Kurzbeschreibung
Dürfte man nur einen Namen als Synonym für die musikalische Avantgarde des 20. Jahrhunderts nennen, niemand hätte einen Zweifel: Er hieße John Cage. Cage war zwar Schüler von Arnold Schönberg, doch erkannte er, dass die überlieferten Regeln der klassischen Harmonik, Kontrapunktik und Rhythmik keine Gelegenheit mehr zu sensationeller Weiterentwicklung boten, und er beschloss, die Brücken zur Vergangenheit endgültig abzubrechen und die Musik wie ein Neugeborenes aus der Naivität des neuen Zueinanderfindens der Klänge entstehen zu lassen, als hätte es die ganze Musik des Abendlandes nie gegeben.
Als Orientierungspunkte des Neustarts und Bruchs mit allen Konventionen dienten ihm zunächst Erik Satie und Charles Ives. Er präparierte die Klaviere auf einfallsreichste Weise und erfand so eine völlig neue, unbekannte Klangwelt. Er ermittelte die Tonfolgen, Dauer und Struktur seiner Stücke mit dem Würfel, führte so das Zufallselement in die Musik ein und schuf eine neue Ästhetik, die wie keine andere das Kunstleben beeinflusst hat. Cage war Zen-Mystiker, Neuerfinder einer Casual Fashion der Musik und Kunstphilosoph in einer Person. Giancarlo Simonacci (Klavier) und sein Bruder Marco (Cello) erweisen sich hier als kongeniale Darsteller seiner immensen Freiräume, fast schon Freiträume, die der Fantasie der Interpreten alles bieten.