123 n. Chr. Der 21 jährige Rainolf wächst als Sohn eines Händlers im Trier auf. Er führt ein behütetes ruhiges Leben, das ihn ein wenig faul gemacht hat. Er schläft gerne lang und treibt seinen Vater damit in den Wahnsinn.
Eines Tages wird der trierer Quaestor mit einem Messer Walrabans, dem Freigelassenen seines Vaters und Rainolfs väterlicher Freund, erstochen. Reinolf beschließt Walrabans Unschuld zu beweisen. Walraban jedoch ist Batavier, schlimmer noch ein adliger Batavier, und somit per se ein Feind des Reiches. Sein Tod scheint beschlossener Sache.
Rainolf stößt schon bald auf die Spur zweier Tenkterer, eines feindlichen Germanenstammes, die den Mord begangen haben. Doch immer, wenn Rainolf glaubt eine Spur oder einen Beweis gefunden zu haben, vernichtet jemand diese Hinweise und bringt alle Zeugen zum schweigen.
Eine große Hilfe ist ihm bei seiner Suche nach der Wahrheit die Tochter des Stadthalters, Julia. Julia ist schön, clever und unabhängig und verdreht Rainolf den Kopf. Ein Germane und eine adlige Römerin jedoch haben keine gemeinsame Zukunft.
Die Motivation, warum Rainolf anfängt zu ermitteln ist sehr gut und auch glaubhaft. Zu Beginn stellt sich Rainolf an wie ein richtiger Anfänger und macht fast alle Fehler, die man als Ermittler machen kann. Er ist sogar so unvorsichtig bei seinen Ermittlungen seinen richtigen Namen zu nennen, und so seine Familie in Gefahr zu bringen. Aber woher soll er das auch wissen, er war bisher von Beruf Sohn. Im Laufe der Ermittlungen lernt Rainolf jedoch rasch dazu, wird aber nie zu einem schwertschwingenden Helden, sondern zu einem intelligenten Ermittler mit Köpfchen.
Diesen Fall kann nur ein Einheimischer lösen, ein römischer Ermittler hätte keine Chance die Informationen zu bekommen, die Rainolf bekommt. Dies ist ebenfalls eine wichtige Legitimation warum Rainolf ermittelt, und dass er ihm auch tatsächlich gelingt das Rätsel immer weiter zu lösen.
Rainolf ist ein ungewöhnlicher Ermittler. Die üblichen Ermittler in antiken Rom, wie Marcus Didius Falco, sind meist Berufsschnüffler wie die modernen Detektive, auch wenn ihr Berufsstand alles andere als angesehen war. Rainolf ist einfach nur ein junger Germane, der seinem väterlichen Freund helfen will. Er hat keinerlei Qualifikationen und kann nicht einmal mit einem Schwert umgehen.
Der Autor bedient sich der heute gebräuchlichen, normalen Sprache ohne wie es oft passiert in eine antiquierte, mittelalterlich anmutende Sprache abzurutschen, was angenehm zu lesen ist.
Der Fall ist sehr logisch aufgebaut. Rainolf zieht dieselben Schlüsse wie der Leser, nur ein bisschen später. Er zieht aus diesen Schlüssen die logischen Konsequenzen und macht weiter. Diese Folge an Fakten ergibt sich natürlich und logisch und nichts wirkt konstruiert, kein Deus Ex machina und der Fall entwickelt sich logisch und nachvollziehbar ohne Gedankensprünge. So ein solider Aufbau kommt wirklich selten vor und noch seltener gelingt es Autoren einen Krimi derartig logisch aufzubauen und ihren Leser ernst zu nehmen ohne Fakten vorzuenthalten oder einen Deus Ex machina zu Erzeugung eines Überraschungsmomentes zu erzeugen.
Dabei kommt der Humor natürlich auch in diesem Buch nicht zu kurz. So erlaubt sich der Autor einige nette Seitenhiebe, zum einen indem Hadumar Visionen vom modernen Köln oder zumindest von Kölner Dom hat. Zum anderen wird mit Vorurteilen gespielt. So behauptet Rainolf z. Bsp. dass er selbstverständlich auch blond sei, aber weil die Germanen sich so selten wuschen, würde der Schmutz schließlich die Haare braun färben.
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite macht dieses Buch Lust mehr von Rainolf und seiner Zukunft und vor allem von seiner Beziehung zu Julia zu lesen. Für mich der deutsche Marcus Didius Falco, denn es gibt mehr als eine Parallelen. Er gehobene Unterschicht, sie adlig. Er bezieht bei seinen Recherchen Prügel und sie ist der denkende Kopf.
www.literaturreport.com