Rezension zu: "Canaris" ( D 1954 )
Zum historischen Hintergrund:
Admiral Wilhelm Canaris (1887-1945) war ein deutscher Berufsoffizier und während der Zeit des Nationalsozialismus von 1935
bis 1944 Leiter des Amtes Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht.
Canaris, wurde im Ersten Weltkrieg unter anderem als Agent und U-Boot-Kommandant eingesetzt. Als Leiter des militärischen
Nachrichtendienstes -während der Zeit des Nationalsozialismus- unterstützte Canaris zahlreiche konservative Widerstands-
kämpfer und war zwischen 1938 und 1940 an Umsturzplänen beteiligt. In das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler war
Canaris nicht direkt involviert.
Bei Untersuchungen der Geheimen Staatspolizei wurde Canaris' Kontakt zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus bekannt.
Canaris wurde daraufhin verhaftet und Anfang April 1945 von einem SS-Standgericht im Konzentrationslager Flossenbürg (bei
Weiden in der Oberpfalz) zum Tode verurteilt und gehängt.
Zum Film:
Deutschland im Jahre 1938:
Admiral Wilhelm Canaris (O. E. Hasse) ist Chef der deutschen Abwehr in Berlin. In dieser Machtposition hat er einen
gefährlichen Gegner, nämlich Reinhard Heydrich (Martin Held), Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Heydrich strebt an,
die Abwehr unter die Kontrolle des Reichsicherheitshauptamtes und damit unter die Kontrolle des SS zu stellen. Canaris, der
dem Nationalsozialismus eher reserviert gegenübersteht, durchschaut Hitlers Expansionspläne, muss aber schließlich erkennen,
dass der Zweite Weltkrieg nicht mehr aufzuhalten ist. Er erkennt immer mehr die Unmenschlichkeit des Hitler-Regimes und
beginnt daran zu zweifeln. Canaris knüpft Kontakte mit den zivilen und militärischen Widerstandsgruppen und sucht
Unterstützer im In- und Ausland. Nach dem missglückten Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 wird Canaris seines Amtes enthoben.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wird Wilhelm Canaris wegen seiner Verbindungen zu den Attentätern hingerichtet.
Zur Bewertung:
"Canaris" ist eine deutsche Filmbiographie aus dem Jahr 1954, in dessen Mittelpunkt Admiral Wilhelm Canaris, der Leiter des deutschen Militär-Geheimdienstes während des Zweiten Weltkriegs, steht.
Thematisiert wird in diesem Spielfilm die Gegnerschaft/Feindschaft zwischen Canaris und Heydrich. Als Grund wird genannt, dass Heydrich und damit die SS, die Kontrolle über die deutsche Abwehr übernehmen wollten. Das ist sicherlich richtig, es gibt aber einen weiteren Grund.
Reinhard Heydrich (1904-1942) war ursprünglich Marineoffizier und versprach, als Oberleutnant zur See, einer Frau die Ehe. Dieses Heiratsversprechen brach er und wurde deswegen 1931 vor ein Ehrengericht der Marine gestellt und unehrenhaft aus der Marine entlassen. Heydrich wurde überzeugter Nationalsozialist und machte schließlich in der SS rasch Karriere.
Heydrich und Canaris unterhielten -während der Zeit des Nationalsozialismus- anfangs nach außen hin ein freundschaftliches Verhältnis und trafen sich jeden Morgen zum gemeinsamen Ausritt. Hinter den Kulissen versuchte jedoch jeder den anderen auszuschalten: Heydrich ließ Canaris' Diensträume verwanzen, Canaris ließ nach Belegen für Heydrichs angebliche jüdische Abstammung suchen.
FAZIT:
Die historische Rahmenhandlung dieses Spielfilms entspricht den Tatsachen. Wie in den 50er-Jahren üblich, musste aber eine Liebesgeschichte mit "eingebaut" werden.
Trotzdem ist dieser Spielfilm spannend und gut umgesetzt worden. Auch spielen viele damals bekannte Schauspieler mit: O. E. Hasse, Barbara Rütting, Adrian Hoven, Martin Held, Wolfgang Preiss, Charles Regnier u.v.a.
Dieser interessante Film ist auch heute noch absolut sehens- und empfehlenswert.
Die Bild- und Ton-Qualität [schwarz-weiß; Filmlänge ca. 112 min] ist sehr gut