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Nirgendwo anders berichten sowohl Zeitungen als auch Fernsehen so erschöpfend über Fußball wie in Italien. Wie das fußballverrückte Land wirklich tickt -- davon erzählt dieses lesenswerte Taschenbuch der in Rom lebenden deutschen Journalistin Birgit Schönau. Dabei dreht es sich auch um rechte Gesinnung, kreisende Pleitegeier -- und warum die Mafia nur 2. Liga, also Serie B, spielt. Fußball-Fans erfahren zudem, welch schillernde Stars sich auf dem Stiefel die Schuhe schnürten und warum der vielleicht größte italienische Stürmer aller Zeiten, Giuseppe Meazza, einmal im Pyjama ins Stadion hetzte. Und wenn das nicht wahr sein sollte, so ist es wenigstens gut erfunden, weiß wiederum der italienische Volksmund.
Die unterhaltsamen landeskundlichen Reportagen über König Fußball gehen auch in die Tiefe. Demnach respektieren Deutsche die Unparteiischen wie eine staatliche Institution. Gerade deshalb erschüttert laut Autorin Schönau der Fall Hoyzer Deutschland bis ins Mark. Für italienische Fans hingegen sind die Männer in Schwarz -- ganz wie die Staatsmacht -- grundsätzlich der Korruption verdächtig. Deshalb löste der deutsche Schiedsrichter-Skandal südlich der Alpen nur Schulterzucken aus. International einig sind sich alle Anhänger hingegen darin, bei der WM 2006 die eigene Mannschaft wie ein Mann zu unterstützen. Und dafür, dass Deutschland 1990 in Italien den Titel holte, steht für die Squadra Azzura samt Tifosi ohnehin noch Revanche aus. --Herwig Slezak
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Che libro bello!,
Rezension bezieht sich auf: Calcio: Die Italiener und ihr Fußball (Broschiert)
Birgit Schönau ist eine Frau und denen traut man als Macho alter Schule im Allgemeinen kein besonders fundiertes Fußballwissen zu. Doch auch Machos alter Schule können sich irren. Perdono signora Schönau, Sie kennen sich nämlich ausgezeichnet im italienischen Fußball aus.Die wichtigsten Weltmeisterschaften, die wichtigsten Spieler, die Verstrickungen zwischen Fußball und Politik, die positiven und negativen Seiten der tifosi, es kommt alles in diesem Buch zur Sprache. Besonders bemerkenswert ist dabei auch die hohe Aktualität, es wird auf Ereignisse zurückgegriffen, die teilweise noch nicht einmal ein Jahr her sind. Für Leute, die sich mit dem italienischen Fußball noch nicht näher beschäftigt haben, ist das Werk sowieso uneingeschränkt zu empfehlen, doch auch Kenner werden das ein oder andere ihnen unbekannte Detail entdecken. Es macht einfach Spaß dieses Meisterwerk zu verschlingen, die Synthese aus guter Lesbarkeit und kompetenter Informationsaufbereitung ist wirklich gut gelungen. Ich hätte mir vielleicht nur mehr gewünscht, noch intensiver auf Fankultur wie Fangesänge, Transparente usw. einzugehen, aber das ist nur eine Kleinigkeit. Cinque stelle! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Oberflächlich, aber informativ,
Von Kalle Grabowski (Dortmund, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Calcio: Die Italiener und ihr Fußball (Broschiert)
Das Buch bietet einen guten Einblick in die Seele des Calcio und lässt manches so vielleicht besser verstehen. Allerdings kratzt das Buch später zu sehr an der Oberfläche. Warum sind "die" Italiener so fasziniert und warum ist "Calcio" in Italien mehr als nur Unterhaltung? Das wird nur selten klar und man gewinnt den Eindruck, dass auch Frau Schönau das nicht verstanden hat. So beschäftigt sie sich dann später lieber mit der Politik und mit Berlusconi. Das sind sicherlich wichtige Fakten, aber vieles bleibt so verborgen, was der Untertitel des Buches ja eigentlich versprochen hat.Die größte Schwäche des Buchs ist die Betrachtungsweise der italienischen Tifosi. Davon hat die Autorin offensichtlich wenig Ahnung und beschränkt sich auf die üblichen Pauschalurteile. Da hätte ich mir von jemanden, der in Italien lebt, mehr Tiefgang erwartet. Trotzdem ist das Buch empfehlenswert, da es einen ersten Einblick in die Faszination Calcio gibt und manch einem "Nie wieder Pizza!"-Schreihals von 2006 gut tun würde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Toll recherchiert, aber wenig Tiefblick,
Von retrocesso (Erlangen, Franken) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Calcio: Die Italiener und ihr Fußball (Broschiert)
Zweifellos hat die Autorin spannende und meist auch tief bewegende Ereignisse in der Geschichte des Calcio aufgegriffen und diese auf tolle Art und Weise niedergeschrieben. Gerade in den ersten Kapiteln wird man als Leser in den Bann gezogen und kann sich von der interessanten Entwicklung des Fußballs in seinen Anfangsjahren mit Hilfe von kleinen Geschichten ein gutes Bild machen. Deutsche Tifosi (ob jung oder alt), die vom italienischen "Flair" des Fußballs angetan sind werden mit den Wurzeln des Calcio vertraut gemacht. Allein deshalb empfehle ich das Buch jedem Interessierten.Leider werden später die Stories, die als Grundstein für die Faszination eines italienischen Fans dienen könnten, rar. Dabei gibt es genug Beispiele für bewegende Ereignisse ohne politischen Hintergrund. Stattdessen wird eben die Politik in den Vordergrund gestellt und fast ausschließlich deren Einflüsse beleuchtet. Der Einfluss von Machthabenden wie Berlusconi ist sicherlich unbestritten und die groteske Entwicklung in der jungen Vergangenheit wird mit einem guten Maß an Kritik dargelegt, doch leider entfernt sich die Autorin dabei immer mehr von der Basis des Calcio, die sicherlich im "gemeinen Pöbel" Italiens zu finden ist. Der Titel des Buchs "Die Italiener und ihr Fußball" verspricht demnach zu viel. Die größte Schwachstelle des Buchs ist das Kapitel über die Tifosi Italiens. Zwar werden richtigerweise faschistische Ausprägungen in Fanszenen festgehalten und auch verurteilt, doch leider war`s das dann auch schon, was die Autorin über dieses Thema berichtet. Das Wort Hooligans wird als Synonym für Ultras verwendet und generell ist jeder Ultra in erster Linie politisch motiviert. Hier hätte ich mir von einem langjährigen Beobachter des Fußballs in Italien eine differenziertere Sichtweise erwartet. Schließlich gibt es zahlreiche Fangruppen, die weder auf der rechten noch auf der linken Seite der Politik angesiedelt sind. Es sind die Tifosi und an deren vorderster Front die Ultras, die Tradition im Verein bzw. in der Stadt und Leidenschaft im Stadion am Leben erhalten. Die Repressionen, mit denen italienische Fans in der jüngeren Vergangenheit konfrontiert werden, und gleichzeitig das triste Bild der italienischen Serie A belegen dies. Hier muss man der Autorin allerdings den Zeitpunkt der Veröffentlichung (11/2005) zu Gute halten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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