Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Cafe Brazil
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Cafe Brazil [Broschiert]

Tanja Dückers
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Taschenbuch --  
Broschiert, 2001 --  

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Broschiert: 203 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351029136
  • ISBN-13: 978-3351029135
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 776.085 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Tanja Dückers
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Tanja Dückers auf Amazon

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Alles so schön bunt hier

«Café Brazil»: Tanja Dückers will schockieren

Als die Ostberliner Sängerin Nina Hagen im Westen landete, gab sie in ihrem Song «TV» dem westlichen Lebensgefühl in dem Quietscher «Ich kann mich gar nicht entscheiden – alles so schön bunt hier!» erschöpfend Ausdruck. Seit dem Aufschwung Berlins zur (Szene-)Hauptstadt klackern die Tastaturen der Autoren, ticken die Meldungen der Feuilletons und klingeln die Kassen der Verleger rund um eine literarische Produktpalette der Labels Pop und Pubertät, Postmaterialismus und Postpostmoderne. Alles cool, chic melancholisch und immer mit dem «Parental advisory»-Aufkleber versehen, der die Eltern vor dem «explicit content» warnt. «Ich hätte nie gedacht, dass mein Roman als so extrem, schrill und provokativ empfunden würde», wird Tanja Dückers zitiert, die 1999 mit ihrem Berlinroman «Spielzone» auftrat. Tatsächlich eine erstaunliche Erfahrung. Ein farbiges Fetzchen im Patchwork der kurzlebig aktuellen Metropolentexte, fokussierte das Buch den Realitätsausschnitt, der vom Szeneblatt bis zum Hochglanzmagazin das Avantgarde-Window füllt. Die kundige Semidokumentation, die sich zwischen dem gruftigen und dem hedonistischen Pol (Friedhof in Neukölln und Klubkeller am Prenzlauer Berg) des Bestiariums zeitgenössischer Jungmenschen bewegt, ist eine Abbildung der Oberfläche, die sich im Oberfläche-Sein erschöpft. Das ästhetische Lebensgefühl, wie es sich seit der Postmoderne tiefenarm und sinnverzichtend gebärdet, wirkt hier als visuelles Erlebnis, bekannt aus wortarmen Grossstadt-Episodenfilmen – eine Mischung aus Hundertwasser und Disneyland. Die mediale Aussenseite gibt – oder ersetzt – den literarischen Stil, der, im Hier-und-jetzt-Präsens, mal den restringierten Szenecode nachahmt, mal expressionistisch-synästhetisch herumbrodelt, mal satirisch versimpelt und mal dem Sentiment des Mangels, der Sinn-Nostalgie Ausdruck gibt. Als Zwitter aus Trendstudie und Trendsetzung, Beschreibung und Rechtfertigung ist «Spielzone» ein symptomatisches Pop-Produkt: Kritik und Affirmation zugleich.

Ähnlich wie die Süssigkeiten, die darin ständig vertilgt werden, bot Dückers' Roman eine Kombination von Lesevergnügen und Überdruss, einen Eins-zu-eins-Nachgeschmack der nervösen Langeweile, die die ständig schwätzenden, streunenden, abhängenden und partyhoppenden Protagonisten plagt. Dies gilt es zu erinnern, will man Machart und Wirkung der nachfolgenden Erzählungen mit dem hippen Titel «Café Brazil» ergründen. Was dort zu einem MTV-Clip-Kontinuum zusammenfloss, fällt hier in die Ingredienzen auseinander, die der Klappentext auflistet, «zärtliche Bosheiten, akribische Perfidien, Komisches, Groteskes, verblüffende Wendungen».

Nehmen wir die Titelgeschichte, deren Erzählerin ihre Männerbilanz auflistet und angesichts der Feststellung, dass die Hundert ansteht, im Klo mit einem brasilianischen Kellner zur Tat schreitet, oder die Erzählung «Nikita», bei der selbiges am selbigen Ort geschieht, diesmal in einem Nobelrestaurant. Nehmen wir ferner zur Kenntnis, dass in beiden Fällen dasselbe Muster herrscht (der «Betrogene» sitzt derweil ahnungslos im öffentlichen Teil des Lokals): eine verspätete Tabulosigkeit, die in Eros-Ratgeber-Sätzen wie «Wenn mir der Schweissgeruch eines Mannes gefällt, ist es einfach schon zu spät» spiessig erfüllt, im pathetischen Schlusssatz allerdings («. . . ich versuche zu geniessen, bevor unweigerlich der Schreck über alles einsetzen und mich zermürben wird») Lügen gestraft wird.

