Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein junger Musiker reist nach Paris, um bei einer der bekanntesten Kompositionslehrerinnen, bei Nadja Boulanger, Unterricht zu nehmen. Diese Frau, bei der viele der bekanntesten Komponisten des 20. Jahrhunderts Unterricht hatten, möchte ihn jedoch nicht zu einem klassisch-westlichen Avantgardekomponisten ausbilden. Sie schickt ihn zurück zu seinen Wurzeln, zum Tango -- und dies in weiser Voraussicht. Astor Piazzolla und argentinischer Tango, diese beiden Namen fallen im selben Atemzug, sind unzertrennlich miteinander verbunden. Neun Jahre nach seinem Tod sind drei CDs wieder erhältlich, die zu seinem Alterswerk zählen. Eingespielt hat er sie zusammen mit seinem lange Jahre aufeinander eingespielten Quinteto Nuevo Tango.
Ein atmender, saugender Balg des Bandoneons, schluchzende, geheimnisvolle Geigenklänge, eine Begleitung von Klavier, Bass und E-Gitarre, die längst nicht nur begleitende Funktionen übernehmen -- eine tief melancholische Grundhaltung des Tangos, in deren Interpretation unzählige Schichten verborgen sind. Und plötzlich wechselt das Bild, der musikalische Charakter wendet sich.
La Camorra, nur wenige Jahre vor Piazzollas Tod entstanden, vereinigt Kompositionen, die die Elemente des Tangos zusammenfassen: Stolz, Liebe, Tragödie, Komödie sind vereint in ein und derselben Musik. Astor Piazzolla -- der Name spricht für sich, seine Musik und seine Interpretationen: Musik zum Zuhören, zum Lauschen und Entdecken vielfältiger Schichten. --Nina Polaschegg