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Moviemans Kommentar zur DVD: Ein interessanter Film in technisch guter Umsetzung. Beim Ton muss man Abstriche machen, aber die werden vom Film selbst begünstigt. Das Bonusmaterial ist reichhaltig und sinnig.
Bild: Hanekes Film präsentiert sich in guter Qualität. Rauschen ist vorhanden, stört aber weniger als immer wieder mal auftretende stehende Rauschmuster. Die Farben sind sehr natürlich gehalten, was den realistischen Stil des Films unterstreicht. Die Schärfe ist schön geordnet, auch und gerade im Hintergrundbereich, wo Details noch klar zu erkennen sind, so etwa bei dem großen Bücherregal bei 00:14:50. Der Kontrast ist teilweise ein wenig steil geraten, was sich vor allem in hellen Szenen äußert, in denen das Geschehen etwas zu grell porträtiert wird. Bei Dunkelszenen ist genügend zu erkennen, so es nicht beabsichtigt ist, das Bild diffus zu halten (etwa bei Aufnahmen des Ganges).
Ton: "Caché" ist ein sehr stiller Film, der auf Musik verzichtet. Das begünstigt nicht zwangsläufig das restliche Klangfeld. Vielmehr wird die Räumlichkeit dadurch ein wenig zurückgenommen, da die Musik eben nicht Dauerberieselung auf allen Kanälen darstellt. Die Dialoge sind wiederum klar und direktional verständlich. Das akustische Geschehen bleibt frontal angelegt, vereinzelte Effekte zeigen aber, dass hier dann doch mehr als nur ein Stereotrack vorliegt.
Extras: Das Bonusmaterial besteht aus zwei verschiedenen Beiträgen. Jeder hat etwa eine halbe Stunde Laufzeit. Beide sind in Französisch gehalten, verfügen jedoch über Untertitel. Dabei zeigt sich wie schon beim Bonusmaterial von "Funny Games", dass Haneke ein recht gutes Französisch spricht. Das kann man in einem ausführlichen Interview erleben, in dem Haneke einmal mehr durch intelligente Bemerkungen zeigt, was für eine Art von Filmemacher er ist. Das Making Of ist dabei nicht gar so tiefsinnig wie das Gespräch mit dem Regisseur, gibt aber einigen Aufschluss über die Produktion. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Mehr noch als in seinem bislang besten Film, dem in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneten 'Die Klavierspielerin', dominiert in 'Caché' Michael Hanekes filmemacherische Seite über den moralisch überlegenen Lehrer. Sein neuer Film belehrt nicht. Er zeigt. Und das unter Ausschöpfung aller filmischen Mittel, ohne jemals auch nur ein Iota an Schärfe, Prägnanz und unmissverständlicher Aussage zu verlieren. Im Gegenteil. Die oft so penetrante Didaktik eines 'Funny Games' oder 'Wolfszeit' rückt komplett in den Hintergrund, wenn Haneke sich hier zunächst mit den klassischen Mitteln eines Thrillers seiner klassischen Themen annimmt: der Bedrohung und schließlich langsamen Auflösung des Familienverbandes, dem schmalen Grat zwischen gutbürgerlicher Zivilisiertheit und dem Ausbruch von Aggression und Gewalt. Mit einem simplen Mittel erzeugt der Regisseur sofort die nötige Spannung.
Während des Vorspanns sieht man eine leere Straße und an ihrem Ende ein idyllisches Haus. Der nächste Schnitt offenbart, dass es sich dabei um eine Videoaufnahme handelt, die dem gut situierten Fernsehmoderator Georges Laurent und seiner Frau Anne, einer Verlagsangestellten, zugespielt wurde - eine Ansicht ihres Hauses. Mit jedem weiteren Video nimmt die Unsicherheit und Angst der Laurents zu. Offenkundig hat jemand nicht nur Zugang zu ihrem Privatleben; er weiß auch um die Vergangenheit Georges': Ein Band zeigt den Landbesitz seiner Eltern. Zusätzlich erhält die Familie krude handgezeichnete Bilder, die einen Jungen mit blutendem Mund zeigen. Dieses Motiv spült eine längst verdrängte Erinnerung in George hoch, der sich nach und nach an den algerischen Jungen Majid erinnert, den er als Kind mit erfundenen Anschuldigungen vom heimischen Hof trieb - wovon er seiner Frau nichts erzählt. Dafür reagiert der eigentlich so besonnene Mann zunehmend aggressiv auf seine Umwelt: Wer seine Familie terrorisiert, so zürnt er, der wird einen hohen Preis bezahlen müssen.
