Produktinformation
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Moviemans Kommentar zur DVD: Ein interessanter Film in technisch guter Umsetzung. Beim Ton muss man Abstriche machen, aber die werden vom Film selbst begünstigt. Das Bonusmaterial ist reichhaltig und sinnig.
Bild: Hanekes Film präsentiert sich in guter Qualität. Rauschen ist vorhanden, stört aber weniger als immer wieder mal auftretende stehende Rauschmuster. Die Farben sind sehr natürlich gehalten, was den realistischen Stil des Films unterstreicht. Die Schärfe ist schön geordnet, auch und gerade im Hintergrundbereich, wo Details noch klar zu erkennen sind, so etwa bei dem großen Bücherregal bei 00:14:50. Der Kontrast ist teilweise ein wenig steil geraten, was sich vor allem in hellen Szenen äußert, in denen das Geschehen etwas zu grell porträtiert wird. Bei Dunkelszenen ist genügend zu erkennen, so es nicht beabsichtigt ist, das Bild diffus zu halten (etwa bei Aufnahmen des Ganges).
Ton: "Caché" ist ein sehr stiller Film, der auf Musik verzichtet. Das begünstigt nicht zwangsläufig das restliche Klangfeld. Vielmehr wird die Räumlichkeit dadurch ein wenig zurückgenommen, da die Musik eben nicht Dauerberieselung auf allen Kanälen darstellt. Die Dialoge sind wiederum klar und direktional verständlich. Das akustische Geschehen bleibt frontal angelegt, vereinzelte Effekte zeigen aber, dass hier dann doch mehr als nur ein Stereotrack vorliegt.
Extras: Das Bonusmaterial besteht aus zwei verschiedenen Beiträgen. Jeder hat etwa eine halbe Stunde Laufzeit. Beide sind in Französisch gehalten, verfügen jedoch über Untertitel. Dabei zeigt sich wie schon beim Bonusmaterial von "Funny Games", dass Haneke ein recht gutes Französisch spricht. Das kann man in einem ausführlichen Interview erleben, in dem Haneke einmal mehr durch intelligente Bemerkungen zeigt, was für eine Art von Filmemacher er ist. Das Making Of ist dabei nicht gar so tiefsinnig wie das Gespräch mit dem Regisseur, gibt aber einigen Aufschluss über die Produktion. --movieman.de
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hmmmmm,
Von
Rezension bezieht sich auf: Caché (DVD)
Sicherlich ein schwieriger Film. Zuerst: ein interessant gemachter Film. Die Statik und Ruhe der Kamera sowie die Abwesenheit jeglicher Musik empfand ich sowohl als wohltuend als auch als spannend.Daniel Autheil agiert gelungen unsympathisch. Je größer sein Schuldgefühl, desto größer seine Abwehr. Das Gefühl der Bedrohung und der Angst ist greifbar und wird immer stärker. Daß er etwas "Ungeheuerliches" getan hat. Etwas zutiefst Widerwärtiges und Unverzeihliches, das ihn in seinen Träumen verfolgt. Dies wird clever verbildlicht durch die "Kinder"-Zeichnungen, simples schwarz auf weiß, aber das rote Blut. Man wartet darauf, daß sich endlich entschleiert, was er gar Furchtbares getan hat, wartet auf eine Enthüllung, die einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Letzten Endes und objektiv betrachtet, war er nur ein eifersüchtiger 6-Jähriger, damals. Fast ist man enttäuscht. Eigentlich ein unfreiwillig, unschuldig Hineingezogener in das echte Schlamassel, das die Franzosen mit den Algeriern veranstaltet haben bei dem Massaker von 1961. Sowie das Opfer seiner rückgratlosen Eltern, seiner Mutter (Annie Girardot), die die Erinnerung schon längst pragmatisch verdrängt hat, weil sie ihr "unangenehm" war. Magib wird weggegeben, abgeholt von Fremden, ohne gutes Zureden, ohne Geduld, gnadenlos. Fazit: Schuld ist relativ. Auch ein Kind spürt, wenn es etwas