Da ist es nun endlich - das neue Saxon-Album.Erst auf der Band-eigenen Hommepage für März angekündigt,dann auf den 20.Mai, ist es nun endlich soweit.Es ist ein typisches Saxon-Album geworden wie auch "The Inner Sanctum" oder davor "Unleash the Beast" typische Saxon-Alben waren.Melodie mit einer guten Dosis Härte und einer gewissen Rauheit gepaart und von der unverwechselbaren Stimme von Biff Byford veredelt - das macht Saxon aus.An der Produktion die diesmal in den USA abgemischt wurde gibt es nichts zu bemängeln,sie hört sich sehr natürlich und erdig an - vielleicht auch ganz gut das nicht wieder Charlie Bauerfeindt(bei zu langer Zusammenarbeit läuft es sich manchmal tot) produziert hat - es hört sich alles frisch an und die Songs sind auf ihre wesentlichen Bestandteile reduziert worden.Daher auch die relativ kurzen Spielzeiten der Songs,und damit verbunden die Kurze Album-Spielzeit von unter 40Minuten(wenn man eine Version des Titel-Songs weglässt).Als Mit-Produzent war auch Peter Byford verantwortlich was dazu geführt hat das die Vocals etwas zu sehr in den Vordergrund gemischt wurden.Manchmal nervt es auch etwas wenn Peter Byford verschiedene Melodievarianten in den Versen wählt um etwas mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen - passt manchmal nicht,aber vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit auch daran.Was mir immer sehr bei Saxon gefallen hat ist,dass die Vocals bei Saxon oft vom Sänger selbst gedoppelt werden und er damit 1. und 2. Stimme gleichzeitig singt,wie es auch auf dem aktuellen Album wieder desöfteren der Fall ist.
Nur diese Deep Purple-Hammond-Orgel bei 2 Stücken ist für meine Begriffe etwas fehl am Platze,man wollte mal etwas anderes versuchen - nicht sehr gelungen,passt nicht zu Saxon.Ohnehin gehen mir Kommentare auf den Senkel die einem weissmachen wollen das man unbedingt Neuerungen in der Musik braucht und es ohne "Musikalische Weiterentwicklung" nicht geht - denen sei gesagt dass ich mir meine Helden kaufe weil sie diese Musik spielen und keine andere Musik - wenn ich andere Musik hören will kaufe ich mir eine andere Gruppe - abgesehen davon dass es meist auch kein Gutes Album werden würde wenn sie plötzlich versuchen auf den aktuellen Trend aufzuspringen und sich plötzlich anhören wollen wie "Machine Head" oder neuere "Metallica".Nee, die Jungs haben Ihren Stil seit 30Jahren gefunden und sollten davon auch keinen Millimeter abweichen,denn dass können sie am besten und dass wollen die echten Fans auch hören.
