Dieser Titel wäre eher eine Beleidigung, denn in "Californication" steckt so viel mehr, als Sex und anzügliche Witze! Stephen Hopkins und David Duchovny selbst produzierten diese wirklich großartige Serie und haben mich von der ersten Folge an in ihren Bann gerissen. Für mich ist diese Serie einer von wenigen TV- Schätzen, wie etwa "Lost" oder "Scrubs", die einfach das gewisse Etwas haben, das gewisse Etwas, was einen süchtig nach der Serie macht...
Hank Moody ist ein Schriftsteller, der mit seinem Roman "Gott hasst uns alle" einen Bestseller landete. Doch seitdem seine Frau Karen mit ihm Schluss gemacht hat und ihre Tochter Becca bei ihrer Mutter wohnt, geht die Erfolgskarriere des Stars langsam aber sicher den Bach runter. So kommt es, dass sich Hank in zahllosen Affären verliert und wie ein Teenager rebelliert...
Staffel 1 startet mit 100 %. Die Einführung von Hanks Charakter ist einfach grandios, erst lernen wir die coole und freie Seite von ihm kennen, merken aber schnell, dass hinter all dem Spaß eine tiefe Trauer steckt, gemischt mit der Angst, seine Familie verlieren zu können. Und der Grund, dass der Zuschauer Hank versteht und mit ihm fühlt, ist der einfache Grund, dass David Duchovny hier wahrscheinlich die Rolle seines Lebens spielt, neben Mulder aus "Akte X". Neben ihm wirkt Charlie Harper aus "Two And A Half Men" wie ein süßer Pudel! Nicht umsonst wurde Duchovny mit dem Golden Globe belohnt.
Natürlich haben die anderen Figuren ebenso ihren Platz in der Geschichte. Natascha McElhone als Karen ist wunderschön, aber auch einfühlsam und der vernünftige Gegenpart zu Hank. Madeleine Martin als Becca überzeugt ebenfalls als gefrustete und pubertäre Tochter, die ihre Eltern am liebsten wieder zusammenbringen möchte.
Daneben gibt es Charlie, den Agenten von Hank und sein bester Freund oder auch Bill, als neuen Liebhaber und baldigen Ehemann von Karen. Besonders erwähnenswert ist auf jeden Fall noch Mia, Bills Tochter, gespielt von Madeline Zima, die eine wirklich grandiose Leistung abliefert. Im späteren Verlauf werden dann mehr und mehr Figuren eingeführt und fügen sich nahtlos ins Geschehen ein.
Die Hauptthematik bei "Californication" umfasst in erster Linie das Thema Sex! Nicht mehr, nicht weniger, nur im Gegensatz zu "Sex And The City" bekommen wir hier die etwas realere Sicht auf dieses allseits beliebte Thema. Aber wie gesagt nur in erster Linie, "Californication" lebt hauptsächlich von seinen intimen und sanften Untertönen, besonders wenn Hank verzweifelt versucht seine Frau und seine Tochter wieder zu bekommen. Aber natürlich auch der direkte und wundervoll, ehrliche Humor macht den Charme dieser Serie aus. Und diese ganze Mixtur aus Erotik, Drama und Comedy machen die Serie zu etwas ganz besonderem.
Musikalisch wird der Zuschauer durch viele bekannte Klassiker befriedigt, wie etwa "Rocket Man" oder "Halleluja", aber auch der Scoreanteil von Tyler Bates ist ein Ohrenschmaus.
Die erste Staffel dieser wunderbaren Serie sollte genügen, um Lust auf mehr zu machen. Ich persönlich bin heilfroh, dass ich endlich an die DVD Boxen gekommen bin, denn im Fernsehen macht die Serie nicht ganz so viel Spaß, besonders wenn man immer eine Woche auf eine Folge und ein oder zwei Jahre auf die nächste Staffel warten muss... "Californication" ist etwas ganz besonderes unter der Unzahl an Serien, die man heutzutage zu sehen bekommt, deshalb empfehle ich auf jeden Fall einen Blick in die Pilotepisode, danach sollte man entscheiden, ob man was damit anfangen kann oder nicht!