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Calcio: Die Italiener und ihr Fußball
 
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Calcio: Die Italiener und ihr Fußball [Broschiert]

Birgit Schönau
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

„Forza Italia“, vorwärts Italien. So feuern Tifosi ihre Nationalmannschaft an. Und nach diesem beliebten Schlachtruf benannte Silvio Berlusconi seine politische Partei. In diesem Sinn erweist sich „Bella Italia“ einmal mehr als Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem Macht und Fußball all zu gerne Hand in Hand gehen: Die Industriellen-Familie Agnelli (FIAT) und Juventus Turin halten sich ewige Treue, Ministerpräsident Berlusconi unterhält eine vergleichsweise junge Liebe zum AC Mailand. Im Ergebnis dominieren heute wie früher die Clubs aus den Industriezentren des Nordens den „Calcio“ der Serie A. Einmal resultierte daraus, dass Fans in Neapel sogar die eigene Nationalmannschaft auspfiffen.

Nirgendwo anders berichten sowohl Zeitungen als auch Fernsehen so erschöpfend über Fußball wie in Italien. Wie das fußballverrückte Land wirklich tickt -- davon erzählt dieses lesenswerte Taschenbuch der in Rom lebenden deutschen Journalistin Birgit Schönau. Dabei dreht es sich auch um rechte Gesinnung, kreisende Pleitegeier -- und warum die Mafia nur 2. Liga, also Serie B, spielt. Fußball-Fans erfahren zudem, welch schillernde Stars sich auf dem Stiefel die Schuhe schnürten und warum der vielleicht größte italienische Stürmer aller Zeiten, Giuseppe Meazza, einmal im Pyjama ins Stadion hetzte. Und wenn das nicht wahr sein sollte, so ist es wenigstens gut erfunden, weiß wiederum der italienische Volksmund.

Die unterhaltsamen landeskundlichen Reportagen über König Fußball gehen auch in die Tiefe. Demnach respektieren Deutsche die Unparteiischen wie eine staatliche Institution. Gerade deshalb erschüttert laut Autorin Schönau der Fall Hoyzer Deutschland bis ins Mark. Für italienische Fans hingegen sind die Männer in Schwarz -- ganz wie die Staatsmacht -- grundsätzlich der Korruption verdächtig. Deshalb löste der deutsche Schiedsrichter-Skandal südlich der Alpen nur Schulterzucken aus. International einig sind sich alle Anhänger hingegen darin, bei der WM 2006 die eigene Mannschaft wie ein Mann zu unterstützen. Und dafür, dass Deutschland 1990 in Italien den Titel holte, steht für die „Squadra Azzura“ samt Tifosi ohnehin noch Revanche aus. --Herwig Slezak

Kurzbeschreibung

Birgit Schönau berichtet seit Jahren aus Italien und gilt als exzellente Kennerin des Landes und des italienischen Fußballs. In diesem Buch schreibt sie über die großen Klubs wie Juventus Turin oder AC Mailand, legendäre Spieler wie Rivera oder Maldini und über einen Fußball zwischen grandiosen Triumphen und tragischem Scheitern. Weil das Spektakel nirgends größer ist, versuchen im Fahrwasser von Berlusconi auch andere, den Lieblingssport der Italiener für ihre politischen oder wirtschaftlichen Ziele zu instrumentalisieren. In Kalabrien kann es sogar passieren, dass für einen toten Mafiaboss eine Schweigeminute im Stadion eingelegt wird. Die Wahrheit liegt nicht nur auf dem Platz, das wissen die Italiener. Dahinter stehen Strippenzieher und Verschwörer, Absprachen, illegale Wetten und Doping. Keine andere Liga ist so von Skandalen erschüttert wie die Serie A. Ihre Fans sind mancherorts so gewalttätig wie früher die englischen Hooligans. In der Maschinerie von Fußball und Medien werden die Spieler verehrt und umlagert wie Popstars. Sie haben die Regenbogenpresse erobert und die Laufstege der großen Modeschöpfer. Manche gehen nach Karriereschluss sogar in die Politik. Das alles ist nur möglich, weil die italienische Fußballkultur so vital und reich an Mythen ist, wie kaum anderswo. Alles dreht sich um den Calcio, egal ob in der Werkshalle, in der Uni oder der Kaffeebar.

Der Verlag über das Buch

Calcio im Circus Maximus – Italien auf dem Weg zur Fußballrepublik

Über den Autor

Birgit Schönau, geb. 1966 in Westfalen, lebt nach dem Studium der Geschichte und Journalistik seit 1992 in Rom und beobachtete jeden Schritt der politischen Karriere Silvio Berlusconis. Sie berichtet für die Süddeutsche Zeitung und die Wochenzeitung DIE ZEIT.
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