Ich finde es sehr schade, dass die "Calling All Stations" von 1997 und auch Ray Wilson von einigen Leuten nicht fair behandelt werden. Natürlich ist das hier nicht Genesis mit Peter Gabriel. Natürlich ist das hier auch nicht Genesis mit Phil Collins. Das ist Genesis mit einem jungen, talentierten Sänger, der seine Aufgabe wirklich gut löst. Er hat eine angenehme, leicht rauchige Stimme. Ausserdem ist das Album nicht so poppig wie die Vorgänger mit Collins. Es sind einige rockige bzw. sogar leicht Prog Rock orientierte Songs vorhanden. Ich möchte es so beschreiben: Genesis leugnen nicht ihre Wurzeln, weder die mit Gabriel, noch die mit Collins, bestreiten aber teilweise auch neue Wege. Natürlich war das Album nicht so erfolgreich wie die Vorgänger mit Collins als Sänger. Das war aber auch nicht zu erwarten. Zu viele Fans hängen an Collins, klar. Ich persönlich finde "Calling All Stations" aber sogar besser als z.B. "And Then There Were Three", "Abacab" und "Invisible Touch". Man sollte versuchen, das Album zu hören ohne diese ständigen Vergleiche zu ziehen. Gebt dem Album die Chance, die es verdient hat.
Hervorheben möchte ich folgende Songs:
Calling all stations: Guter Opener, richtig rockig, prima Song.
Congo: Rockig und poppig, war eine Single.
Alien afternoon: Sehr gute Atmosphäre, Tony Banks zeigt wieder einmal, wie gut er ist.
The dividing line: Hier gilt das Gleiche wie für `Alien afternoon`.
`Shipwrecked` und `Not about us`: Auch die poppigeren Songs sind wirklich mehr als o.k..
Die Drums wurden übrigens von Nick D`Virgilio gespielt von Spock`s Beard.
Unter dem Strich gesehen bekommt das Album von mir 4 Sterne. Ich hätte mich sehr auf ein 2. Album mit Ray Wilson gefreut. Leider ist es dazu nicht mehr gekommen.
Ich kann "Calling All Stations" jedenfalls allen denen empfehlen, die einfach Spaß an guter Musik haben.