Ich habe als Informatikstudent mehrere Websites "so nebenbei" erstellt und am Laufen gehalten. Meist habe ich dafür fertige Softwarepakete verwendet, also Wikisoftware oder CMS. Um Webdesign, also die Frage, wie eine Seite aussehen soll und wie man ein eigenes Design erstellt, habe ich mich allerdings recht lange herumgedrückt. Ich bin froh mit "CSS einfach erklärt" die richtige Lektüre ergriffen zu haben, um mich dem Thema CSS anzunähern.
Das Buch klärt absolute Anfänger in Sachen "Webseiten erstellen" erst einmal über die wichtigsten Themen auf: HTML, Tags, Layout. Diese Einführung gibt Anfängern die wichtigsten Mittel in die Hand und fällt kurz genug aus, damit sich alte Hasen nicht langweilen. Tatsächlich habe ich dort ein paar Sachen gelesen, die auch ich noch nicht kannte. Weiter geht es mit dem eigentlichen Thema: CSS. Hier gibt es hin und wieder interessante Ausblicke in andere Themengebiete, z.B. welche Schriftart für welchen Zweck verwendet werden sollten usw. Diese Ausblicke sind kurz und sehr verständlich gehalten. Man wird vom eigentlichen Thema nicht abgelenkt, sondern erhält einen Blick über den Tellerrand um Designentscheidungen nicht nur mit "weil's gut aussieht" zu begründen, sondern mit ganz sachlichen Argumenten.
Da ich gerade mitten im Studium stehe und mich deswegen parallel durch zahlreiche andere Lehrbücher wälze, muss ich wirklich sagen, dass Hr. Kilgenstein hier ein didaktisch und fachlich sehr hochwertiges Werk abgeliefert hat. Gerade bei der Didaktik, also dem Erklären, könnten sich einige Professoren eine dicke Scheibe abschneiden.
Der Ablauf des Lernens mit diesem Buch ging bei mir folgendermaßen zu:
Zu Beginn werden die notwendigsten Begriffe und Funktionen erläutert. Man kann sich das wie eine leere Werkbank vorstellen, vor der man als Schüler steht und auf die der Meister einige wenige Werkzeuge legt. Nun erläutert der Meister den Umgang mit diesen Werkzeugen und wozu man sie einsetzt (und wozu nicht). Im Buch werden Codebeispiele präsentiert und erläutert. Diese tippt man ab und verändert einzelne Funktionen (Werkzeuge) im Rahmen von im Buch gestellten Aufgaben, um andere Effekte zu erzielen.
Wenn man eine Lektion beendet hat, so dass man mit allen Werkzeugen vertraut ist, denkt man sich "jetzt müsste ich nur noch irgendwie dasunddas machen können"...und genau das folgt im nächsten Kapitel. Das wirklich Gute dabei ist, dass nicht völlig andere Beispiele verwendet werden, in die man sich neu hineindenken muss. Stattdessen wird der Code, den man schon in den vorhergehenden Kapiteln geschrieben hat, ständig erweitert. Die Werkbank wird vom Meister also stetig um ein neues Werkzeug bereichert, genau dann, wenn man es braucht. Auch bleibt das Werkstück stets dasselbe. Man bearbeitet es nur mit den neuen Werkzeugen.
Eh man sich versehen hat, steht man plötzlich vor einer eigenen Webseite, die man komplett selbst geschrieben hat. Man hat aber eben nicht nur seitenweise abgetippt, sondern man hat jedes Element mindestens einmal selbst verändert und verstanden, wozu es da ist und wie man es seinen Wünschen entsprechend verändern kann.
Das Buch mündet in viele gute Ratschläge (Regeln), mit denen der Weg zum qualitativ hochwertigen Arbeiten mit HTML und CSS gezeigt wird. Auf der Werkbank liegen nun alle notwendigen Werkzeuge und anstatt das der Schüler mit Spezialwerkzeugen für seltene Zwecke überfüllt wird, setzt sich der Meister hin und gibt seinem Schüler Ratschläge, wie er das Erlernte möglichst effektiv einsetzt. Das empfinde ich persönlich als ganz wichtige Eigenschaft eines Lehrenden: Zu erkennen, wann genug Neues gelehrt worden ist. Man kann alles "totreden" und in Detailaspekte aufspalten. Dabei bleibt aber das Verständnis für die Sache an sich und auch für Grundlagen häufig auf der Strecke.
"CSS einfach erklärt" wird seinem Namen im doppelten Sinn gerecht. Es erklärt "einfach" und es erklärt das Einfache an CSS.
Wer von Null auf ein probates Arbeitsniveau gehoben werden will, ist mit diesem Buch bestens beraten - Wer schon gut mit CSS umgehen kann und nun den Expertenstatus erreichen will, sollte und muss bei wesentliche umfangreicheren und teureren Werken zugreifen.