Als ich vor einigen Jahren eine Informationsveranstaltung zum Thema Irak organisiert habe, habe ich auch nach Lektüre zu diesem Thema gesucht und bin auf dieses Buch gestoßen.
Reuter und Fischer sind Korrespondenten, die sich bereits vor dem Krieg mehrere Jahre im Irak aufgehalten und dort zahlreiche Kontakte sowohl zu Einheimischen als auc später zu Mitgliedern der Besatzungsmacht aufgebaut haben. Dadurch haben sie einen Einblick in das Leben und den Alltag eines Landes, das man sonst nur von Fernsehbildern und aus Zeitungsberichten kennt.
In ihrem Buch erzählen sie von verschiedenen Erlebnissen, von den Lebensgeschichten der Menschen, die sie dort getroffen haben, von politischen und kriegerischen Ereignissen und davon, wie es ist, im Irak zu leben. Erfreulich ist, dass die Autoren nicht nur erzählen, was passiert (ist), sondern auch Gründe und Auslöser nennen. Dabei wird - zum Beispiel - nicht nur offensichtlich, dass die Amerikaner schon nach kurzer Zeit nicht mehr willkommen sind, sondern dass es seitens der Iraker durchaus nachvollziehbare Gründe gibt. Es wird gezeigt, dass mit dem Ende von Saddams Diktatur nicht alles besser oder gar einfacher geworden ist und dass der Krieg nach Saddams Gefangenschaft noch lange nicht vorbei war.
Dadurch, dass die Autoren viel von dem erzählen, was sie und ihre Kontakte erlebt haben, erweckt das Buch einen sehr realistischen und nachvollziehbaren Eindruck vom irak. Ich persönlich hatte im letzten Drittel des Buches das Gefühl, dass vieles, was den Gesamteindruck über den "neuen Alltag" ausmacht, in den Geschichten zwar nicht inhaltlich, aber zumindest aus der Meta-Ebene wiederholt wird. Die Geschichten sind zwar trotzdem interessant, haben für mich aber nicht mehr viel zum Gesamteindruck beigetragen. Das Buch hätte für mich also auch gerne kürzer sein dürfen. Oder mehr von den Folgejahren erzählen können, aber gut, auch so fand ich sehr interessant und informativ.