Ich besaß vor Jahren das Video vom ziemlich explosiven "California Jam"-Auftritt der Band von 1974. Richie Blackmore hatte sich in seiner Garderobe massiv über einen der Veranstalter des Festivals geärgert, weil der die Band um 6 PM, statt 7 PM wie vertraglich vereinbart, zum Auftritt zwingen wollte und war darauf hin auf der Bühne ausgerastet und hatte dabei eine der teueren Fernsehkameras des amerikanischen Channels "ABC" mit seiner Stratocaster demoliert und die Bühne insgesamt bald in Flammen gesetzt.
Ich habe mir nun den Soundtrack dazu auf CD angeschafft. Mein Gott, warum "Deep Purple (Overseas) Ltd." so etwas offiziell veröffentlicht, wissen anscheinend nur die. Der Sound ist einfach grottenschlecht! Sollte die Band (als einer der Headliner!) bei diesem riesen Event tatsächlich live so schlecht geklungen haben, wie die CD vorgibt, stellt sich für mich die Frage, warum das Publikum so begeistert war. Oder liegt es nur an der schlechten Aufnahmequalität der Tapes? Die Musik der CD ist ein einziger Klangbrei ohne Höhen und Tiefen, die Hammond von Jon Lord ist viel zu leise und der Bass wummert im Vordergrund ohne Ende.
Richie Blackmore? Ja, dessen Gitarre hört man auch irgendwo im Hintergrund. Dafür singt David Coverdale alle Instrumente in Grund und Boden. Und das, obwohl Deep Purple zu dieser Zeit als die lauteste Band überhaupt galten.
Das Booklet ist mit 15 Seiten zwar recht informativ, was diesen Auftritt angeht, rettet diese Veröffentlichung insgesamt aber auch nicht. Das ist lediglich ein Fall für Deep Purple-Komplettisten. Da tut das Zuhören weh, wenn man weiß, was für eine exellente Live-Band Deep Purple tatsächlich waren.
Wer gute Live-Musik von der MK III-Besetzung hören möchte, kauft
Made in Europe,
Live in London oder noch besser die CD
Live in Paris 1975, die das allerletzte Konzert der Band mit Richie Blackmore (aus der Zeit der 70er Jahre) dokumentiert und die klangtechnisch sehr gut ist.
Aber "California Jamming" als CD hat lediglich Bootleg-Qualität! Den einen Stern gibt's nur als Pflicht.