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Diese Finnen, diese Finnen! In ewiger Lichtlosigkeit dahindämmernd, stets am Rande der Selbstauslöschung, häufig kann nur der Griff zur Flasche die finstersten Anwandlungen abwenden -- und dann solch ein Humor. Schon Finnlands Nationaldichter Arto Paasilinna (Der wunderbare Massenselbstmord), hat in seinen Grotesken bewiesen, wie man nationale Schwermut in literarischen Galgenhumor ummünzt. So auch Raittila und sein schrulliges Personal. In seinem Länderspiel Finnland : Italien geht es weniger um einen stringenten Handlungsverlauf. Der Erzählvorgang selbst -- Reisebericht? Kunstführer? Klamotte? -- ist unprätentiös, federleicht, intelligent und ein einziger gnadenloser Slapstick.
Von Venedig selbst sehen die Nordmänner absolut nichts, da dichter Januarnebel jede Sehenswürdigkeit zum Verschwinden bringt und man nur mit Hilfe eines GPS-Systems den Markusplatz findet. Den Hauptreiz des Buches aber macht der verbissene Kampf mit italienischem Behördenwahnsinn aus. Erst nach tagelangem Herumirren zwischen im Nebel verborgenen Kunstschätzen, wird den armen Finnen ein Büro zugewiesen. Es versteht sich, dass die Stadt im Wasser nicht gerettet wird, da kein Venezianer auch nur das geringste Interesse daran hat. Trotzdem messen die finnischen Stelzenforscher tapfer den Wellenschlag im Kanal, erforschen die Umgebung, retten so nebenbei im Karneval einen Esel vorm Ertrinken und landen sogar kurzzeitig im Knast. Schließlich kapieren die Fünf die Botschaft. Die Serenissima wird auch ohne ihr Eingreifen überleben. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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es entstehen zahllose absurd-komische situationen, bei denen man mit seinem lauten auflachen (was mir bei büchern nicht allzu oft passiert) die umstehenden zu beunruhigten blicken hinreißt, wenn etwa der ingenieur auf einer konferenz mit seinen völlig harmlosen aussagen zur rettung der stadt schwerste diplomatische verstimmungen auslöst und damit untragbar für das projekt wird.
summa summarum eine absolute ***** empfehlung, unbedingt lesen! wie man dieses buch als "von bemerkenswerter kultureller ignoranz" einstufen kann, bleibt mir angesichts der überschäumenden beschreibungen gerade von kulturbarrieren ein absolutes rätsel. und unter uns mädels: dass auch hier das eine oder andere klischee strapaziert wird, sei dem herrn raittila gerne nachgesehen.
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