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Ganz anders nun "Camminando Camminando". Es bietet eine angenehme Mischung von Altem und Neuem. Umrahmt von zwei Studiotiteln ("Piccola canzone del contrari" und "L'apprendista stregone") wird ein gut abgemischtes, weitestgehend akustisches Live-Set geboten, das eine für Branduardis Balladen viel passendere Atmosphäre ausstrahlt als die Stadiongröße auf "Concerto".
Branduardi gibt dem Publikum, was es hören will, wenn es in ein Branduardikonzert geht: "La pulce d'acqua", "Cogli la prima mela", den "Ballo in fa diesis minore". Diese z.T. ja 20 Jahre alten Stücke kommen neu arrangiert und lebendig daher, nicht einfach 'abgespult'. Dazwischen gibt es neuere und nicht so bekannte Kompositionen, z.T. auch durchaus von Alben, die im Werk Branduardis eher unter 'ferner liefen' geführt werden wie die recht ruhige "Canta Yeats" (von dem hier das einzige flotte Stück "Il violinista din Dooney" geboten wird). Auch das neuere "I Santi" - dessen Refrain für das Livealbum titelgebend war - ist sehr gelungen. Nur ein oder zwei Stücke (wie "Fou de love")empfand ich als vergleichsweise belanglos und - für Branduardis Verhältnisse - leicht unterdurchschnittlich. Arrangiert ist meistenteils für Gitarre, Bass und Schlagzeug, natürlich wird hier und da die Geige ausgepackt, lediglich mit den Keyboards hat Branduardi hier kein ganz so glückliches Händchen bewiesen, die sind an einigen Stellen etwas zu 'soundteppichartig' geraten.
Fazit: Ein Album, das man sowohl nebenher als auch bewußt hören kann. Sehr poetisch und melodisch, gekonnt und mit viel Spielfreude: so wie man sich Branduardi eben wünscht.
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