Ein Drittel der Erzählungen widmet sich also dem Thema Sex in möglichst skurrilen Lebenslagen; nur einmal, in «Die Nacht», die auf eine Standard-Bettbegegnung hinausläuft, wird die mittlerweile konditionierte Ahnung bestätigt, dass dies unmöglich klappen kann: Die verklemmte Studentin und der Student, die sich nicht zueinander trauen, befriedigen sich jeweils auf getrennten Matratzen selbst. Wer nicht dem Identifikationsstereotyp «jung, weiblich, freizügig» entspricht, wird als «armes Schwein» denunziert. Ein weiteres Drittel handelt vom komplementären «Tabu» – der makabren Begegnung, vorzugsweise dem Mord. Liebemachen, Totmachen, so what? Hier fackelt einer seine kettenrauchende Geliebte, dort sticht eine reiche Ehefrau den Gatten beim Blumengiessen ab: Feierabendhorror, mal sozialkritisch, mal «grotesk», Pulp fiction provinziell.

Subversiv und provokativ kann dieser abgestossene Lack auf dem Nichts, das jeder kennt, nur einem frustrierten Bewusstsein erscheinen, das periodisch sein Quentchen domestizierten Thrills braucht. Der ist jedoch leichter in der Cocktailbar an der Ecke zu haben, wo der Vorgesetzte das Jackett ablegt und die Angestellte drei Blusenknöpfe öffnet; im Kino bei einer flotten Krimikomödie oder beim Zahnarzt, wo die Lifestyle- und Regenbogenblätter liegen, ein bisschen Sex, ein bisschen Crime für die Wartezeit: Alles so schön bunt hier.

Dorothea Dieckmann

Kurzbeschreibung

Nach ihrem vielbeachteten rasanten Patchwork-Roman Spielzone legt Tanja Dückers einen ebenso tempo- wie abwechslungsreich erzählten Geschichtenband vor: Psychologisch verschlungen, eigensinnig beobachtet und oft von hintersinniger Komik, stecken diese Geschichten um ganz normale Nervtöter, leichtsinnige Kinder oder verwirrte Großmütter voll zärtlicher Bosheiten und akribischer Perfidien.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 
(1)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

5 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Ich hatte das Vergnügen Frau Dückers live zu hören. Die Geschichte die sie aus ihrem Kurzerzählungsband vorlas, hatte etwas leichtes ohne belanglos zu sein. Die Autorin versteht es wunderbar, einen ungewöhnlichen Blickwinkel einzunehmen und eher verschrobene Figuren sympathisch werden zu lassen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Magie des Alltags? 25. Mai 2002
Format:Broschiert
Das Lesen von Tanja Dückers "Café Brazil" ist ein gemischtes Vergnügen. Ihren vielgelobten Alltagsbetrachtungen gelingt es in meinen Augen nicht immer, die blosse Oberfläche zu verlassen. Störend ist bisweilen der unironische Einsatz von Slangbegriffen. Einen guten Teil der Erzählungen liest man, ohne dass Ansätze zum Reflektieren zurückbleiben.

Einige der Erzählungen sind hingegen äusserst bemerkenswert: Ein junger Mann, der heimlich in der Wohnung seiner Ex-Freunding Dinge vertauscht und hinterlässt, eine junge Frau, die ihre altersdemente Grossmutter besucht und eine weitere Geschichte, in der eben jene alte Frau die Erzählerposition übernimmt. In diesen Geschichten ist Dückers brilliant, und es ist zu hoffen, dass sich ihr Werk in diese Richtung weiterentwickeln wird.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
Skurril 2. Januar 2012
Format:Broschiert
Ich habe diese Erzählungen für das Studium der Literaturwissenschaft erstanden und war mehr als erstaunt, nachdem ich die ersten vier Erzählungen gelesen habe. Tanja Dückers schreibt skurrile Geschichten, die mir etwas an Tiefgang fehlen. Nach jeder Kurzgeschichte frage ich mich "aha, was soll das?" Meistens geht es um Sex, Ekel, Intoleranz und Selbstfindung. Der Sinn dieses Buches hat sich mir noch nicht erschlossen. Auch auf sprachlichem Niveau finde ich "Café Brazil" nicht herausragend, ein paar schöne Personifikationen sind schön zu lesen, aber sonst? Allerdings überzeugt Dückers dadurch, das sie sehr direkt erzählt und ohne Umschweife klar die Fakten auf den Tisch legt. Irgendwie ein Vorläufer von Charlotte Roche, nur nicht so eklig.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:




Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar