Peter H. Gogolin äußert in seinen Nachbemerkungen die Überzeugung, dass "die Ereignisse der ,großen` Weltgeschichte für das Leben der Menschen niemals äußerlich" seien, sondern dass die "Geschichte mitten durch die Herzen der Menschen" ginge.
Diese Annahme fühlbar zu machen, gelingt dem Autor in seinem Roman "Calvinos Hotel" auf wunderbare Weise, indem er ein bewegendes, außergewöhnliches Familienschicksal geschickt mit politischen Geschehnissen aus Vergangenheit und Gegenwart verwebt. Zeitlich raffiniert montiert, voller unvermuteter Wendungen, gespickt mit feinem Humor, klugem Witz und psychologischen Details, bleibt es bis zum Schluss spannend.
Doch nicht nur die komplexe, vielschichtige und tiefgründige "story" macht das Buch so lesenswert. Denn in der Sprache des Romans liegt eine poetische Kraft, die in der zeitgenössischen Literatur selten geworden ist. Und so ist dieses literarische Werk nicht nur ein geistiges Vergnügen, sondern es geht auch "mitten durch das Herz" des Lesers.
Vielen Dank, Herr Gogolin, für dieses wunderschöne Buch!