Es begann mit zwei Männern...So startet Darnell Martins Film -Cadillac Records- im Jahr 1941. Die Männer sind Leonard Chess(Adrien Brody), ein junger Weißer, der ein Cafe eröffnen möchte und Muddy Waters(Jeffrey Wright), ein Farbiger, der auf den Feldern arbeitet und ein genialer Gitarrist ist. Diese beiden Männer lernen sich aber erst Jahre später in Chicago kennen. Da hat Waters bereits erste Erfahrungen als Straßenmusiker gemacht und Chess sein Cafe wirklich am Laufen. Er hört Waters und weiß, dass er mit ihm eine Platte aufnehmen will. Noch immer träumt Chess seinen Traum und der lässt sich in folgende Worte fassen: "Egal, wo ich herkomme, meine Frau wird einmal einen Cadillac fahren."
Die Aufnahme mit Waters wird ein Erfolg. RNB-Musik ist im Kommen und als Chess Cafe abbrennt, nutzt er das Geld der Versicherung, um ein Plattenstudio zu eröffnen. Im Chess Studio wird Muddy Waters berühmt und auch Little Walter(Columbus Short), ein talentierter Mundharmonikaspieler, kommt zu Ruhm. Muddy hat Little Walter wie einen Sohn bei sich aufgenommen. 1952 ist -Juke- von Little Watler die Nr.1 in den Charts. Auch Muddy Waters stürmt die Hitparaden. 1955 ist Chess mit seinen Musikern auf dem Höhepunkt. Tatsächlich kann sich jetzt jeder bei Chess einen Cadillac leisten.
Aber dann kommen die ersten Rückschläge. Little Walter trinkt zuviel und gerät auf die schiefe Bahn. Muddy kann weder Augen noch Hände von anderen Frauen lassen und das Verhältnis zu Leonard Chess kühlt sich ab. Auch die Finanzen von Chess Records gehen nach unten. Muddy hat ständig Geldsorgen, vor allem wegen der Alimente, die er zahlen muss.
Doch Leonard gibt so schnell nicht auf. Er holt Howlin Wolf(Eamonn Walker) und Etta James(Beyonce Knowles) ins Boot. Das sorgt noch einmal für Aufwind bei Chess; vor allem Etta landet ihre Hits und der verheiratete Leonard verliebt sich in sie. Als Chess dann noch Chuck Berry für sich gewinnen kann, scheint es endgültig wieder aufwärts zu gehen. Mit Berry erleben wir die Geburtsstunde des Rock'n Roll.
Aber das Musikgeschäft ist schnell und grausam. Auch Leonard Chess und seine Mitstreiter müssen sich den Gesetzen dieser harten Branche letztendlich beugen. Doch sie waren Teil des Beginns einer ganz neuen Musikära...
Sie dürfen diese Geburtsstunde der heutigen Rock- und Popmusik in -Cadillac Records- miterleben. Darnell Martin hat sich weitgehend an die Fakten gehalten. Und so erzählt -Cadillac Records- tatsächlich wahre Begebenheiten. Mit Willie Dixon(Cedric the Entertainer) hat er einen wunderbaren Erzähler in die Story eingebaut, der uns stets auf dem Laufenden hält. Die Besetzung des Streifens ist grandios. Adrien Brody und Jeffrey Wright spielen die Pioniere der Musikszene beeindruckend. Beyonce Knowles macht, wie schon in -Dream Girls- eine hervorragende Figur als Schauspielerin. Mos Def und Columbus Short ergänzen die Hauptdarsteller perfekt.
-Cadillac Records- ist nicht nur für Muskliebhaber gute Unterhaltung. Vor allem die geschichtlichen Fakten und die Erkenntnis, dass die Musik der Beatles, Stones und Beach Boys ganz genau aus diesen Wurzeln stammt, machen den Stoff so interessant. Ganz nebenbei darf man bestaunen, dass die Musik von Waters und Co. ganz erheblich zur Aufhebung der Rassentrennung in den Staaten beigetragen hat. Sie dürfen sich also auf 104 Minuten Film und Musik freuen. Und diese Musik, die ist ebenfalls ein Hauptdarsteller. Scheiben, die über 50 Jahre alte sind und bei denen man noch heute seine Füße nicht stillhalten kann.