. 1759 kommt dieses Werk an die Öffentlichkeit, in einem Jahrhundert, das den 7-jährigen Krieg (1756-63) noch nicht beendet sieht, dem Lissabon (1755) durch Erdbeben und Feuer zum Opfer zu fallen droht und in dem die Fragen der Theologie und der Philosophie neu zu bestimmen sind. Naturwissenschaft und Empirie dominieren den Glauben hin zur Vernunft und doch scheint nur das wirklich, was auch Tatsache ist. ("Nur das, was man selbst erlebt hat, kann man verstehen.") Voltaire lässt seinen Helden Candide (wie auch Eichendorff seinen Taugenichts) durch die Welt sausen, Zufall und Notwendigkeit (als zureichender Grund nach Leibniz) steht allerorts Pate für die nächsten Wege und ganz beiläufig erkennt man die Wirren der Zeit in den unterschiedlichen und doch verflochtenen Kontinenten. Die Figuren sind wie in einem Marionettentheater aufgestellt, Voltaire lässt sie kommen und gehen, ganz nach belieben, der Tod kann diesen nun wirklich nichts. Über allem schwebt als helfende Hand und als begleitender Berater Pangloß, der große Philosoph aus dem frühen Westfalen, der gleichzeitig Erzieher von Candide war.
Voltaire beginnt hier vielleicht ohne Absicht den Weg der Aufklärung. Mit dem Erdbeben in Lissabon ist der Glaube an die Kirche nicht mehr gefestigt. Ein Totenmeer von über 30.000 Menschen lädt ein zum Zweifel und der Gedanke, die Vernunft und das Erfahrene zu priorisieren, nimmt beständig zu. Daher lässt Voltaire seinen Protagonisten Candide Menschen "an sich" nur im Überfluss (Schönheit und Luxus für Alle!) im Eldorado erleben, Menschen, die ihren Reichtum mit Ehre tragen und diesen nicht als zureichenden Grund für Missgunst sehen. Alle Liebe Candides jedoch gilt Kunigunde, seiner noch im Geiste schönen Geliebten, die er bereits in Westfalen küsst und damit Anlass für ihren Vater bietet, ihn mit Fußtritten in die Welt zu jagen. Nichts hält ihn auf, immer ist sein Optimismus in der besten aller Welten nach Pangloß so groß, dass sein Glaube, Kunigunde wieder zu treffen, niemals schwindet. Alles wird gut, alles ist gut - dieses an Leibniz angelehnte Motto schwebt über allem, als Anweisung und als Ironie, wo doch die Welt im Erleben Candides mehr und mehr aus den Fugen gerät. Am Ende treffen sie (Candide und Kunigunde) sich und finden zusammen, doch nicht wie im Märchen, sondern eher ohne Reichtum, in schnörkelloser nur puristischer Schönheit aber mit viel Arbeit. "Die Arbeit hält drei große Übel von uns fern: die Langeweile, das Laster und die Not." Damit ist für Voltaire und Candide klar, dass eben der Garten des Lebens für jeden zu bestellen ist, um zur besten aller Welten zu werden.

Voltaires Übertreibung und Beliebigkeit aller Dinge und Erlebnisse ist ein Seitenhieb auf die Leibnizsche Theodizee und eine satirische Annäherung an dessen "beste der möglichen Welten" (meilleur des mondes possibles). Fest steht der Seitenhieb auf die Gesellschaft: Diese beste Welt ist einzig bei unzivilisierten Naturvölkern zusammen mit Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, selbst das Völkerrecht hat sich scheinbar dorthin geflüchtet. Die Welt daheim ist schlecht, der Mensch des Menschen Feind, die Gesellschaftsordnung ungerecht, die Herrscher bösartig, die Religion in den Händen raffgieriger und mordbrennender Kirchenleute.

Conclusio: der große Roman Voltaires, wunderbare Zeitgeschichte, absolut lesenswert.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von einem der auszog... 30. Juli 2009
Von Melville
Voltaires bekanntestes und wichtigstes Werk entstand als Reaktion auf das Lissaboner Erdbeben von 1755, das Zehntausende Opfer forderte, und die infolge dessen aufkommenden Zweifel über Gott, Kirche und nicht zuletzt die damals sehr weit verbreitete Theorie aus der Schule Leibniz', die besagt, daß diese unsere Welt die beste aller möglichen Welten ist, daß alles so wie es ist eben auch gut ist.

Voltaire, dem diese höchst optimistische Weltanschauung zuwider war, nahm sich ihrer mit seinem Roman "Candid" an, übersteigert sie, konfrontiert sie mit der wirklichen Welt und zeigt so schonungslos und doch immer amüsant und klug ihre Grenzen auf.

Candid, der titelgebende "Held" des Romans, ist naiv, gutgläubig, erzogen im Hause eines Barons, unterrichtet von Pangloß, dem "größten Philosophen des Landes", einem Verfechter der "beste aller Welten"-Theorie.

Nach einem Kuss mit der schönen Kunigunde wirft man Candid hinaus. Aller Reichtümer, seiner Unterkunft und jeglicher Nahrung beraubt, zieht er gezwungenermaßen in die Welt hinaus. Sein Ziel ist klar: Kunigunde wiederfinden.

Es folgt eine Odyssey, durch halb Europa, bis hinein in die arabischen Länder. Voltaire setzt seinen Figuren hierbei sehr zu. Nahezu jedes Leid, jedes Unglück, das einem zustoßen kann, widerfährt im Laufe der Handlung Candid, Kunigunde, Pangloß und all den anderen. Sie erleben die Welt, wie sie wirklich ist, fernab aller Utopien wie sie Pangloß beschwört. Die Menschen, auf die sie treffen, sind Mörder, Vergewaltiger, Diebe und Strolche, nahezu alle moralisch verkommen.

Zum Ende hin kommen Candid erhebliche Zweifel an der besten aller Welten, und selbst Pangloß, inzwischen eines Auges und Ohres beraubt, verbrannt, gehenkt, bei lebendigem Laib seziert und wieder von den Toten auferstanden, fehlen die Worte.

Was sich nach schwerer Kost anhört, ist stattdessen immer höchst unterhaltsam und amüsant. Voltaire verdeutlicht die Absurdität der Welt, des Menschseins, der besten aller möglichen Welten gekonnt mithilfe von grandioser Satire und scharfer Beobachtungsgabe. Die Geschichte ist bitterböse, oft makaber, und doch immer unglaublich komisch. Man schämt sich fast, angesichts der brutalen und tragischen Handlung, und muss doch ständig auflachen, so dumm ist das alles, vor allem das gelungene Ende.

"Aber zu welchem Zweck ist die Welt geschaffen worden?" fragte Candid. "Um uns rasend zu machen", antwortete Martin.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsant 17. August 2007
Voltaire, ein wirklich großer Name der Weltliteratur. Man zollt Ihm Respekt wie Goethe oder Shakespeare unabhänig davon ob man selbst schon etwas von Ihm gelesen hat. Dem wollte ich Abhilfe schaffen und endlich wissen ob Er die Verehrung verdient die Ihm zu teil wird. So bin ich also auf Candid gestoßen und bin mehr als begeistert. Candid kommt locker leicht daher und besticht durch eine ungezwungene Sprache sowie herrlich sarkastische Anspielungen, die sich durch das gesamte Werk ziehen. Eigentlich ist es eine einzige, große Komödie. Ich für meinen Teil kenne kein anderes Buch welches auf seine Art so urkomisch ist und dennoch unsere Gesellschaft in so unverschämter Weise karikiert. Einfach wunderbar
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