falsch gemacht hat. Vielleicht sogar intensiver als Erwachsene. (Ich mußte während des Films daran denken, daß wir in der 2. Klasse einem bestimmten Mädchen immer an den Haaren gezogen und die Milchtüte geklaut haben, wie verletzend kann sowas sein. Später habe ich mich geschämt, bis heute.) Die Nachrichten (Irakkrieg, glaube Euro News), die im Hintergrund während mancher Gespräche zwischen dem Ehepaar laufen, verdeutlichen den Kontrast zwischen skrupellosen, verantwortungslosen, gewissenlos agierenden Machthabern und den unzähligen privaten kleinen und großen Tragödien, die sich aus diesem Saatgut vielfältig entspinnen. Sich fortpflanzen. Vor der Schule (Abspann) sieht man, wie sein Sohn sich mit dem Sohn seines toten Adoptivbruders unterhält. Man könnte denken, daß die "Bedrohung" weitergeht. Es geht immer weiter. Das Bild fand ich aber gar nicht schlecht, weil es auch Hoffnung beinhaltet. Die nachfolgenden Generationen müssen die Dinge auf ihre eigene Art leben. Man muß es offen lassen, wie die Söhne der Brüder damit umgehen. Es bleibt ungeklärt (für mich), wer die Videos gedreht hat. Es war niemand ? Nur das schlechte Gewissen ? Ich fand den Film sehr spannend und bedrückend gnadenlos. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kulturelle Erbsünden,
Von
Rezension bezieht sich auf: Caché (DVD)
Michael Haneke kann man in seinen Filmen stets eine gewisse intellektuelle Verquastheit und eine damit korrellierende emotionale Distanz zum Vorwurf machen. Seine Filme sind oft unter dem Aspekt des Probehandelns zu sehen, sie weisen allegorisch stets über den eigenen Figurenhorizont heraus. "Cache" bildet da keine Ausnahme, interessant ist dabei allerdings, dass der Film genau die intellektuell-kulturelle Elite harsch kritisiert, die er vermutlich ansprechen möchte.Eine ruhige Straße in Paris, gutbetuchte Umgebung. Die Kamera steht unbewegt an einem scheinbar willkürlichen Ort auf der Straße, beobachtet still. Autos fahren vorüber, ein paar Stimmen ertönen, ein Mann verlässt ein Haus. Pause. Das Bild flackert. Das eben Gesehene läuft rückwärts. Pause. Dieselben Autos fahren wieder vorbei, dieselben Stimmen ertönen, derselbe Mann verlässt sein Haus. So eröffnet der Film sein Experiment, und was wir sehen, das ist ein Video, das Georges und seiner Frau zugeschickt wurde. Darauf zu sehen ist Georges' Haus, und der Mann, der es verlässt, ist Georges. Georges ist ein erfolgreicher Mann, er leitet eine Literatursendung im Fernsehen, seine Frau ist bei einem Buchverlag tätig. Man unterhält sich gepflegt mit den kultivierten Freunden am Glastisch im Speisezimmer über Literatur und Kunst, umringt von Büchern, die sich bis zur Decke stapeln. In diese kulturelle Elitelandschaft inmitten von Paris platzen die anonym verschickten Videokassetten hinein, eine nach der anderen: Georges' Haus, Georges' Heimatort, dazwischen ein Kind, das Blut spuckt. Nach und nach schickt sich eine verdrängte Geschichte aus Georges' Kindheit an, das gepflegt-betuchte Leben von innen heraus zu zerstören, eine Geschichte, in der der sechsjährige Georges seinen neu aufgenommenen algerischen Adoptivbruder durch Lügen zurück ins Heim verfrachten lässt. Er hat ihn ja schließlich von Anfang an nicht gemocht, und Himmel, er ist doch erst sechs gewesen! Die Videos nun zwingen Georges, dieser seiner Vergangenheit zu begegnen. Der Absender der beängstigenden Post bleibt dabei bis zum Ende ungenannt. So erscheinen die Filme vielmehr wie das objektgewordene Gewissen Georges'. Und dieser muss erneut an