Von 1977 bis 1983 verband die Liebe zu Spaghetti-Western-Soundtracks, die später verworfene Absicht, Pornofilmmusiken einzuspielen und die Leidenschaft für gegrillte Iguanas (mehr dazu später) sechs (später fünf) junge Los Angelenos, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Unter dem Namen Wall of Voodoo kamen sie durch Coverversionen von Johnny Cash und Ennio Morricone zu Ruhm und Ehren und veröffentlichten zwei LPs. Die zweite, "Call of the West" wurde ein beachtlicher Hit dank des Songs "Mexican Radio", eine surrealistische Meditation über Sprach- und Kommunikationsbarrieren sowie den Wunsch, eine gegrillte Iguana in Tijuana zu verspeisen. Auch wenn "Mexican Radio" die LP und überhaupt das sonstige Schaffen der Band überschattet, befinden sich auf "Call of the West" andere Songs mit ebenso großem Klassikerpotential, die aber auch weniger abgenutzt sind als "Mexican Radio". Songs wie "On Interstate 15" und der Titelsong malen mit twangigen Gitarren und düstern Synthesizerparts ein unheimliches Bild des neuen Westens; "Tomorrow" und "Lost Weekend" könnten die Kehrseiten der Medaille Hinauszögern/verlorene Zeit sein; "Factory" erinnert an den maschinell-monotonen Fabrikalltag mit elektronischen und metallischen Klängen. Ein unprätentiöses, humorvolles und zugleich anspruchsvolles Album.