Die herrlich verrückte Story, teils schwarzhumorige, teils dramatische,
die tollen Darsteller und die raffinierten und direkten Dialoge, machen
"Californication" zu einem der Serienhits diesen Jahres.
Oberflächlich betrachtet wirkt die Serie zunächst obszön, verdorben
und, für eine amerikanische Produktion, äußerst freizügig.
Doch in "Californication" steckt bei genauer Betrachtung viel mehr.
In den extremen Charaktere und deren Dialoge findet wohl jeder ein
Teil von sich wieder.
"Californication" zeigt unsere alltägliche Welt in überspitzt ehrlichen
Bildern.
Betrachten sollte man das Grundgerüst zunächst immer mit einem
Augenzwinkern, denn was der Star der Serie, Hank Moody gespielt
von "Akte-X" Star David Duchovny, hier abzieht grenzt schon an
äußerste Extremität.
Erstaunlicherweise passt der ehemalige Mysterieserienstar wie die
Faust aufs Auge in die Rolle des abgefahrenen Autoren Hank Moody,
der seiner langjährigen Freundin hinterhertrauert und deshalb seit
Jahren kein Buch mehr veröffentlicht hat.
Als Zeitvertreib schläft er mit so ziemlich jeder Frau in Los Angeles,
und lebt auch sonst ein eher exzessives Leben geplagt von Alkohol,
Drogen und der Schreibblockade seit seiner Trennung.
Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, erweckt der Charakter
beim Zuschauer ungheure Sympathie.
Spätestens seit "Dr. House" sieht man, dass extreme Charaktere die
Zuschauer in ihren Bann reißen.
Nach diesem Prinzip, und doch ganz anders, funktioniert auch
"Californication", zu mindest bei der Darstellung des "kaputten"
Charakters Hank Moody, den David Duchovny in einer glaubhaften
Performance mimt und somit nicht umsonst 2008 mit einem Golden Globe
ausgezeichnet wurde.
Insgesamt ist "Californication" eine Serie für das erwachsene Publikum,
die schonungslos das verkommene und verrückte Los Angeles in
einer Person, Hank Moody, abbildet, und daraus einen gewaltigen
Unterhaltungswert zieht.