In diesem Roman führt der Ich-Erzähler, ein junger Kelte namens Korisios, den Leser auf seinem bewegten Lebensweg durch die Ereignisse des Gallischen Krieges. Korisios stammt aus einfacher Familie und ist körperlich behindert, kann diese Mankos aber durch seine hohe Bildung, seine Pfiffigkeit, seine liebende Helferin Wanda und nicht zuletzt durch sein unwahrscheinliches Glück stets ausgleichen. Trotz aller gängigen Probleme und Herausforderungen. Am Schluss reicht es selbstverständlich zum Happy-End.
Unabhängig von der Unwahrscheinlichkeit der Korisios-Handlung (natürlich macht unser Held auch eingehend Bekanntschaft mit Cäsar und mit Vercingetorix persönlich) kann man bei der Lektüre des Romans doch recht genau den Ablauf des Gallischen Krieges, wie Cäsar ihn beschreibt, nachvollziehen. Auf Schritt und Tritt begegnet man Handlungen und Motiven aus Cäsars Schrift, etwa wenn es um diplomatische und kriegerische Vorgänge, aber ebenso um die Sitten der Gallier und Germanen geht. Deutlich und treffend ist in Cuenis Roman Cäsars Schrift "De bello Gallico" als reine Propaganda offenbart und ebenso anschaulich erlebt man das dauernde Gegeneinander der keltischen Stämme mit,welches ein planvolles gemeinsames Handeln gegen Cäsar unmöglich machte oder doch sehr erschwerte. Gut!! Eine Reihe von Pluspunkten hierfür!!!
Der eigentliche Handlungsaufbau ist indes sehr einfach gehalten: Man erlebt in häufigem Wechsel größte Gefahren für unsere Hauptperson und seine Geliebte und dann wieder die Wende zum Besseren - nein, zum Besten - und an mehreren Stellen könnte man schon eigentlich schon ein Happy-Ende der Korisios-Handlung ansetzen, wenn alle Probleme wieder einmal überraschend gelöst sind. Einen einheitlichen Aufbau liefert eben nur der Verlauf des Gallischen Krieges nach Cäsar und bestimmt so die auf einer Linie ohne Parallelgeschehen laufende Handlung im Roman.
Freilich versehen mit einem gewissen Humor des Erzählers, den man so oder so einschätzen mag. Fortwährend so eine gewisse Komik in kleinen Einsprengseln. Ab und an kommt es deftiger, etwa wenn Korisios seinen Widersachern ein Mittel verabreicht, das die Libido ins Unermessliche steigert und die Männer letztlich alle irgendwie in den Tod treibt. Zum Teil, nachdem sie lüstern übereinander hergefallen sind. Eigenartig der Humor auch, wenn einige Kelten schon eine Vorform von Fußball spielen - in Korisios' Hirn entstehen beim Zuschauen schon die Regeln unseres modernen Fußballsports - wobei die Kelten freilich rückständigerweise noch mit dem Kopf eines getöteten Feindes kicken. Hmm..
Trotz mancher Vorbehalte: Es ist nicht unbedingt hohe Literatur, aber ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Erzählwerk mit treuer Orientierung an Cäsars "De bello Gallico" sowie auch an altertumskundlichen Erkenntnissen. Hilfreich dabei auch die Anhänge mit Zeittafel, Glossar u.a. Besonders lesenswert für viele, die in der Schule mit Cäsar zu tun gehabt haben und dessen hoffentlich nicht überdrüssig geworden sind. Und auch Asterix-Leser dürfen hier aufmerken!