Ein tolles Produkt, das von einem kleinen Label mit großer Liebe und Sachverstand zu einem Markenzeichen gemacht wurde, wird von einem Major aufgekauft und wird dort seiner Identität und seiner Klasse beraubt, die Fans wenden sich ab und es kehrt zurück in die Arme eines kleineren, aber ambitionierten Labels. Diese Geschichte gab es leider schon zu häufig. Die letzten Ausgaben (ab Nr. 5) des Chill-Out-Flaggschiffs mit dem Namen des legendären Clubs auf Ibiza hatten nach dem Abgang des Resident-DJ`s Josè Padilla arg geschwächelt - u.a. mit bekannten Songs aus den Charts. Ein Stilbruch, ein Frevel. Doch mit der neuen Folge sind diese Probleme beseitigt und der jetzige DJ Lepetre liefert meist unbekannte Perlen des Chill-Out-Sounds.
Alles schön geschmackvoll und elegant in seiner Harmonie, doch fehlt dieser Zusammenstellung meist der nötige Mut, die Wege des elektronischen Schönklangs zumindest phasenweise zu verlassen. So plätschert alles harmonisch vor sich hin, nur Tracks wie "Troya" von Rue du Soleil mit seinem holprigen Drum & Bass sowie die Interpretation des Jimmy Cliff-Klassikers "Many Rivers To Cross" von CDM stechen positiv hervor. Doch ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung gelungen und wir hoffen auf baldige vollständige Genesung.