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Caliban
 
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Caliban [Gebundene Ausgabe]

John Banville , Christa Schuenke
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 377 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (17. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462033646
  • ISBN-13: 978-3462033649
  • Originaltitel: Shroud
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 780.674 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John Banville
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"In einer schönen und klaren Prosa beschreibt John Banville eine Tragödie, die so tief in der Geschichte und im Charakter verwurzelt ist, dass sie, wie alle wahren Tragödien, nicht anders hätte geschehen können." (The Times)

Kurzbeschreibung

Axel Vander, die Hauptfigur von John Banvilles großem Roman, ist ein Mann, der sich in einer Krise seines Lebens eine neue Identität geschaffen hat. Lüge und Wahrheit, Echtheit und Fälschung, Themen, mit denen sich Banville immer befasst hat, werden in 'Caliban' in einer suggestiv poetischen Sprache eindringlich dargestellt.
Wie der düstere, grobe Caliban in Shakespeares 'Sturm' ist Axel Vander ein eher rüder Zeitgenosse. Als bedeutender Literaturwissenschaftler und Verfasser großer Werke über Nietzsche verbringt er seinen Lebensabend in Kalifornien. Überraschend trifft ein Brief aus Europa ein, in dem die Schreiberin andeutet, Geheimnisse zu kennen, die Vander seit Jahrzehnten, seit seiner Jugend als Jude im von den Nazis besetzten Belgien verborgen hat. Um herauszufinden, was die Unbekannte über ihn weiß, reist Vander nach Turin, wo er sie am Rande eines Nietzsche-Kongresses trifft. Es ist Cass Cleave, eine junge Irin, verführerisch, intelligent und zugleich von einer schweren Nervenkrankheit gezeichnet. Zwischen dem alten Mann und der jungen Frau entspinnt sich eine Liebesbeziehung, die Cass immer tiefer stürzen lässt, während Vander sich zum ersten Mal der Wahrheit stellt, seine Rolle als Opfer und Täter begreift.
Inspiriert durch die Lebensgeschichte von Paul de Man und Louis Althusser hat Banville in diesem Roman das bewegend erschreckende Bild eines Mannes in seiner Zeit entworfen.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen mit berauschender Prosa durch Sein und Schein und Trug, 29. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Caliban (Gebundene Ausgabe)
"Ich habe mein ganzes Leben lang gelogen", sagt Alex Vander, Literaturwissenschaftler und Nietzschespezialist. Seine dunkle Vergangenheit im zweiten Weltkrieg hatte er für immer verdeckt halten wollen. Nun erreicht ihn fünfzig Jahre danach ein Brief einer Frau; sie habe Vanders Geheimnis lüften können. Der Brief führt ihn in einen Zwiespalt. "Wut, dass ich bin, was ich nicht bin, Angst, dass herauskommt, was ich bin." Aus den USA kommend erreicht er Turin, möchte einen Nietzschekongress besuchen und erwartet die Briefschreiberin, die "mysteriöse Nemesis". Sie entpuppt sich schließlich als Cass Cleave, die uns aus Banvilles "Sonnenfinsternis" bekannt ist und an einer degenerativen Nervenerkrankung leidet.

Mit einer Sprache, die herrlich süchtig macht, beschreibt Banville, wie Alex Vander hinkend mit Krückstock und Hut durch die Gassen von Turin schweift; die Angst im Nacken, Geister der Vergangenheit könnten ihn einholen. Er fühlt sich von einigen Gestalten verfolgt und wird Zeuge, wie eine Verfolgerin von einem Auto erfasst wird. Frauen, mit denen Vander zu tun hat, sterben zwischen den Buchseiten. Treffend die Formulierung über den grobschlächtigen Vander: "Er konnte sie in seinen Armen zerbrechen, ihr das Leben aus dem Leib quetschen". Banville verleiht dem Roman von Beginn an morbide Züge. Turin mit seinen Statuen und Monumenten erscheint dem Professor wie ein "grandioser Friedhof", außerdem hat Nietzsche hier seinen Verstand verloren.

Überraschend, dass Vander sich leichtfertig in die Studentin Cass verliebt, immerhin könnte sie ihn bloßstellen, ihn verraten, seine Maske vom Gesicht ziehen. Sehr galant der Vander/Harlekin-Vergleich: Sie wechseln ständig ihre Masken,und ändern damit konform ihre Vorgehensweisen, wie sie ihren Mädchen gefallen könnten, die nur darauf warten, dass die Masken fallen. So ist es Alex Vander, der Cass Cleave seine Lebensgeschichte erzählt, die Studentin allerdings strudelt immer öfter in Halluzinationen.

Banville beglückt uns wieder mit berauschend schöner Prosa. Am Ende habe ich mich gefragt, warum der Tod in dem Roman weite Kreise zieht. Die Fragen nach Sein, Schein, und Trug verdampfen im Angesicht des Todes. "...jetzt aber, im Alter, ist der Schlaf ein Raum voll stiller Wunder..."

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