Gerade sah ich die Rezensionen zu diesem Buch, darunter auch eine sehr negative, in der angemäkelt wurde, das Buch sei nicht mehr aktuell und würde eine vollkommen veraltete Technologie beschreiben. Wie ich in meinem Kommentar zu dieser Rezension bereits bemerkt habe, sehe ich das vollkommen anders. Hier nun also meine Meinung:
Die Buchreihe "The Camera", "The Negative" und "The Positive" von Ansel Adams sind wohl die besten Fotografielehrbücher überhaupt für jene, die sich mit den behandelten Techniken und Technologien beschäftigen. Die letzten beiden Bücher, die Namen sagen es bereits, beschäftigen sich mit Negativen und Positiven, also der analogen Technologie. Sie beschreiben exakt, wie man mit Film umzugehen hat, sowohl beim eigentlichen Fotografieren als auch beim Entwickeln und Vergrößern. Dieses Wissen ist für reine Digitalfotografen zugegeben vollkommen unnütz, wer sich aber ein Buch mit dem Namen "Das Negativ" kauft, der weiß das auch oder ist selber schuld! Das Negativ nebenbei ist dennoch sehr wichtig, weil darin eben nicht nur die Entwicklung sondern auch die korrekte Belichtungstechnik beschrieben wird, eine Technik, die bei Digitalkameras keinen Deut anders geht und wer es mal manuell machen will, der muss sich mit dem in "The Negative" beschriebenen Zonen-System intensiv beschäftigen.
Das erste Buch der Reihe, "The Camera", um das es hier geht ist ebenfalls alles andere als veraltet.
Der Mensch der bei Amazon eine Taschenkamera für 120EUR oder beim Fachhändler um die Ecke eine Spiegelreflexkamera nebst Objektiven für 2500EUR kauft, der kann zwar weitestgehend auf das Buch verzichten, diejenigen aber, die heute noch mit analogen Kameras größerer Dimensionen durch die Gegend ziehen (eine kleine Gruppe, ich weiß), die wird dieses Buch lieben. Es sei hier ganz klar darauf hingewiesen, dass der wohl größte und wichtigste Teil des Buches ausführlich die auf Scheimpflug basierenden Fotografietechniken der Großformat-Fachkameras behandelt. Niemand sollte es sich herausnehmen, das Buch nur deswegen zu verreißen, weil er selbst keine Fachkamera besitzt und nur selten welche zu gesicht bekommt. Profis der Gebäude- und Landschaftsarchitektur setzen diese Geräte - mitunter auch mit Digitalrückteil versehen - bis heute ein und sind auf das Wissen, das in diesem Buch vermittelt wird absolut angewiesen.
Also: Casio-Ixus-Taschenkamera- und Canon-Powershot-Bridge-Kamera- und Nikon-DSLR-Fotografen - also zugegeben die Meisten - können hier ohne weiteres vorbeigehen, die wenigen Anderen aber nicht. Ich meine das übrigens wirklich nicht böse oder abwertend, aber die Kameras der ersten Gruppe sind kleine Computer, die den Fotografen die in diesem Buch beschriebenen Techniken entweder abnehmen oder garnicht erst ermöglichen. In dem Fall: Weiterklicken, ansonsten: Kaufen.