Wenn die FAZ diesen Roman mit den Buddenbrooks im Stil auf eine Ebene stellt, dann kann darüber nur ausgiebig schmunzeln. Keinerlei Vergleich ist da in Wirklichkeit festzustellen. Der Roman hat, auf welcher Ebene auch immer, keinesfalls irgendwelchen literarischen Anspruch aufzuweisen. Mir fällt nach der Lektüre, die viel Geduld erfordert hat, eher der Begriff der gebatikten Metaphysik ein. Ich finde das hier in einer Weise Trivialitäten abgesondert werden, die in ihrer Vielzahl und in ihren Details die Allgemeinheit nicht interessieren und die zum Teil in sprachlichen Formulierungen abgeliefert werden, die einem die Fußnägel hoch treiben, weil ich so etwas, in dieser Weise, lange nicht gelesen habe. Es gibt unzählige Passagen bei denen man die Nase rümpfen und die Stirn in Falten legen kann.
Es fehlt diesem Familienroman jeglicher fesselnder authentisch, reizvoller Tiefgang; in der Qualität überhaupt nicht vergleichbar mit den jüngst erschienen Familienromanen von Irene Dische Großmama packt aus", von Asta Scheib "Eine Zierde in ihrem Hause. Die Geschichte der Ottilie von Faber Castell", von Oliver Hilmes "Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner", von Götz Aly "Fromms", usw.
Dennoch, sicherlich ist dieser Debütroman an Empfindungen, Verflechtungen und Ebenen so reich wie der teuerste Teppich an Knoten. Und so bleibt es auch trotz erheblicher Schwächen in Formulierung und Dialogen ein Roman, nach dessen Lektüre man einen Gesprächspartner haben sollte, mit dem man sich über den Inhalt austauschen kann.
Man muss die Familie Jacobs mögen oder irgendwie kennen, um diesen Roman bis zum Ende lesen zu wollen.