Dieses Buch habe ich mir in der Erwartung gekauft, viele und womöglich umfassende Informationen zum Thema Café Racer zu erhalten. Dazu zählen für mich neben der beleuchteten geschichtlichen Entwicklung und vielen Bildern von Motorrädern vor allem technische Details, beispielsweise anhand ausführlich vorgestellter Umbauten erläutert.
Leider wird das Buch diesen Erwartungen kaum gerecht; zwar werden die Wurzeln des Stils benannt und auch versucht, das Lebensgefühl und den Stil der Zeit zu vermitteln, aber leider bleibt es bei einem unverbindlichen Eindruck.
So kommt der Autor ziemlich schnell vom Londoner Ace Cafe ("von den Anfängen") zur heutigen Fighter Szene ("zum Superbike"), was zwar annähernd einen Bogen zwischen damals und heute spannt, jedoch in der Beschreibung der Anfänge kaum überzeugt.
Die Vorstellung legendärer Maschinen beginnt vielversprechend mit einer Norton, doch gleich auf den nächsten Seiten wird eine BMW gezeigt, die schon damals viel zu teuer war, um als Café Racer zu dienen. Über zwei (zwar schnelle) Mopeds, die von ihren Besitzern bestimmt mit Liebe erhalten werden, gelangt man endlich zum nächsten Milestone der englischen Racer Basis, einer BSA mit immerhin einem schönen Beispiel für Umbauten, dem sich auf den folgenden Seiten noch zwei für Triumph und Guzzi anschließen. Das war es dann aber schon fast. Den Rest kann man sich auch in aktuellen Motorradzeitschriften ansehen, wie sie in der Werbung am Ende des Buches gezeigt werden. Dabei gäbe es noch so einige Marken und Modelle, die erwähnt werden sollten. Die interessante und teils abenteuerliche Technik der alten Maschinen, die damit auch den Grundstein für heutige Entwicklungen gelegt haben, muss man sich derweil in anderer Literatur ansehen.
Die Fotos der Motorräder sind meist gelungen, viele Bilder kennt man jedoch auch schon aus anderen Büchern.
Enttäuschend!