In England ereignen sich brutale Morde an alten, alleinstehenden Menschen, die alle baskische Vorfahren haben. Der Journalist Simon Quinn fängt an zu recherchieren, wird aber bald darauf von der Story abgezogen, weil er der Wahrheit zu nahe kam und nun mitsamt seiner Familie bedroht wird.
Zur selben Zeit ist David Martinez, ein bisher eher betulicher und von Leben und Job gelangweilter Anwalt, auf den Spuren seiner Vorfahren im Baskenland unterwegs. Er folgt einer geheimnisvollen Andeutung seines gerade verstorbenen Großvaters, von dem er eine Millionen-Erbschaft erhielt.
Die beiden Männer werden sich im weiteren Verlauf der Handlung begegnen und gemeinsam das Rätsel lösen, auf das ihre Fragen hinauslaufen. Das verschwiegene Volk der Cagots und seine letzten Überlebenden spielen dabei eine zentrale Rolle, ebenfalls ein Geheimbund der katholischen Kirche, Mitglieder der ETA und Genforscher.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren geschildert.
Die Story entwickelt sich von Anfang an rasant und voller Wendungen, gelegentlich gibt es dabei Wackler in der Logik, dazu erinnern einige Sequenzen durchaus an die Art von Abenteuerfilmen, die auf RTL II laufen könnten, einige Szenen wirken wie aus einem Tatantinofilm aber wer das Buch weder als bierernsten Wissenschaftsthriller, noch als hochgeistige literarische Offenbarung versteht, wird auf überdurchschnittlichem Niveau dabei bestens unterhalten. Die Story ist enorm temporeich und m.E. auf sprachlich wesentlich besserem Niveau als einige gehypte Bücher zu "religiösen Geheimmissen" anderer bekannter Autoren aus dem englischsprachigen Raum.
Die Hauptcharaktere sind gut gezeichnet, man kann verstehen, wie sie handeln, dabei sind sie keine Übermenschen, haben ihre Macken. Die geschichtlichen Fakten und die ethischen Fragen der Moral von Wissenschaft, Medizin und Religion, die das Buch aufwirft, haben mich so fasziniert, dass ich das Thema weiter recherchiere. Der Autor scheint ausserdem weit gereist zu sein, er kann die Schauplätze in USA, England, Spanien, Frankreich, der Tschechei und Namibia lebendig schildern.
Mir gefällt das Buch so gut, dass ich ganz sicher noch mehr von Tom Knox lesen werden. Mal sehen, welches ungewöhnliche Thema ihm noch einfällt.
Fazit: Wer gerne unterhaltsame Abenteuergeschichten mit ungewöhnlichen Thema, einem vor allem spannenden Plot und ohne sprachliche Plattheiten liest, wird mit "Cagot" gut unterhalten.