Die Biographie fasst die Forschungsergebnisse seit 1903, als erstmals ein deutscher Professor erklärte, Caligula sei nicht irre gewesen, zusammen und stellt uns einen skrupellosen, aber intelligenten Machtmenschen vor, der die politischen Verhältnisse in Rom und die Schwächen der senatorischen Oberschicht gnadenlos ausnutzte. Dass er dabei wirklich glaubte, ein Gott zu sein und den ägyptischen Pharaonen nacheiferte, bestreitet Professor Winterling, obwohl es genügend Hinweise für eine solche Überzeugung des Kaisers gibt. Das Buch sollte ein Muss für jeden an römischer Geschichte Interessierten sein. Aber Vorsicht: Es ist sehr knapp geschrieben, eben vom Fachmann, und der Laie sollte schon ein wenig Ahnung von römischer Geschichte und Politik haben, denn hier werden wesentliche Namen, Daten und Ereignisse als bekannt vorausgesetzt. Wer allerdings sex-n-crime à la "Gladiator" oder "Imperator des Schreckens" erwartet, sollte sich das Geld allerdings sparen, denn diese Erwartungshaltung wird bitter enttäuscht.