Diese Dokumentation erfreut durch Ausgewogenheit und Detailreichtum. Deutlich sieht man am Gesicht des jungen Octavian die Enge des Blicks und den verkniffenen Mund - und kann ihn selbst mit Caesars Weitblick und charmanten Lächeln vergleichen. Nur der Kommentar dazu: "Er tauchte aus dem Dunkel Caesars auf, um ihn weit zu überragen"
Wer hat den verbrochen? Völlig subjektiv, und falsch dazu, wenn man verfolgt, wie wenig der Großneffe von den schöpferischen Plänen und dem großherzigen Charakter seines unerreichten Vorgängers übernommen hat.
Schonungslos offenbart der Beitrag die absolute Skrupellosigkeit des jungen Octavian und macht ihn nicht zu einem Kriegsheld (denn Agrippa schlug ja alle Schlachten für ihn). Auch Marcus Antonius, der große Gegenspieler, scheint gut getroffen. Viel Mühe investiert der Film auf den genialen scheinbaren Machtverzicht im Jahre 27.
Nur in einem Punkt sind die Macher - wiederum - voll auf die damalige Propaganda herein gefallen: Octavians Bauarbeiten. Die meisten Augustus zugeschriebenen Anlagen sind nämlich von Caesar geplant gewesen, der leider durch seine Ermordung unterbrochen wurde. Octavian hat alles annektiert und verkauft. Das wenige, das er gebaut hat (Mausoleum, Ara Pacis), war meistens für sich selbst und nicht das Volk.