War man bislang in das unmittelbare Drama und das Rätsel um die Videobänder involviert, so schält sich nun der klar ausformulierte Subtext von 'Caché' immer deutlicher heraus: Festgemacht am Irakkrieg, dessen unvermindert schockierende Bilder in einer langen Sequenz im Hintergrund in den Fernsehnachrichten flimmern, ist dieser Film, der seinen Akteuren und dem Zuschauer zusehends den Boden unter den Füßen wegzieht, auch eine Metapher für das Verhalten der westlichen Industriestaaten, die auf die vermeintliche Bedrohung von Ländern der Dritten Welt nicht mit dem nötigen Bedacht, sondern unverhältnismäßiger Gewalt reagieren. Denn alsbald führt eines der Videobänder zu eben jenem Majid seiner Kindheit, der in einem algerischen Ghetto in Paris lebt und Georges mit dessen Fehlverhalten konfrontiert. Als dieser aufgebracht mit Drohungen reagiert, löst er eine Kette von Ereignissen aus, die in einer selbst in Hanekes wenig zimperlichem Schaffen einzigartig erschütternden Szene mündet. Alldieweil bleibt die Thrillerspannung erhalten, weil Haneke eine Auflösung verweigert, wer genau der Hersteller der Videobänder ist. So clever setzt er die Aufnahmen ein, dass man häufig nicht genau weiß, ob man nun inszenierte Szenen der Handlung sieht oder eben Videos des Unbekannten. Eine perfekte Weise, den Zuschauer in das Geschehen zu implizieren. Es steht Haneke besser zu Gesicht, sich bei Hitchcock und dessen Epigonen zu bedienen als deren Mittel zu kritisieren.
Dass dieses schleichende Horrorszenario funktioniert, ist nicht zuletzt das Verdienst von Daniel Auteuil in der schwierigen Rolle des Georges Laurent. Sehr clever setzt der Schauspieler, blendend unterstützt von Juliette Binoche, auf seinen Ruf als Sympathieträger und Publikumsliebling, der sich spät als Wolf im Schafspelz, als ureigentlicher Aggressor und im Wortsinne Terrorist entpuppt. Wie Haneke hier mit den Erwartungen des Publikums spielt und die Konventionen des klassischen Erzählkinos auf den Kopf stellt, ist mindestens so verstörend wie das weit offene Ende - und eigentlich der ganze Film, in dem stets alles möglich scheint und dessen Intelligenz der Spannung nie im Weg steht. ts.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Eigentlich ist auf diesen Bildern nichts Kompromittierendes zu sehen: Ein Auto wird geparkt, eine Tür fällt ins Schloss. Stille. Doch gerade diese Stille macht die Filmaufnahmen so bedrohlich: Was will der Fremde, der Georges Laurents Leben und das seiner Familie mit beunruhigender Geduld dokumentiert und ihm in Form von Videobändern zukommen lässt? Noch dazu zusammen mit naiv-grotesken Zeichnungen, die den Horrorphantasien eines Kindes entsprungen zu sein scheinen?
Georges ist Moderator einer erfolgreichen Literaturtalkshow im Fernsehen, und deshalb vermutet seine Frau Anne zunächst einen verrückten Fan hinter den rätselhaften Filmaufnahmen.
Die Polizei sieht keinen Grund zu handeln, solange nichts wirklich Bedrohliches geschehen ist. Doch das Gefühl der Beklemmung wird immer stärker und bringt Georges und Annes bürgerlich-intellektuelles Leben zwischen Literatursendungen, Vernissagen und Abendeinladungen allmählich aus dem Gleichgewicht. Während Anne noch offen über die rätselhafte Post spricht, beginnt sich die Stille der seltsamen Videobänder auf Georges auszubreiten. Die beiliegenden Zeichnungen beunruhigen ihn und bringen etwas in ihm zum Klingen. Meist sind es Strichmännchen mit blutig roter Kehle. Auf der letzten allerdings ist ein Huhn zu sehen, mit durchschlagenem Hals