Die neue "Café del Mar" bietet nichts, was seit 3 Jahren nicht schon auf den Vorgängern zu hören war. Die Strategie und der Stil der Compilations wurde seit 2005 im Vergleich zu den früheren Ausgaben wesentlich verändert, was eben auch durch die immer wieder gleichen Künstler, die Beiträge zu den Alben beisteuern, dokumentiert wird. Mit dem Weggang von Bruno Lepretre, der zwischen 2000 und 2004 kompilierte und natürlich dem Ausstieg von Kult-DJ Jose Padilla, der eigentlich als der Erfinder der "Balearic-Chill-Sampler" gelten kann, war der Qualitäts- und vor allem der Kreativitätsverlust nicht mehr aufzuhalten. Sehr schade!
Natürlich sind auf den vorliegenden 3 CDs immer noch einige ganz schöne Tracks zu finden, die man Abends zur Entspannung oder als Klangtapete spielen kann. Trotzdem, und das ist bei 3 CDs und immerhin 43 Tracks kein Wunder: Es gibt Füllmaterial! Und ich frage mich, ob das nötig war!? Die wirklich guten Titel auf nur einer einzigen CD, so wie das früher bis 2005 der Fall war, vielleicht hätte es dann noch einmal für 5 Sterne gereicht. Aber gleich eine inflationäre Auswahl teils drittklassiger Beiträge zu verwenden halte ich für eine fragwürdige Strategie!
Ganz allgemein muß man aber auch wohl sagen, dass die große Zeit der "Chill" und "Lounge"-Sampler, die zwischen 1998 und 2000 wirklich einige Zusammenstellungen für die Ewigkeit hervorgebracht hat zu Ende geht und wahrscheinlich kaum anderes Material verfügbar ist. Das war damals etwas Neues, eine kleine Revolution im Musik-Business, dass ein DJ mit seinen Zusammenstellungen selbst zum Star wurde.
Meine Favoriten aus der "Café del Mar"-Reihe bleiben auf jeden Fall die Volumes 3, 4, 5, 6 und "Dreams 2". Von den letzten vielleicht noch (aber auch schon mit Abstrichen) die 13.