Zu den Songs:
1."Hammer of the Gods" erinnert mich vom Einstieg her sofort an seelige "Denim and Leather"-Zeiten.Eine schnelle riffbetonte Hymne mit Niveau und schmackes dahinter.Wie damals "Princess of the Night" 5/5
2."Back in 79" ist ein langsam gehaltener Rocker in Denim and Leather-Art mit Chören die den Refrain singen(grölen), allerdings bei weitem schlechter als das grosse Vorbild.Reisst mich nicht mit - kommt auch live nicht sehr gut an - sehr langweilig und einfältig 2/5
3."Surviving against the Odds" ist ein ähnlich geiler Abgeh-Song wie "Hammer of the Gods" - auch gute Verse und der Refrain geht sofort ins Ohr.Richtig klasse 4/5
4."Mists of Avalon" ist etwas mystisch und langatmig aufgebaut.Hier kommt die vorher angesprochene Orgel zum Einsatz.Hier kommt ein wenig Langeweile auf. Ich hätte diese Halbballade nicht gebraucht, besonders weil das nächste Stück(Titelsong) wieder in Balladenrichtung geht 2/5
5."Call to Arms" ist eine gefühlvoll und innig gesungene Anti-Kriegs-Halb-Ballade mit einem kraftvollen Refrain.In Halb-Balladen hatten Saxon schon traditionell immer Ihre Stärken 5/5
6."Chasing the Bullet" ist ein AC/DC-ähnlicher Rocker im Mid-Tempo gehalten.Im Stile von "Get down and dirty" oder "Terminal Velocity".Groovt und rockt cool und lässig ab - für solche Songs liebe ich Saxon (Habe noch keinen Saxon-Fan getroffen der nicht auch AC/DC gerne hört) 5/5
7."Afterburner" ist dann der obligatorische schnelle Quoten-Song der nicht fehlen darf (eigentlich mag ich schnelle Songs)- leider kein "Heavy Metal Thunder"-Niveau - eher wie "Nighthunter",jedoch besser als "Hellcat" vom letzten Album 3/5
8."When doomsday comes" - der 2 Song mit Orgel.Gefällt mir hier etwas besser.Ist ein atmosphärischer Song im Midtempo und ein Filmsoundtrack für einen mir bisher unbekannten Film - aber nichts besonderes 3/5
9."No Rest for the wicked" ist abermals im Midtempo-Bereich gehalten.Der Song mit dem "modernsten Riffing" auf dem Album,hat aber einen ganz guten einprägsamen Refrain - Durchschnitt 3/5
10."Ballad for the working man" geht entgegen des Titels doch ganz flott nach vorne,aber er ist recht bieder und einfallslos eingespielt - ein paar nette zweistimmige Gitarrenläufe reichen leider nicht um hier noch was zu reissen - der Refrain ist leider auch nicht gelungen 2/5
11."Orchesterversion von Call to Arms" - damit die 40-Minuten-Marke doch noch überschritten wird hat man diese eigentlich überflüssige Version dazugepackt.Das Lied ist genausogut wie auch in der normalen Rock-Version,allerdings mit Orchester hinterlegt.Hört sich stark nach Orchester vom Key-Board und nicht nach echtem Orchester an.Für mich ein Bonus-Track,daher ohne Wertung.
Alles in Allem ein mittelstarkes Album mit einem erdigen,kraftvollen Sound und einer Rückbesinnung auf traditionelle Stärken -- also die Mindestvoraussetzungen wurden erreicht, viel mehr aber nicht. Positiv ist zu erwähnen dass keine echte Ballade enthalten ist,bei denen Saxon zu 80% sowieso versagen.Die kurze Spielzeit führt dazu das man das Album ohne grössere Langeweile konzentriert mit Spass durchhören kann.
Da es mit Song 1+6 zwei richtig starke Rocker gibt und der Titelsong gelungen ist - es daneben aber auch sehr viel durchschnittliches zu hören gibt und ein absoluter Überhit fehlt, sind denke ich 3 Sterne eine gerechte Benotung für ein durchschnittliches Album,dass zwar wegen seiner Kompaktheit etwas besser ist als zuletzt "Into the Labyrinth", aber immer noch genügend Luft nach oben hat um noch den ein oder anderen draufzusetzen. Es ist zwar schön dass sich Saxon vom Musikstil her wieder etwas mehr auf Ihre Frühwerke besinnen und damit weniger Bombast vorherrscht und moderne Soundanbiderungen an die Neuzeit so gut wie aussen vorbleiben -- man besinnt sich auf das wesentliche und kommt schneller auf den Punkt -- jedoch sollten eben auch die Kompositionen gut sein und dass ist leider bei 5 Songs nicht der Fall. Für 4 oder gar 5 Sterne braucht man ein durchgehend gutes Album auf hohem Niveau oder eben einige ganz herausragende Songs - beides bietet dieses Album nicht."Wheels of Steel","Strong Arm of the Law","Denim and Leather","Power and the Glory","Innocence is no Excuse","Solid Ball of Rock","Unleash the Beast" und "The Inner Sanctum" hatten dieses 5-Sterne-Niveau.