Das Ziel von CSS ist, die Elemente einer Website semantisch (gemäß ihrer Bedeutung) im HTML-Code zu beschreiben und separat davon Design und Layout zu definieren. Dies erhöht die Wartbarkeit und Konsistenz einer Seite, erlaubt eine bessere Aufgabentrennung, senkt die Ladezeiten und macht sie außerdem für Suchmaschinen wie auch Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zugänglicher.
An sich sind Stylesheets sehr einfach zu benutzen. Farben, Rahmen, Abstände, Schriftattribute und Hintergrundbilder sind schnell gesetzt und können meist sehr fein kontrolliert werden. Es ist sogar möglich, eine simple Liste aus Links in ein grafisch ansprechendes Menü umzuwandeln - auch mit horizontaler Anordnung, ohne Änderung des HTML-Codes.
In der Praxis ergeben sich jedoch einige Probleme, zum Teil weil CSS an seine Grenzen stößt, hauptsächlich aber aufgrund des Internet Explorers, der einige Teile der CSS-Spezifikationen nicht oder fehlerhaft umsetzt. So ist die Verwendung eines korrekten Doctypes im HTML-Kopf Voraussetzung für eine Standard-konforme Interpretation von Größen-Angaben (Boxmodel-Bug).
CSS Mastery stellt sehr anschaulich die grundlegenden Regeln und Mechanismen von Stylesheets vor und listet anschließend einige der typischen Probleme im Umgang mit Browser-Unterschieden auf, inklusive Lösungsvorschlägen. Einige Praxis-Beispiele zeigen den täglichen Frust von Webdesigern auf und was diese gegen den drohenden Herzinfarkt tun können. Am Ende werden zwei Fallstudien vorgestellt, die allerdings wenig Neues beinhalten und weniger sorgfältig als der Hauptteil des Buches verfasst wurden.
Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und mit vielen Illustrationen versehen. Es enthält nur wenige Sach- oder Tippfehler, die meisten davon sind außerdem offensichtlich. Auf den Internet Explorer 7 wird wenig eingegangen, da dieser zur Entstehungszeit noch nicht fertig war. Da jedoch der Internet Explorer 6 weiterhin recht verbreitet ist, kann man das Buch keineswegs als veraltet bezeichnen. Schließlich werden auch ein paar Features der CSS-Version 3 angesprochen, welche noch gar nicht fertiggestellt wurde. Dennoch sind ein paar davon schon heute mit Standard-konformen Browsern wie Firefox, Opera und Safari zu bewundern.
Ich setze schon seit vielen Jahren gerne Stylesheets ein und habe mich in diesem Jahr an einigen Stellen darüber informiert, wie Layouts auch ohne Tabellen erstellt werden können. Dennoch hat CSS Mastery einige Aha-Momente ausgelöst. Es tut gut, sauber aufbereitet über CSS zu lesen anstatt sich die Informationen häppchenweise ergoogeln zu müssen. Durch CSS Mastery habe ich viele wichtige, weil sehr grundlegende Sachen dazugelernt. Es graut mich nun weniger vor dem ersten Test eines CSS-Designs im Internet Explorer, da ich nun weiß, wie ich dessen Fehler bekämpfen kann. Manch ein "WTF?" wird zu einem "Ach ja".
Fazit: Uneingeschränkte Kaufempfehlung. Wer noch gar keine Erfahrung mit CSS hat, sollte sich vorher vielleicht anders einarbeiten, zum Beispiel über SelfHTML. Spätestens danach rate ich aber dennoch zur Lektüre dieses Buches. Die wenigsten Technik-Bücher liest man gerne in 2,5 Tagen durch, dieses aber schon.