aktualisiert 2011-06-05
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Es mag unfair erscheinen, den "ADAC Camping Caravaning Führer - Deutschland, Nordeuropa" nur nach seiner Brauchbarkeit für Skandinavien (oder allgemeiner der 'Nordischen Länder', was auch Finnland mit umfaßt) zu beurteilen, aber einerseits suche ich als jahrzehntelanger (Nord-) Skandinavien-Freak selbst ein gutes Campingplatzverzeichnis, andererseits hatte ich einer Kollegin auf ihre Frage hin für Skandinavien dringend von diesem ADAC Campingführer abgeraten - auf Rat eines Reisebüros ("sehr gut") kaufte sie ihn trotzdem, und beklagte sich anschließend bitter bei mir (!) über dessen Unbrauchbarkeit! Andere 'Internationale Campingplatzführer' der diversen Automobil- und Camping-/Caravaning-Clubs sind in Bezug auf Skandinavien übrigens noch schlechter.
Für die Ausgabe 2011 kann ich geringfügig angepaßt meine Rezensionen für die früheren Ausgaben
ADAC Campingführer Nordeuropa 2010 und
ADAC Campingführer Nordeuropa 2009 wiederholen. Achtung, die möglicherweise viel bessere Brauchbarkeit des ADAC Campingführers für nichtskandinavische Länder ist nicht Gegenstand dieser Rezension.
Leider wird seit 2010 auch das letzte vollständige nationale skandinavische Campingplatzverzeichnis 'Camping Danmark' nicht mehr gedruckt, so daß man mittlerweile für den gesamten Bereich der nordischen Länder auf regionale gedruckte oder auf den HPs der jeweiligen Touristenbüros bereitgestellte Verzeichnisse angewiesen ist. Für Dänemark gibt es wenigstens noch die "Straßenkarte Dänemark" mit einer Auflistung der Campingplätze (vgl.w.u.).
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Zumindest für Süd- und Mittelskandinavien ist wie seine Vorgänger auch der aktuelle ADAC Campingführer wenig geeignet, da er nur einen Teil der existierenden sehr vielen Campingplätze nennt. Gar für Nordskandinavien ist er völlig ungeeignet, da erreicht seine Auflistung bestenfalls 5 % des tatsächlichen Bestands! Die Auswahlkriterien sind schleierhaft, ausschließlich an der Qualität sind sie bestimmt nicht orientiert - in drei Jahrzehnten fast jährlicher Lapplandtouren habe ich viele Campingplätze dort kennengelernt. Und für nur einen Tag / eine Nacht dauernde Aufenthalte ist man sicherlich auch mal bereit, auf etwas Komfort nach ADAC-Ansprüchen zu verzichten.
Wollte man sich in Nordskandinavien ausschließlich auf im ADAC Campingführer genannte Campingplätze beschränken, müßte aufgrund der z.T. sehr großen Abstände so manche Routenplanung drastisch abgeändert werden.
Weitaus besser fährt man für Skandinavien mit nationalen / regionalen Verzeichnissen. Während es früher sowohl für Dänemark, wie für Schweden, Norwegen und Finnland nahezu vollständige sehr gute Gesamtverzeichnisse gab, existiert etwas ähnliches, mit jedoch deutlich reduziertem Informationsumfang leider nur noch für Dänemark - die "Straßenkarte Dänemark" in 1:500000 des Dänischen Fremdenverkehrsamts mit markierter Lage der Campingplätze und tabellarischer Auflistung der Einrichtungen (sowie einer umfassenden Liste der Fährverbindungen nach/von und innerhalb Dänemarks und einer Liste der örtlichen Touristenbüros). Im Gegensatz zu früheren jährlichen Aktualisierungen wird diese Dänemarkkarte allerdings nur noch (bestenfalls) alle drei Jahre aktualisiert.
Für die anderen nordischen Länder gibt es, wie bereits erwähnt, selbst solche tabellarischen (fast) vollständigen Campingplatzlisten leider seit langem nicht mehr. Das von der SCR (= Sveriges Camping- & Stugföretagares Riksorganisation) verfaßte und über ihre HP oder die des Schwedischen Fremdenverkehrsamts anforderbare oder von dort runterladbare Verzeichnis "Camping & Ferienhäuser Schweden 2011" ist noch halbwegs brauchbar, enthält aber nun mal nur die der SCR angeschlossenen Plätze. Ansonsten ist man mit regionalen Verzeichnissen der Reisezielgebiete besser bedient, die man vereinzelt über die Fremdenverkehrsämter anfordern kann, oder aber über die regionalen Touristikämter/-büros. Sehr gut waren über viele Jahre z.B. die u.a. auch in deutscher Sprache erhältlichen nordnorwegischen Reiseführer für Nordland, Troms und Finnmark, die neben vielen anderen nützlichen Informationen auch einen großen Teil der regionalen Campingplätze aufführten - diesbezüglich zwar immer noch recht unvollständig, aber um Welten besser als der ADAC Campingführer. Auch für viele südlichere norwegische Regionen sind entsprechende Reiseführer auf der HP des Norwegischen Fremdenverkehrsamts verfügbar - die nordnorwegischen Reiseführer fehlen dort leider 2011. Die nordnorwegischen Touristikämter Nordland, Troms und Finnmark schlossen sich 2011 zum 'Northern Norway Tourist Board' zusammen, ebenso wurden die drei separaten Reiseführer in einen 123seitigen "Reiseführer Nordnorwegen mit Svalbard 2011" zusammengeführt - und damit bedauerlicherweise der Informationsumfang z.B. zu Finnmark drastisch auf 28 Seiten eingedampft. Er kann von northernnorway.com runtergeladen oder bestellt werden.