Kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts herrscht buntes Treiben im Pariser Nachtclub "Bal du Paradis". Dafür sind nicht nur die Leute auf und neben der Bühne besorgt. Einigen Leuten, die sich besonders marolisch geben, ist das ganze Etablissement viel zu anrüchig. Eine Polizei-Razzia ist daher nur eine Frage der Zeit. Diese hat zur Folge, dass Simone Pistache (Shirley MacLaine), die Besitzerin des Clubs, vorläufig hinter Gittern landet. Ihrem cleveren Anwalt François (Frank Sinatra) gelingt es, sie wieder aus dem Kittchen zu holen. Er glaubt, damit bei Simone wieder einen Sein mehr im Brett zu haben. Doch ihm erwächst von unerwarteter Seite Konkurrenz. Der eher verbissene Richter Philippe (Louis Jourdan) hat nämlich auch ein Auge auf Simone geworfen und fängt bald damit an, ihr den Hof zu machen.
Irrungen und Wirrungen, Champagner, Weib und Gesang: kaum eine der Musical-üblichen Zutaten wird ausgelassen. "Can-Can" (Twentieth Century Fox, 1960) ist die abendfüllende Verfilmung eines erfolgreichen Broadway-Musicals. Mit einer stattlichen DVD-Laufzeit von 136 Minuten droht Längen-Alarm, aber die Geschichte verdaut ihre grösstenteils musikalisch bedingten Längen gut. Sowohl die Lieder aus der Feder von Cole Porter als auch die rein musikalischen Beiträge sind stimmungsvoll und recht schmissig und fügen sich ganz gefällig in die Handlung ein. Die Frankreich-Klischees halten sich im erträglichen Masse. Die Inszenierung hält sich weitgehend an die bekannten Zutaten der Musical-Klassiker, besondere Kniffe in der Kameraführung sind entsprechend selten zu sehen. Das stört den Gesamteindruck zum Film aber nicht wesentlich, denn der durchaus musical-erfahrene Regisseur Walter Lang hat hier in einem seiner letzten Filme alle nötigen Disziplinen im Griff. Wer für Musicals älteren Jahrgangs etwas übrig hat, kann sich guten Gewissens zum Can-Can hinsetzen.
Der Film ist auch hinsichtlich der Bildwiedergabe eine bunte Angelegenheit. Auf DVD hat es ein Format 2,20:1 (16:9) gegeben, wie so oft bei Filmen, die im TODD-AO-Verfahren gedreht wurden. Der Ton auf Deutsch und auf Englisch macht für das Alter eine gute Figur. Untertitel gibt es ebenfalls auf Deutsch und auf Englisch, dazu noch deutsche Untertitel extra für die nicht synchronisierten Sequenzen. Bei diesen technisch-/sprachlichen Aspekten hätte es ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Zum DVD-Bonusmaterial, das wohl aus der amerikanischen Ausgabe von 2007 übernommen wurde, könnte man fast sagen: "C'est magnifique!". Es zeigt viele Erklärungen und Erinnerungen von Personen, die seinerzeit mitarbeiteten oder Personen aus ihrem Umfeld. Schade ist einzig, dass über Regisseur Walter Lang nur selten ein Wort verloren wird. Neben 3 unterschiedlich kurzen Beiträgen (alle mit optionalen deutschen Untertiteln) gibt es eine Bildergalerie und den Trailer (diesen übrigens im Format 2,35:1). Das Bonusmaterial läuft eine knappe Dreiviertelstunde und rundet den Hauptfilm würdig ab. Das gibt vier von fünf Hammerschlägen im Namen des Volkes.