seiner Angst, das philisterhafte Leben als gerühmter Intellektueller zu verlieren, scheitern, der Adoptivbruder deshalb ein zweites Mal sterben. Nur einen Unterschied gibt es diesmal: Auch Georges ist Verlierer. Denn er verliert die Gewissheit der Sicherheit, und immer häufiger tritt der Junge mit dem blutenden Mund auch in seinen Träumen auf. Die konstante Weigerung des Films, irgendeine materielle Erklärung für das Geschehende anzubieten, zwingt die Gedanken des Zuschauers geradezu ins Symbolische. Und so erscheint denn auch Georges' ganzer kühl-rationeller Lebensstil in seiner Selbstzufriedenheit als eine Ware, für die immer wieder im Kleinen ein großer Preis bezahlt wird. In Georges' Fall zahlt ihn dessen Adoptivbruder. Und dessen Sohn wiederum hat ihn auch noch zu zahlen. Der Film moralisiert in dieser Hinsicht sehr stark, aber er bleibt dabei angenehm subtil, überlässt das Moralisieren selbst dem Zuschauer und gibt ihm nur die nötigen Mittel dazu in die Hand. So nüchtern beobachtend wie es die Videobänder sind, ist es der ganze Film. Die moralischen Bezüge entstehen erst im Kopf des Zuschauers. In dieser Subtilität funktioniert der Film grandios und ist auf seine Weise hinsichtlich der Härte seines impliziten Urteils gnadenlos. Als sich Georges auf einer Toilette seiner Fernsehanstalt mit dem Sohn seines Adoptivbruders konfrontiert sieht und diesem antwortet, er habe jetzt keine Zeit für ihn, erwidert der junge Mann jäh: "Ja, das könnt ihr gut: lügen!" Hier fällt zum ersten und einzigen Mal das Wort "ihr", der Zuschauer fühlt sich angesprochen. Und ist gezwungen, die Menschlichkeit hinter den Bücherregalen und Glastischen hervorzukramen. Sofern sie dort noch liegt. Georges jedenfalls hat die seine wohl nicht mehr finden können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alltag, Wahrnehmung, Realität, Verunsicherung,
Rezension bezieht sich auf: Caché (DVD)
Auf den ersten Blick geht es um ein "normales" Paar (großartig: Daniel Auteuil und Juliette Binoche), um eine "normale" Familie. George (Daniel Auteuil) müsste eigentlich glücklich oder zumindest zufrieden sein, denn er hat alles, was Garanten für ein Leben in Harmonie darstellen könnten. Einen zwölfjährigen Sohn, eine schöne Frau (Juliette Binoche), einen netten Freundeskreis und einen Job beim Fernsehen als Literaturkritiker. Aber gleich zu Anfang bringt der Film ein beunruhigendes Element ein, was dies alles in Frage stellen lässt. Seit einiger Zeit erhält George, ähnlich wie in Lost Highway, Videokassetten, auf denen sein Haus zu sehen ist und das Kommen und Gehen seiner Familie. Eingewickelt sind die Bänder in blutige Zeichnungen.Die Alltagsnormalität, der sich alle hingegeben beziehungsweise mit dieser arrangiert haben, ist brüchig. Es gibt etwas in der Vergangenheit von George mit der er eigentlich nicht abgeschlossen oder diese eher verdrängt hat (im Sinne von dem Film Magnolia: "Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen, aber diese nicht mit uns"). Durch die Verunsicherung, die sich langsam breit macht, wird auch die Beziehung von George und Anne in Frage gestellt. Eigentlich haben sie nebeneinander hergelebt, was sie verbunden hat, das war nur noch der Alltag und seine Pflichten. Es ist großartig wie Michael Haneke in diesem Film Wahrnehmung und Realität in Frage stellt und den Zuschauer mit einbezieht. Mehr sollte zu diesem geheimnisvollen Film nicht verraten werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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